Ruth Bieri, ein Stummfilm und wie man ihn musikalisch begleitet
Montag, den 18. April 2011
Ruth Bieri, Komponistin und Pianistin aus Zürich, war am vergangenen Samstag für das Frauenfilmfestival im sweetSixteen in Dortmund und begleitete den Stummfilm „The Patsy“ auf dem Klavier. Wie ist Ruth Bieri zum Stummfilm gekommen, was ist für sie das Besondere an der improvisierten Stummfilmbegleitung – und wie begegnen sich Ruth Bieri und Patsy, die verliebte [...]
„Look, Stranger“ – Arielle Javitch im Interview
Samstag, den 16. April 2011
Ein verlassenes Land, vom Krieg gebeutelt. Eine vertriebene Frau auf dem Weg nach Hause. Überall Tyrannei und Gewalt. Doch die Bilder von „Look, Stranger“ zeigen noch weit mehr als das. Regisseurin Arielle Javitch schuf mit diesem Film ein psychologisches Portrait einer Frau, die auf der Suche nach ihrem spirituellen Zuhause durch Licht und Schatten geht.
Schönes aus Afrika – Ariane Astrid Atodji und ihr Film „Koundi et le jeudi national“
Samstag, den 16. April 2011
Der einzige afrikanische Filmbeitrag, der auf dem IFFF gezeigt wird, stammt aus Kamerun. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm über das Dorf Koundi, das mit seinen 1200 Einwohnern zu den größten Dörfern in Ost-Kamerun zählt. Mit ihrem ersten langen Film landete die ebenfalls aus Kamerun stammende Regisseurin Ariane Astrid Atodji einen großen Erfolg. Das sahen auch [...]
Pink Saris: Ein Film, der das Leiden indischer Frauen offenlegt
Samstag, den 16. April 2011
Am Mittwochabend war im Kinosaal des Dortmunder U der Dokumentarfilm „Pink Saris“ von Kim Longinotto zu sehen. Darin zeigt Longinotto in 96 Minuten Filmlänge, welchen Zwängen und Problemen die Frauen Indiens nach wie vor ausgesetzt sind. Im Mittelpunkt steht Sampat Pal Devi, eine bemerkenswert mutige Frau, die es geschafft hat, sich aus den Stricken der [...]
„Ole“ – Vom Leben nach dem Selbstmord
Freitag, den 15. April 2011
Die Dokumentation der Regisseurin Hanne Klaas könnte thematisch betrachtet persönlicher kaum sein: Der Film handelt vom Selbstmord ihres Bruder Ole vor fast 20 Jahren. Dass man als Familienmitglied zuerst überhaupt nicht damit umgehen kann, ist klar. Doch der entscheidende Schritt, den Vorfall nicht nur für sich alleine zu verarbeiten, sondern auch die anderen anzusprechen, die [...]
Zur Bedeutung von Queer-Filmen: Natascha Frankenberg im Interview
Freitag, den 15. April 2011
Natascha Frankenberg, Mitarbeiterin und Kuratorin beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln, äußert sich zum heutigen Stellenwert von Queer-Filmen und gibt Aufschluss über deren gesellschaftliche Wirkung. Unser Bezugspunkt: Die Vorführung der Dokumentation „Word Is Out: Stories Of Some Of Our Lives“ (wir berichteten), dessen Produktion mittlerweile mehr als 30 Jahre zurückliegt.
Lo spazio biancho – Eine Alternative zu traditionellen italienischen Werten
Freitag, den 15. April 2011
Nominiert für den mit 25.000 € dotierten Internationalen Spielfilmpreis ging Francesca Comencini gestern Abend mit “Lo Spazio Biancho” (The White Space) ins Rennen. Der Film handelt von der Lehrerin und Singlefrau Maria (Margherita Buy), die das 40. Lebensjahr überschritten hat. Ausgiebige Disconächte, One-Night-Stands sowie ein oft nachdenklich wirkender Gesichtsausdruck deuten auf eine innere Leere dieser Frau [...]
The Age of Stupid – Dumm ist der, der Dummes tut
Freitag, den 15. April 2011
In ihrem mehrfach ausgezeichneten Werk stellt die britische Regisseurin Franny Armstrong unverblümt unsere Unfähigkeit zur Schau, unseren Lebensraum zu erhalten. „Warum tun wir nichts?“, fragt uns der Untertitel in gefühlt panischem Timbre. Die Antwort, man ahnt es schon: Profitgier und an Genialität grenzender Selbstbetrug via Ausblendung unbestreitbarer Fakten.
Manchmal reichen auch zwei Minuten – Birgitt Wagner über Animationsfilm
Freitag, den 15. April 2011
Am heutigen Freitag läuft das Kurzfilmprogramm von „Tricky Women“ (20 Uhr im sweetSixteen). Birgitt Wagner, eine der Leiterinnen des Animationsfilmfestivals aus Wien, ist in Dortmund zu Gast und stellt ein internationales Programm mit elf Filmen vor. Im Interview erläutert Birgitt Wagner die Hintergründe von „Tricky Women“ und die Möglichkeiten des Animationsfilms.
„Je criais contre la vie. Ou pour elle“ – Kurzfilme auf dem IFFF
Freitag, den 15. April 2011
Kurzfilme sind kleine Kunstwerke, die häufig eine besonders ausdrucksvolle Bildsprache haben und ein hohes Maß an Ästhetik, wie man sie aus hochwertigen Musikvideos kennt. Ein gutes Beispiel dafür liefert die studierte Grafik-Designerin Vergine Keaton mit ihrem Kurzfilm-Debut „Je criais contre la vie. Ou pour elle“.
Familie Sonnemann – eingebettet in die Natur
Freitag, den 15. April 2011
Ein Beitrag zum Festival-Motto „Was tun“ aus der Reihe „Wer sich nicht wehrt“, ein Beispiel für die Sehnsucht nach Alternativen zum Leben zwischen Konsum und Kapitalismus in Deutschland: Familie Sonnemann lebt ihren Traum von einem unabhängigen Leben im Einklang mit der Natur. Der Film von Ulrike Bartels zeigt eine Familie, die mehr als nur alternativ [...]
Impressionen: Schüler schauen “Der Indianer” im sweetSixteen
Donnerstag, den 14. April 2011
Für die siebte Klasse der Gesamtschule Gartenstadt ist es der erste Besuch eines Filmfestivals. Sie haben den Saal für sich alleine und schauen den niederländischen Film “De Indiaan” (Der Indianer) von Ineke Houtman, der von einer Mitarbeiterin live auf Deutsch eingesprochen wird. Der Film thematisiert eine ungewöhnliche Familienkonstellation
Fernab von DSDS und Mainstream – das Schulfilmprogramm beim IFFF
Donnerstag, den 14. April 2011
Kinder und Jugendliche sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und die Zukunft von morgen. Umso wichtiger ist es, sie in die gesellschaftliche Diskussion mit einzubinden. Die Möglichkeit dazu erhalten Kids auf dem IFFF im Rahmen des Schulfilmprogramms wo sie mit Themen konfrontiert werden, die dem eigenen Alltag oft fremd sind.
„I guess you are having your own Hotel Paradise“ – Sophia Tzavella im Interview
Donnerstag, den 14. April 2011
Sophia Tzavella is author and director of the film „Hotel Rai“. The award-winning documentary depicts Gypsy life in a run-down tower block in Bulgaria. Shortly after film the film was shot, the building was torn down. „It is a pity that sometimes the authors have to replace the politicians“, Sophia Tzavella writes when we ask her for an interview [...]
Wenn Töten zur Verzweiflungstat wird – „The Lie Of The Land“
Donnerstag, den 14. April 2011
Ursprünglich als Dokumentation über die kürzlich verbotene Fuchsjagd in Großbritannien geplant, entwickelt sich „The Lie Of The Land“ von Regisseurin Molly Dineen aus dem Jahr 2007 schnell zu einer Odyssee durch die raue Wirklichkeit britischer Bauernhöfe. Von der Regierung im Stich gelassen, kämpfen die Bauern um ihr eigenes Überleben – und gehen dabei über Leichen.
Entspannt Filme gucken im Videocafé
Mittwoch, den 13. April 2011
Nicht immer hat man zu allen Terminen des Festivalprogramms Zeit, sich auf den Weg zum jeweiligen Kino zu machen. Das naheliegende Videocafé stellt daher eine gute Alternative dar, sich den gewünschten Film in aller Ruhe und unabhängig von den Festivalzeiten anzuschauen. Ebenso kann man hier die Wartezeit zwischen zwei Filmen sinnvoll überbrücken. Die Lounge des [...]
Beeindruckender Eröffnungsfilm des Festivals: „También la lluvia“
Mittwoch, den 13. April 2011
Gestern Abend lief im Dortmunder Cinestar erstmals der Eröffnungsfilm „También la lluvia“. In dem Drama inszeniert die spanische Regisseurin Icíar Bollaín den Aufstand einer bolivianischen Stadt gegen die Privatisierung der Wasserversorgung. Der Film handelt vom leicht naiven Filmemacher Sebastian, der in Bolivien einen Film über Christoph Kolumbus drehen will. Die Zuschauer verfolgen seine Dreharbeiten und [...]
Warum tun wir nichts? – Zur Filmreihe „Age of Stupid“
Mittwoch, den 13. April 2011
„Age of Stupid“– provokativ, einfach und fast plakativ ist der Titel eines Films, den das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln zeigt. Er steht für eine ganze Reihe von Filmen, die sich kritisch mit dem Zeitalter befassen, in dem wir leben. Ein Thema, das gerade nach den Ereignissen der letzten Wochen und Monate besonders aktuell erscheint, aber eigentlich nie [...]
„Manchmal möchte man fliegen“ – Leben zwischen Platte und Planerfüllung
Mittwoch, den 13. April 2011
Die „Platte“ – einst Symbol sozialistischer Städtebau-Utopie, nach der Wende vielfach von ihren Bewohnern verlassen, inzwischen für manche begehrtes Ostalgie-Wohnkultobjekt. Der 1980 entstandene Dokumentarfilm „Manchmal möchte man fliegen“ von Gitta Nickel, einer der renommiertesten Dokumentaristinnen der DDR, begleitet eine Brigade ein Jahr lang beim Aufbau einer gigantischen Plattenbau-Siedlung in Berlin-Marzahn. Entstanden ist ein Portrait von [...]
„A Road not Taken“ – Vom Scheitern einer Energiewende
Dienstag, den 12. April 2011
Mal ganz ehrlich: Hätten Sie gewusst, welcher Regierungschef schon 1979 Sonnenkollektoren auf seinem Amtssitz installieren ließ? Es war Jimmy Carter, damals seit kurzer Zeit Herr im Weißen Haus. Der Dokumentarfilm „A Road not Taken“ von Christina Hemauer und Roman Keller zeichnet seinen Versuch einer Energiewende in den USA nach. Und zeigt das Scheitern dieses Versuchs, [...]
„Le Tigre: On Tour“ – Erschreckend normaler Alltag
Dienstag, den 12. April 2011
Wer eine Hochglanz-Doku in Musikvideo-Ästhetik erwartet, wird enttäuscht sein – der Film „Le Tigre: On Tour“ zeigt den erschreckend normalen Alltag der Riot Grrrl Band auf Tour. Ungeschminkte Menschen statt glamouröser Rockstars, gewöhnliche Gespräche statt tiefschürfender Diskussionen, belangloses Witzeln statt großem Entertainment: Musiker – und Musikerinnen – sind eben auch nur Menschen.
If you lose something small in the world, you lose a lot – „There Once Was an Island“
Dienstag, den 12. April 2011
Palmen, Strand und rund um die Insel Takuu das offene Meer. Ein Paradies im Südwest- Pazifik vor der Küste Papua-Neuguineas. Vor allem für ihre knapp 600 Einwohner, die fernab von Luftverschmutzung und Atomkraft seit Generationen auf der kleinen Insel leben. Sie ernähren sich von selbstangebautem Getreide und selbstgefangem Fisch. Doch ihr Leben in der Heimat ist [...]
„The Art of Being Human“: Einmal Burn-out, bitte!
Montag, den 11. April 2011
Life happens to you. Das Leben geschieht, das Individuum reagiert. Doch was, wenn das Leben zu krass geschieht? Manche Menschen halten an solchen Stellen des Lebens an, steigen kurz aus. Es gibt Pflichten, die zu erfüllen das Leben abverlangt, die aber überfordern. Zu erkennen, dass diese Pflichten auch kritisch hinterfragt werden können, kann befreiend sein [...]
Ein gescheitertes Vorzeigeprojekt: “Hotel Rai”
Sonntag, den 10. April 2011
Sinti und Roma, eine der größten Minderheiten in unserer Gesellschaft, sehen sich seit Jahrhunderten mit Verfolgung und Hass konfrontiert, da sie in kein in westlichen Gesellschaften geläufiges Modell passen wollen. „Kulturelle Inkompatibilität“ nennt Bastian Pütter dieses Phänomen, das sich auch in der Dortmunder Nordstadt als zunehmendes Problem erweist. Bastian Pütter ist Mitarbeiter des Dortmunder Obdachlosenmagazin [...]
„9 Leben“: Ein Film über neun Obdachlose und etliche falsche Klischees
Freitag, den 8. April 2011
Der Dokumentarfilm „9 Leben“ von Maria Speth stellt neun junge Frauen und Männer vor, die in Berlin auf der Straße leben oder gelebt haben. Die jungen Leute gewähren Einblicke in ihre Vergangenheit, schildern traumatische Erlebnisse aus der Kindheit und erzählen, was das Leben ohne feste Behausung ausmacht – und sie erzählen, warum ihnen gerade das [...]
Frauen vor Stadtlandschaft – Zur IFFF-Filmreihe „Urbane Landschaften“
Mittwoch, den 6. April 2011
Häusermeere, Straßenschluchten, Betonwüsten – Begriffe wie diese stehen für die Unwirtlichkeit vieler Städte und spiegeln zugleich den Wunsch, eine Synthese von Stadt und Natur zu verwirklichen. Auf vielfältige Weise versuchen Menschen, eine neue Qualität öffentlichen Raums herzustellen, ihr Wohn- und Lebensumfeld zu bewahren und zu gestalten: vom Guerilla-Gardening bis hin zum Widerstand gegen die Räumung [...]
Ein Klassiker des schwul-lesbischen Films: “Word Is Out”
Montag, den 4. April 2011
Anfang der 70er Jahre erwachte die Homosexuellenbewegung zum Leben und begann, für mehr Gleichberechtigung und Akzeptanz zu kämpfen. So wollte auch die Mariposa Film Group unter der Leitung von Peter Adair mehr Verständnis für Homosexuelle wecken und produzierte innerhalb von fünf Jahren das, was 1977 schließlich unter dem Titel “Word Is Out: Stories of Some [...]
Kampf um Konventionen – “Act of Dishonour”
Samstag, den 2. April 2011
Seit ihrer Geburt darf Mena das Haus nicht verlassen. Sie beobachtet die Außenwelt durch ein Loch in der Mauer, die das kleine Grundstück in ihrem Dorf im Norden Afghanistans umgibt. Die einzigen Personen in ihrem Leben sind ihre beiden Brüder und ihr Vater – bis sie sich mit der gebürtigen Afghanin Mejgan anfreundet, die mit [...]
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