If you lose something small in the world, you lose a lot – „There Once Was an Island“
Palmen, Strand und rund um die Insel Takuu das offene Meer. Ein Paradies im Südwest- Pazifik vor der Küste Papua-Neuguineas. Vor allem für ihre knapp 600 Einwohner, die fernab von Luftverschmutzung und Atomkraft seit Generationen auf der kleinen Insel leben. Sie ernähren sich von selbstangebautem Getreide und selbstgefangem Fisch. Doch ihr Leben in der Heimat ist bedroht: Der Meeresspiegel steigt und steigt – für die Bewohner von Takuu eine Katastrophe, denn die Insel liegt gerade einmal einen Meter über dem Meeresspiegel.
Der Film „There Once Was an Island – Te Henua e Noho“ von Briar March und Lynn Collie beschäftigt sich mit der kleinen Gemeinde und ihrem Umgang mit der ständigen Existenzbedrohung. Einige hoffen auf Rettung durch die Regierung, andere warten auf die Hilfe Gottes – doch während der 80-minütigen Dokumentation wird schnell klar: Die Einwohner müssen sich selbst helfen. Ihre Häuser werden regelmäßig an andere Standorte gebaut, die weiter von der Küste entfernt sind. Doch auch das wird sie nicht lange vor dem unabwendbaren Schicksal bewahren: Früher oder später müssen sie die Insel verlassen und auf das Festland umsiedeln.
Die Einwohner wollen ihre Heimat nicht verlieren
Tragisch ist das vor allem für die älteren Inselbewohner, die gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, die Strapazen einer solchen Umsiedlung zu überstehen, oder weil sie zu sehr an ihre Heimat und die Rituale der polynesischen Gemeinde gebunden sind.
Trauriger Höhepunkt des Films ist eine Flutwelle, die viele Häuser und die einzige Schule auf Takuu zerstört. Bücher, Möbel, persönliche Gegenstände – das Wasser reißt alles mit sich. „This is the end of us“, hört man den Lehrer sagen.
Die Schuld liegt bei uns
Doch wer ist schuld? Zwei Ingenieure reisen nach Takuu, um den Einwohnern zu erklären, warum der Meeresspiegel steigt. Latent ist dem Zuschauer die ganze Zeit bewusst: Die westliche Zivilisation hat es zu verschulden, dass diese Menschen ihre Heimat verlieren. Durch Treibhausgase, die jeden Tag verursacht werden. Durch die Autos, die wir fahren, durch die Verbrennungsvorgänge aus unseren Kraftwerken, durch unsere Einstellung der Umwelt gegenüber.
Der Film berührt und regt zum Nachdenken an
Der Film berührt gerade durch das Fehlen eines Sprechers. Die Menschen erzählen von ihren Eindrücken und Erlebnissen – ohne dabei mit dem Finger auf jemandem zu zeigen. Ihnen geht es um ihre Heimat.
There Once Was an Island“ ist sehenswert. Man lernt eine Kultur kennen, von der man vorher vielleicht noch nie etwas gehört hat. Die ständige Spannung zwischen wunderschönen Landschaften und dem teils bedrohlich wirkenden Meer, das jedoch gleichzeitig die Lebensgrundlage für die Bewohner von Takuu ist, erzeugt Melancholie und Nachdenklichkeit.
Berührend, einfühlsam und mahnend
Wer eine Dokumentation sehen möchte, in der aufgezeigt wird, wen unser rücksichtsloser Umgang mit unserem Heimatplaneten jetzt schon stark betrifft, der ist bei „There Once Was an Island“ genau richtig. Der Film wird im englischen Original gezeigt und deutsch eingesprochen.
Wer sich den Trailer anschauen, oder Tipps erhalten möchte, wie er den Menschen auf Takuu konkret helfen kann, dem empfehlen wir die Homepage zum Film. Denn zu recht schließt der Film mit den Worten eines Einheimischen: „If you lose something small in the world, you lose a lot.“
Der Film ist am 16.04.2011 um 20.45 Uhr im Schauburg Lichtspiel & Kunsttheater in Dortmund zu sehen.
Julika Röhrich
Quelle: Die Homepage zur Dokumentation http://www.thereoncewasanisland.com/
Der Beitrag wurde am Dienstag, den 12. April 2011 um 00:01 Uhr veröffentlicht und wurde unter Filme, WAS TUN? abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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