Schönes aus Afrika – Ariane Astrid Atodji und ihr Film „Koundi et le jeudi national“
Der einzige afrikanische Filmbeitrag, der auf dem IFFF gezeigt wird, stammt aus Kamerun. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm über das Dorf Koundi, das mit seinen 1200 Einwohnern zu den größten Dörfern in Ost-Kamerun zählt. Mit ihrem ersten langen Film landete die ebenfalls aus Kamerun stammende Regisseurin Ariane Astrid Atodji einen großen Erfolg. Das sahen auch die Juroren internationaler Filmfestivals so und zeichneten den Film mit dem „Special jury prize“ aus. Beim IFFF ist sie persönlich zu Gast. Wir sprechen mit ihr über sie und ihren Film.
Ursprünglich wollte die junge Regisseurin in Koundi einen eher politischen Kurzfilm darüber drehen, wie große Firmen illegal die Wälder abholzen. Nach der ersten Sichtung ihres Drehortes war sie so positiv von dem Leben in diesem Dorf berührt, dass sie ihren ursprünglichen Plan verwarf und stattdessen beschloss, einen Dokumentarfilm über dieses Dorf zu drehen. Obwohl sie selbst in Kamerun lebt, ist ihr so viel Solidarität, Gemeinsinn und Freundlichkeit noch nie zuvor begegnet. Mit leuchtenden Augen erzählt sie davon, wie gut organisiert das Dorf ist, dass alle dort mithelfen, nach Lösungen suchen, etwas bewegen und verändern wollen. Sie gestalten aktiv ihre Zukunft und fügen sich nicht einfach ihrem Schicksal.
Drei Wochen dauerten die Dreharbeiten. Drei Wochen, in denen Astrid ein Teil dieser Gemeinschaft war. Die Dreharbeiten waren nicht immer einfach, berichtet sie. Manche Männer im Dorf waren es nicht gewohnt, sich einer Frau unterzuordnen. Es kam immer wieder zu Konfrontationen, aber am Ende war sie immer der Boss. Noch nie mochte sie es, von jemandem abhängig zu sein und schon immer wollte sie etwas bewegen. Ihre Geschichte klingt wie ein modernes Märchen.
Ariane Astrid Atodji wurde 1980 in Nguelemendouga geboren und wuchs in Kamerun in bescheidenen Verhältnissen auf. Sie nahm an verschiedenen Film-Workshops des Goethe-Instituts in Kamerun teil und studierte an der LN International Filmschool in Yaoundé. In einem afrikanischen Film-Wettbewerb zählte sie zu den 15 Ausgewählten, und das Goethe-Institut in Kamerun half ihr finanziell bei der Umsetzung ihres Films. Es folgten Reisen zu Filmfestivals nach Deutschland, Frankreich und Dubai.
Als Kind wurde sie oft von ihrem Vater gefragt, was sie später machen wolle. Die Antwort lautete: Reisen, die Welt sehen. Für die junge Regisseurin geht gerade ein Traum in Erfüllung. „It feels like heaven falling down on me“, sagt sie. Sie wollte ein anderes Bild von Afrika zeigen, ein Afrika jenseits von Armut, Krieg und Trostlosigkeit. Mit ihrem Dokumentarfilm ist ihr genau das gelungen.
Adam Zapert
Der Beitrag wurde am Samstag, den 16. April 2011 um 22:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter Filme, Porträts abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.
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