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	<title>Weblog zum Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund&#124;Köln</title>
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	<description>12. – 17. April 2011 in Dortmund</description>
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		<title>Was tun? &#8211; Die Gewinnerinnen des IFFF beglückwünschen!</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 19:50:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.roehrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Sonntag, 17.April, erreichte das diesjährige Internationale Frauenfilmfestival in Dortmund mit der Preisverleihung seinen Höhepunkt – und somit auch sein Ende. Im Kinosaal des Dortmunder U herrschte eine gelassene und zugleich erwartungsvolle Stimmung. Unter den Gästen befanden sich neben Presse und Mitwirkenden auch einige der Frauen, die uns die Filme beschert haben, die es in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1780" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/19/was-tun-die-gewinnerinnen-des-ifff-begluckwunschen/img_4253/"><img class="alignleft size-medium wp-image-1780" title="IMG_4253" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/IMG_4253-200x135.jpg" alt="Maren Kroymann mit den Bloggern" width="200" height="135" /></a>Am Sonntag, 17.April, erreichte das diesjährige Internationale Frauenfilmfestival in Dortmund mit der Preisverleihung seinen Höhepunkt – und somit auch sein Ende. Im Kinosaal des Dortmunder U herrschte eine gelassene und zugleich erwartungsvolle Stimmung. Unter den Gästen befanden sich neben Presse und Mitwirkenden auch einige der Frauen, die uns die Filme beschert haben, die es in der Festivalwoche auf den Leinwänden zu sehen gab. Einige teils bewegende Reden, unzählige Fotos und glückliche Frauengesichter später ging es zur Aftershow-Party. Nicht nur das Festival, auch unser Blog (auf dem Foto drei Bloggerinnen mit der Jury-Vorsitzenden Maren Kroymann) macht nun erstmal Pause.<span id="more-1775"></span>Bürgermeisterin Birgit Jörder bedankte sich zu Beginn des Festivals bei den Organisatoren des Festivals, der Jury und den Teilnehmerinnen. „Das Festival hat für die Stadt Dortmund eine wichtige kulturelle Bedeutung und ich freue mich schon auf das nächste Jahr.“</p>
<p><strong>Die Preisträgerinnen</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-1801" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/19/was-tun-die-gewinnerinnen-des-ifff-begluckwunschen/img_4268/"></a><a rel="attachment wp-att-1806" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/19/was-tun-die-gewinnerinnen-des-ifff-begluckwunschen/preistrager/"><img class="alignleft size-medium wp-image-1806" title="Preisträger" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Preisträger-200x120.jpg" alt="Preisträger und Jury auf der Bühne" width="200" height="120" /></a>Die wohl bewegendste Rede des Abends hörten wir von Helga Reidemeister. Sie wurde mit dem ersten Dortmunder Dokumentarfilmpreis für ihr Lebenswerk als Dokumentarfilmregisseurin ausgezeichnet. Mit dem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, die von der Sparkasse Dortmund gestiftet wurden, will sie schon bald nach Afghanistan reisen, um ihr nächstes Filmprojekt zu realisieren. Nach vielen Danksagungen an ihre Helfer kam Reidemeister auf ihre Studierenden zu sprechen, die durch den sich wandelnden Zeitgeist in der Medienlandschaft immer mehr in ihrer künstlerischen Freiheit eingeschränkt werden. „Das macht mich traurig und wütend“, sagte die 71-Jährige unter Tränen.</p>
<p>Im Nationalen Wettbewerb für Bildgestaltung durften sich zwei Talente über einen Preis für ihre Leistungen freuen. Mit jeweils 2.500 Euro wurden Eva Maschke wurde für ihren Dokumentarfilm „Frauenzimmer“ und Hanne Klaas für ihren Dokumentarfilm „Ole“ honoriert. Die Wahl der Gewinnerinnen erfolgte durch die Jury, die sich in diesem Jahr aus den Bildgestalterinnen Sophie Maintigneux, Daniela Knapp und Stephanie Hardt zusammensetzte.</p>
<p>Den Internationalen Spielfilmpreis für Regisseurinnen erhielt die Griechin Athina Rachel Tsangari für ihren Film „Attenberg“. Der Film behandelt die Problematik des Erwachsen-Werdens einer jungen Frau, die dabei ist, ihre Sexualität zu erkunden, und gleichzeitig ihren krebskranken Vater in den Tod begleitet. Die Jurymitglieder Maren Kroymann und Melissa Silverstein übergaben den Preis, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Begründet wurde die Wahl der Preisträgerin unter anderem damit, dass es Tsangari in ihrem Film gelingt, konventionelle Erzählformen des Films und Stilmittel aus anderen Kunstformen wie Tanz, Performance, Tier-Improvisation und Popmusik miteinander verschmelzen zu lassen.</p>
<p>Ariane Astrid Atodji, die Gewinnerin des Publikumspreises für ihren Film „Koundi et le jeudi national“ saß zur Zeit der Gewinner- Bekanntgabe bereits im Flieger nach Kamerun. „Ich habe vor wenigen Tagen ein Interview mit ihr geführt. Ich bin sehr sicher, dass sich diese engagierte Frau riesig freuen wird“, sagt Adam Zapert, ebenfalls angehender Online-Redakteur an der FH Köln.</p>
<p><strong>Ein gelungener Abschluss</strong></p>
<p>Nach der etwa zweistündigen Preisübergabe wurde über den Dächern Dortmunds weitergefeiert. Im Festsaal des Dortmunder U genossen die Festival-Teilnehmerinnen, -Organisatorinnen und -Gewinnerinnen ein großes Buffet, Getränke und Musik. Alles in allem war es ein entspannter Abend mit einigen Gesichtern, die man nun nicht mehr vergessen wird. Mit Reden, die einen berührt und vielleicht sogar zum Nachdenken bewegt haben. Es war eine Woche voller Frauenpower. Eine Woche mit etlichen guten Filmen und eine Woche, die wir so auch im nächsten Jahr wieder erleben wollen.</p>
<p><strong>Die Sicht der Blogger</strong></p>
<p>Denn das sechstägige Festival war auch für uns Blogger eine lehrreiche Erfahrung. Viele von uns erfuhren zum ersten Mal, wie der Alltag einer Online-Redaktion aussehen kann. Unter den Umständen eines Filmfestivals war hier natürlich noch mehr Schnelligkeit gerfordert, da rund um die Uhr neue Filme liefen – in unterschiedlichen Kinos. „Für mich war das eine sehr gute Erfahrung und ich finde es schon schade, dass das Festival so schnell vorbei war. Ich werde versuchen, auch im nächsten Jahr teilzunehmen“, sagt die angehende Online- Redakteurin Nadine Esch.</p>
<p><strong>Wir sagen Danke!</strong></p>
<p>Abschließend möchten wir uns bei den immer freundlichen Organisatorinnen des IFFF, den netten und hilfsbereiten Kolleginnen aus dem Pressebüro sowie natürlich unserer engagierten Dozentin Prof. Dr. Petra Werner bedanken.</p>
<p><em>Vivian Schareina und Julika Röhrich</em></p>
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		<title>„Everyone should see, that there are so many great women directors“ &#8211; An Interview with Melissa Silverstein</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 19:08:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>a.zapert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Melissa Silverstein is not only the loudest voice about women in the U.S. pop culture and movie industry, but beyond that. She was featured on CNN and BBC and her blog „Women and Hollywood“  was named „Best Hollywood Blog“ by totalfim.com. With her blog she created a stage for important women issues with a huge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1863" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/19/%e2%80%9eeveryone-should-see-that-there-are-so-many-great-women-directors%e2%80%9c-an-interview-with-melissa-silverstein/melissa_silverstein1/"><img class="alignleft size-full wp-image-1863" title="melissa_silverstein1" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/melissa_silverstein11.jpg" alt="" width="200" height="191" /></a>Melissa Silverstein is not only the loudest voice about women in the U.S. pop culture and movie industry, but beyond that. She was featured on CNN and BBC and her blog „Women and Hollywood“  was named „Best Hollywood Blog“ by totalfim.com. With her blog she created a stage for important women issues with a huge resonance.</p>
<p>She was jury member at this years‘ IFFF, the International Women‘s Film Festival in Dortmund, Germany. Melissa came directly from New York to join the festival. She was very excited because it has been her first time in Germany ever. In the interview she speaks about the festival, the reformation of feminism and how to create voices for women.<span id="more-1829"></span></p>
<p><strong>What for do we need a women‘s movie festival?</strong></p>
<p><strong></strong>It‘s important to have a festival with a focus on movies made by women. We know that women make good movies. A part of the problem is that they are smaller. So we need to figure out a way to raise their profile and thats what those festivals do. In this years line-up of Cannes Film Festival only four films are directed by women</p>
<p><strong>Your blog „Women and Hollywood“ is a big voice for women in the movie industry. How was this this idea born? Why „Women and Hollywood“?</strong></p>
<p>I was always interested in the popular culture, in Hollywood and movies. Than I realized I could write about women and feminism and bring a different perspective to the conversation about women. „Hollywood“ is such a big thing and an easy term for people to get. So it‘s a very good title. There are still a lot of disadvantages for women in Hollywood. 23 % of the producers are women, 10 % of the movies are written, less then 7 % of the films are directed by women, and only 2 % of the directors of cinematography are women. So there is still a lot to do.</p>
<p><strong>In the political world the situation slowly changes. In some countries women are in leadership positions. How important are they?</strong></p>
<p>It‘s important to show that women can do it. What we need is to have more examples. I wish more of the people would have more of a progressive idea about how women should be treated in the cultures. We will have different kind of women out there, progressive or conservative. Getting more of the women in leadership positions makes the people not just talk about the girl in the room and the conversation about the gender disappears. I want to talk about the agenda and not the gender. Angela Merkel is a bit too conservative for my taste.</p>
<p><strong>Today the traditional feminism seems a bit too conservative. </strong><strong>Do we have to fight in the same way </strong><strong>like </strong><strong>in </strong><strong>the 70‘s?</strong></p>
<p>No, it‘s good that the feminism changes. Why should woman today fight in the same way like others did ages ago? Things should change and develop. I am very happy about the progress and the dialog we have today.</p>
<p><strong>What are the main issues in feminism today?</strong></p>
<p>Same work for same money, more women in leadership positions and reproductive freedom. I wish that in the conversation about the last one we would have come much more farther.</p>
<p><strong>Another controversial topic is the wearing of a headscarf by muslim women in public places. Should we put a ban on it?</strong></p>
<p><strong></strong>People have their own religious believes, but I think women never should wear a headscarf. To ban it can‘t be a good solution to solve the problem. If that‘s what these women really want, we won‘t change anything with a law. One cannot help anyone, if someone doesn‘t want to.</p>
<p><strong>Can anyone help men to emancipate? Because that‘s what it‘s about as well.</strong></p>
<p>No, men have to do it on their own. Women have come quite far. What men have to do, is to change their old behavioral roles. What we need is equality. The problem is, that although in America both – women and men – are working, the women still do the work at home on their own. Men can decide not to work 60 hours a week or stay with their kids at home.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>What is your personal aim with your work?</strong></p>
<p>It changes all the time based on what is going on in the world and how the blog is resonating. I see my blog as a jumping off point to other conversations. So what I want to achieve with all the projects that I do, like the Athena Film Festival and my blog, is using the blog to create a conversation. Taking all the interviews of women directors and to put them out there in one place, so that people can see, there are so many great women directors. So it‘s about creating voices for women.</p>
<p><em>Adam Zapert</em></p>
<p>Links:</p>
<p><a href="http://blogs.indiewire.com/womenandhollywood/" target="_blank">„Women and Hollywood“</a></p>
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		<title>Ruth Bieri, ein Stummfilm und wie man ihn musikalisch begleitet</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 17:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jp.orth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Ruth Bieri, Komponistin und Pianistin aus Zürich, war am vergangenen Samstag für das Frauenfilmfestival im sweetSixteen in Dortmund und begleitete den Stummfilm „The Patsy“ auf dem Klavier. Wie ist Ruth Bieri zum Stummfilm gekommen, was ist für sie das Besondere an der improvisierten Stummfilmbegleitung – und wie begegnen sich Ruth Bieri und Patsy, die verliebte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1758" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/18/ruth-bieri-ein-stummfilm-und-wie-man-ihn-musikalisch-begleitet/ruth_klein/"><img class="alignleft size-full wp-image-1758" title="ruth_klein" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/ruth_klein.jpg" alt="" width="200" height="179" /></a>Ruth Bieri, Komponistin und Pianistin aus Zürich, war am vergangenen Samstag für das Frauenfilmfestival im sweetSixteen in Dortmund und begleitete den Stummfilm „The Patsy“ auf dem Klavier. Wie ist Ruth Bieri zum Stummfilm gekommen, was ist für sie das Besondere an der improvisierten Stummfilmbegleitung – und wie begegnen sich Ruth Bieri und Patsy, die verliebte junge Frau?</p>
<p><span id="more-1608"></span></p>
<p>Im Raum sind ungefähr 120 Sitzplätze eingerichtet. Vorne eine Leinwand, seitlich davon ein roter und ein blauer Scheinwerfer, die ein buntes „X“ auf die Projektionsfläche werfen. Die hochgelegene Decke des Raumes erinnert an die eines Gewächshauses. Zwischen den Stühlen der ersten Reihe und der Leinwand befindet sich bis auf ein Klavier nur freier Raum. Jetzt soll die Vorführung beginnen. Ruth Bieri steht von ihrem Stuhl in der ersten Reihe auf und setzt sich an das ungefähr zwei Meter entfernt stehende Klavier. Die beiden bunten Scheinwerfer erlöschen, und über den Zuschauern wird die Verbindung zum Himmel durch automatische Rollläden gekappt. Im Halbdunkel sitzt Ruth Bieri, die rechte Hand auf dem Knie, die linke auf der Klaviatur, und fixiert die Leinwand.</p>
<p>Heute spielt sie zu King Vidors „The Patsy“, einem Stummfilm von 1928 mit Marion Davies in der Hauptrolle. Dabei geht es um das Mädchen Patsy, das in den jungen Mann Tony verliebt ist. Der hat jedoch nur Augen für Patsys Schwester. Mit dem typischen Stummfilm-Charme wird erzählt, wie Patsy alles in ihrer Macht stehende versucht, Tony für sich zu gewinnen. Der Film fängt an, und Ton und Bild begegnen sich das erste Mal. Je mehr Energie die Bildern übermitteln, desto kraftvoller und turbulenter wird die musikalische Untermalung. So flitzen Ruth Bieris Finger ebenso schnell über die Tasten wie eine gestresste Patsy, die sich für ein auswärtiges Abendessen schickmacht – nur geschickter.</p>
<p>Ruth Bieri ist eine Komponistin und Pianistin aus Zürich. Sie spielt Klavier, seitdem sie zehn Jahre alt ist. Nach ihrem Abitur hat sie klassische Musik studiert. Bereits 1982 spielte sie in der schweizer Band „The Notfalls“. Stummfilme begleitet sie seit dem Ende der achtziger Jahre. „Das war &#8217;89, glaube ich. Da ist jemand auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich das machen will. Da war es aber noch mit Vorlage eines Grundthemas.“ Aha, „vollständig“ improvisiert, so wie heute, wurde also noch nicht. Und außerdem, eineinhalb Stunden am Stück zu improvisieren, muss ganz schön schwierig sein. Wie schafft man das? „Meistens habe ich den Blick auf dem Film. Ich schaue auch, dass ich nicht zu schwere Sachen spiele. Ich versuche auf einem Niveau zu spielen, auf dem ich mich sicher fühle, sodass ich nicht zu oft nach unten schauen muss.“ Dabei hat man, je erfahrener man ist, auch ein gewisses Grundrepertoire, aber Ruth Bieri spielt auch Sachen, die sie noch nie vorher gespielt hat. „Wichtig ist auch, ob man eher die konservatien Akkorde spielt, oder eher flächig. Da kann man sich nicht mitten im Film umentscheiden.“ Das merkt man auch beim Zuhören – und Zuschauen. Ob Ruth Bieri einen Streit instrumentell mit nur wenigen, leisen Tönen kommentiert, oder während eines Streits stürmisch in die Tasten haut, sie fällt nie aus dem musikalischen Grundthema heraus, das sie zum Filmbeginn gewählt hat. Und was ist das Besondere am Improvisieren? Ruth Bieri sagt: „Ich hatte während meines Studiums noch keinen Ton ohne Noten gespielt.“ Doch es drängte sie danach. „Für mich bedeutet Improvisieren die direkteste Form von Musik. Das Unmittelbare.“</p>
<p>Ruth Bieri arbeitet zurzeit an zwei Bandprojekten: „Sistars“ und „roses on the roof“. Sie leitet Workshops, komponiert Musik zu Filmen und unterrichtet Klavier. Beim Frauenfilmfestival ist sie dieses Jahr keineswegs das erste Mal, sie gilt eher schon als Stammgast. Und das bleibt hoffentlich auch so!</p>
<p>Zur Homepage von Ruth Bieri: <a title="Ruth Bieri" href="http://www.ruthbieri.ch" target="_blank">www.ruthbieri.ch</a></p>
<p><em>Philipp Orth</em></p>
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		<title>Video: Oase mit Kreide, Wolle und Blumenerde</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 07:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival-Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Inside Festival]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Labor für sensorische Annehmlichkeiten – kurz LABSA – hat gemeinsam mit Festivalgästen und dem Dortmunder Laufpublikum zu Kreide, Wolle und Blumenerde gegriffen, um die Kampstraße zu einem lebenswerteren Ort zu machen. Am vergangenen Freitag und Samstag entstand dort die „Oase in Beton“. Laura Niebling war mit der Kamera dabei und hat Impressionen eingefangen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1743" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/18/video-oase-mit-kreide-wolle-und-blumenerde/bildschirmfoto-2011-04-18-um-09-48-34/"><img class="alignleft size-full wp-image-1743" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Bildschirmfoto-2011-04-18-um-09.48.34.png" alt="" width="200" height="112" /></a>Das Labor für sensorische Annehmlichkeiten – kurz LABSA – hat gemeinsam mit Festivalgästen und dem Dortmunder Laufpublikum zu Kreide, Wolle und Blumenerde gegriffen, um die Kampstraße zu einem lebenswerteren Ort zu machen. Am vergangenen Freitag und Samstag entstand dort die „Oase in Beton“. Laura Niebling war mit der Kamera dabei und hat Impressionen eingefangen und Stimmen der MacherInnen und Mit-MacherInnen eingeholt.</p>
<p><span id="more-1742"></span></p>
<p>Hier ist das Video:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="450" height="283" src="http://www.youtube.com/embed/-xvngcufqOg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><em>Laura Niebling</em></p>
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		<item>
		<title>Melissa Silverstein: „Jeder soll sehen, dass es so viele gute Regisseurinnen gibt“</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 00:23:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>a.zapert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Melissa Silverstein ist nicht nur die Stimme Amerikas zum Thema Frauen in der Popkultur und der Filmindustrie, sondern auch weit darüber hinaus. Mit ihrem Blog Women and Hollywood hat sie eine feministische Kommunikations-Plattform mit großer Resonanz geschaffen. Beim diesjährigen IFFF in Dortmund ist sie als Jurorin zu Gast.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1681" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/18/jeder-soll-sehen-dass-es-so-viele-gute-regisseurinnen-gibt-interview-mit-melissa-silverstein/melissa_silverstein-2/"><img class="alignleft size-full wp-image-1681" title="Melissa Silverstein" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/melissa_silverstein1.jpg" alt="Melissa Silverstein" width="200" height="191" /></a>Melissa Silverstein ist nicht nur die Stimme Amerikas zum Thema Frauen in der Popkultur und der Filmindustrie, sondern auch weit darüber hinaus. Mit ihrem Blog <a href="http://womenandhollywood.com/" target="_blank">Women and Hollywood</a> hat sie eine feministische Kommunikations-Plattform mit großer Resonanz geschaffen. Beim diesjährigen IFFF in Dortmund ist sie als Jurorin zu Gast. Im Interview spricht sie über Frauen an der Macht, die Reformbedürftigkeit des Feminismus und die fehlende Emanzipation von Männern.<span id="more-1593"></span></p>
<p>Direkt aus New York ist sie gekommen, um beim diesjährigen IFFF dabei sein zu können. Das findet Melissa Silverstein gleich doppelt aufregend, denn es handelt sich um ihren ersten Deutschland-Aufenthalt überhaupt.</p>
<p><strong>Wofür brauchen wir heute ein Frauenfilmfestival?</strong></p>
<p><strong> </strong>Es ist wichtig ein Festival zu haben, welches seinen Schwerpunkt auf Regisseurinnen legt, weil diese sich dort austauschen und über ihre Beiträge sprechen können. Wir wissen, dass Frauen gute Filme machen und wollen eine breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen. Im diesjährigen Line-Up der Filmfestspiele von Cannes z.B., sind von 19 Filmen nur 4 von Regisseurinnen gemacht. Mit diesen Festivals wollen wir das ändern.</p>
<p><strong>Ihr Blog &#8220;Women And Hollywood&#8221; ist ein wichtiges Sprachrohr für Frauen im Film. Wie entstand die Idee? Warum &#8220;Frauen in Hollywood&#8221;?</strong></p>
<p>Ich habe mich schon immer für die Popkultur, Hollywood und Filme interessiert. Dann fing ich an über Feminismus zu schreiben und konnte mit dem Thema Frauen in Hollywood eine neue Perspektive eröffnen. Der Begriff &#8220;Hollywood&#8221; ist sehr umfassend und einprägsam. Es ist deshalb ein guter Titel, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen. In Hollywood sind Frauen in entscheidenden Positionen immer noch eine Minderheit, in allen Bereichen: Regisseurinnen machen nur einen Anteil von 7 % aus, 10 % der Drehbuchautoren und 23 % der Produzenten sind Frauen und nur 2 % sind Kamerafrauen.</p>
<p><strong>In der Politik ändert sich langsam die Lage. Zur Zeit werden einige Länder von Frauen regiert. Wie wichtig sind Frauen an der Macht?</strong></p>
<p>Es ist insofern wichtig, als dass es aufzeigt, dass Frauen genauso gut in führenden Positionen sind wie Männer. Unabhängig davon, ob sie konservativ oder liberal sind. Jede Frau ist anders. Wenn mehr Frauen an der Macht sind, werden sie nicht mehr zu Exoten und man hört auf sich zu sehr mit dem Geschlecht zu beschäftigen.</p>
<p>Ich möchte, dass es um die Inhalte geht, nicht um das Geschlecht, &#8220;Agenda not Gender&#8221;, und propagiere ein fortschrittliches, differenziertes Denken jenseits von Klischees. Angela Merkel ist für meinen Geschmack ein wenig zu konservativ.</p>
<p><strong>Heute erscheint auch der &#8220;traditionelle Feminismus&#8221; etwas zu konservativ. Muss man immer noch mit den gleichen Mitteln kämpfen wie in den 70ern?</strong></p>
<p>Nein, ich finde es gut, dass sich der Feminismus verändert. Warum sollten junge Frauen heute genau so kämpfen wie die älteren es früher taten. Dinge sollten sich entwickeln, verändern. Wir denken anders als in den 70ern. Ich bin sehr froh über den Fortschritt und den differenzierten Dialog, den wir heute führen.</p>
<p><strong>Für welche Themen kämpft der Feminismus heute?</strong></p>
<p>Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, mehr Frauen in Führungspositionen und sexuelle Selbstbestimmung der Frau, also z.B. das Recht auf legale Abtreibung und Schwangerschaftsverhütung. Bei diesem Thema würde ich mir wünschen, dass wir weiter wären, weil sich dort bisher zu wenig verändert hat.</p>
<p><strong>Ein anderes kontroverses Thema ist das Kopftuchtragen bei muslimischen Frauen. Per Gesetz verbieten oder nicht?</strong></p>
<p>Menschen haben nun mal unterschiedliche religiöse Ansichten, aber ich denke, dass eine Frau nie ein Kopftuch tragen sollte. Es kann allerdings auch keine wirkliche Lösung des Problems sein, das Tragen eines Kopftuchs zu verbieten. Wenn es wirklich das ist, was diese Frauen wollen, ändern wir nichts damit. Man kann niemandem helfen, der es nicht selber will.</p>
<p><strong>Auch Männern nicht sich zu emanzipieren? Denn darum geht es auch.</strong></p>
<p>Nein, das müssen Männer selbst tun. Frauen haben es weit gebracht. Was Männer tun müssen, ist sich von alten Mustern der Rollenverteilung zu trennen. Was wir alle brauchen ist Gleichberechtigung. Das Problem ist z.B., dass obwohl oft Männer und Frauen bereits beide arbeiten, Frauen immer noch zusätzlich den Haushalt alleine machen. Männer sollten auch bereit sein mit ihren Kindern zuhause zu bleiben, ohne Angst zu haben dafür als Schwächlinge abgestempelt zu werden.</p>
<p><strong>Was möchten Sie persönlich mit Ihrer Arbeit erreichen?</strong></p>
<p>Mein Ziel ändert sich ständig, abhängig von aktuellen Ereignissen auf der Welt, und von der Resonanz auf meinen Blog. Der Blog ist eine Möglichkeit von Austausch und Kommunikation und kann Diskussionen anregen. Ich habe dort z.B. Interviews mit weiblichen Regisseurinnen veröffentlicht. Jeder soll sehen können, dass es so viele gute Regisseurinnen gibt.</p>
<p><em>Adam Zapert</em></p>
<p>Weitere Infos zu Melissa Silverstein auf unserem Blog: <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/17/die-alptraum-fabrik-melissa-silverstein-im-vortrag/" target="_blank"><em>Die Alptraum-Fabrik: Melissa Silverstein im Vortrag</em></a></p>
<p><strong>Info:</strong><br />
<a href="http://womenandhollywood.com/" target="_blank">womenandhollywood.com</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/18/jeder-soll-sehen-dass-es-so-viele-gute-regisseurinnen-gibt-interview-mit-melissa-silverstein/feed/</wfw:commentRss>
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		<title>Die Alptraum-Fabrik: Melissa Silverstein im Vortrag</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 16:33:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inside Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Festival ist in vielen Belangen wie eine Messe oder Convention. Während es die Massen zu Vorführungen, Workshops und Podiumsdiskussionen zieht, diskutieren die Profis hinter den Kulissen über das Business. So lud in diesem Jahr unter anderem das Jury-Mitglied Melissa Silverstein, unter dem Co-Hosting der „Women in Film and Television“-Organisation, zu einem Vortrag und anschließender Diskussion. Das Thema dabei, wie sollte es anders sein, Frauen und Film.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1719" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/17/die-alptraum-fabrik-melissa-silverstein-im-vortrag/image_toolkit-php-6/"><img class="alignleft size-full wp-image-1719" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/image_toolkit.php_5.jpeg" alt="" width="200" height="111" /></a>Ein Festival ist in vielen Belangen wie eine Messe oder Convention. Während es die Massen zu Vorführungen, Workshops und Podiumsdiskussionen zieht, diskutieren die Profis hinter den Kulissen über das Business. So lud in diesem Jahr unter anderem Jury-Mitglied Melissa Silverstein, unter dem Co-Hosting der „Women in Film and Television“-Organisation, zu einem Vortrag und anschließender Diskussion. Das Thema dabei, wie sollte es anders sein, Frauen und Film. Außerdem stand sie in einem Video-Interview Rede und Antwort zu ihrer Arbeit als Bloggerin.</p>
<p><span id="more-1587"></span></p>
<p>Bereits zu Beginn des Vortrags macht Silverstein klar: sie ist „pissed off“. Ihr Blog ist ihr Sprachrohr und einzigartig in der Filmbranche, sie schreibt erfolgreich über Hollywood aus einer feministischen „Outsider“-Perspektive. Denn sie ist keine Filmschaffende. Sie hat lange Jahre Erfahrung als Aktivistin und politische und soziale Expertin für Frauenthemen. Zwar setzte sie in der Vergangenheit ihr Wissen auch in der Filmbranche ein (unter anderem für die Marketingkampagne des Films „The Hours“; außerdem initiierte sie das Athena-Festival), aber seit dem Erfolg ihres Blogs übt sie vor allem die öffentliche, journalistische Manöverkritik von links. „Wenn nicht jemand böse auf dich ist, machst du etwas falsch“, sagt sie.</p>
<p>Mit ihrem Blog hat sie ein neues Medium für ein Problem gefunden, mit dem sie sich schon ihr ganzes Leben beschäftigt. Aus Erfahrungsberichten, Rezensionen und Statistiken weiß sie: Sexismus wird in Hollywood totgeschwiegen, und „Du fühlst ihn nicht, bis er dich betrifft“. Seit 1988 arbeiten in wichtigen Positionen auch Frauen, auch wenn Silverstein die prinzipiell gute Nachricht mit einem lakonischen „alle allerdings ziemlich weiß“ relativiert. Viele sind es allerdings nicht und das hat einen einfachen Grund. „Früher machten die Studios Filme, heute machen sie Geld“, sagt sie. Und dieser Ökonomie fällt jede Gleichberechtigung zum Opfer. Der unabhängigen MPAA (Moving Picture Association of America) steht ein Mann vor, der von Filmen nichts versteht. Im Übrigen beschäftigt sich die Vereinigung nur noch mit dem Problem der Piraterie. Die Diskriminierung, so Silverstein, hört nur da auf, wo Frauen in Chefpositionen sind und das ist nur in einem der sechs großen Hollywood-Studios der Fall. Prinzipiell, sagt sie, gibt es drei Probleme, die alle mit einem sehr männlichen Blick auf das Business zusammenhängen.</p>
<p><em>Problem Eins: Frauen können bei Filmen mit großem Budget nicht Regie führen</em></p>
<p>Eigentlich liegt der Diskriminierung eine klare Kausalität zu Grunde: Frauen sind erheblich toleranter. Sie verpflichten gleichberechtigt Männer und Frauen für anstehende Produktionen. Es gibt nur eben zu wenige in Führungspositionen. So hat sich im männergemachten Hollywood die &#8220;Keine-Blockbusterprojekte-für-Frauen-Regel&#8221; etabliert und die Statistiken zeigen: sie ist fast unumstößlich. Aber nicht nur Regie führen sollten Frauen scheinbar nicht. Im Schnitt sind in den letzten Jahren unter 10 Prozent der Regisseure weiblich gewesen, weit unter 15 Prozent schrieben Drehbücher, (immerhin) bis zu 25 Prozent waren als Produzentinnen tätig und im kaum fühlbaren Bereich unterhalb der 5 Prozent-Grenze bewegte sich der Anteil der Licht- und Kamerafrauen.</p>
<p><em>Problem Zwei: Frauen gehen nicht ins Kino</em></p>
<p>Auch im Bezug auf das Anschauen von Filmen sind Frauen erheblich toleranter: sie sehen viele Filme, die die Filmbranche für Männer konzipiert. Und die Filmbranche konzipiert überwiegend Filme für Männer. Warum? Die Antwort klingt fast wie ein Scherz: nach Ansicht der Filmindustrie gehen Frauen nicht ins Kino und sind deshalb kein Markt. Statistiken über weibliche Zuschauerquoten beweisen das Gegenteil, die Annahme steht außerdem der gängigen Marktvorstellung konträr gegenüber, dass Frauen 85% der Kaufentscheidungen treffen. Es ist keine Polemik, wenn man anmerkt, dass beides seit Jahrzehnten gekonnt ignoriert wird. Erst seit dem Erfolg von „Sex &amp; the City“ und den „Twilight“-Filmen beginnt diese in Stein gemeißelte Vorstellung etwas aufzuweichen. Noch nicht ganz verdaut ist die Erkenntnis, dass für Männer konzipierte Filme ohne das (statistische mindestens zur Hälfte) weibliche Publikum nicht funktionieren, während für Frauen konzipierte Filme wie „Sex &amp; the City“ auch ohne nennenswerten Männeranteil im Publikum zu Kassenschlagern werden.</p>
<p><em>Problem Drei: Geschichten über Frauen sind weniger interessant</em></p>
<p>Frauen können sich offensichtlich in Männer hineinversetzen, Männer in Frauen nicht. Selbst wenn unter den erfolgreichsten Filmen des Jahres 2010 drei Filme mit Protagonistinnen platziert sind – darunter sogar Platz zwei für „Alice in Wonderland“, sind erfolgreiche Filme über Frauen „flukes“, also Glückstreffer. Diese Annahme lässt sich banal herleiten: Da (nun ja erwiesenermaßen!) keine Frauen ins Kino gehen und angenommen wird, dass Männer keine Filme über Frauen sehen möchten, müssen die Erfolge des „flukes“ in der Hollywood-Logik auf reinem Zufall basieren. Immerhin hier ist den deprimierenden Erkenntnissen aber eine Grenze gesetzt. Die Diskussion im Anschluss an den Vortrag macht deutlich, dass es in dieser Frage doch spürbare landesspezifische Unterschiede gibt. Außerdem gibt es eine Einschränkung: „you add more action, you get more men“ – ob Geschichten über Frauen erfolgreich sind, ist heute also auch eine Genrefrage.</p>
<p>Im Anschluss an den Vortrag stand Melissa Silverstein uns für ein kurzes Video-Interview (in Englisch) zur Verfügung, in dem sie ihre Arbeit und die wichtigsten Probleme in Hollywood beschreibt. Außerdem erzählt sie, was sie vom Filmfestival hält und warum sie Dortmund mag:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="450" height="283" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/6FRC2ttz2ZE?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="450" height="283" src="http://www.youtube.com/v/6FRC2ttz2ZE?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><em>Laura Niebling</em></p>
<p><strong>Info: </strong><br />
<a href="http://womenandhollywood.com/" target="_blank">womenandhollywood.com</a><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>„Look, Stranger“ – Arielle Javitch im Interview</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Apr 2011 22:46:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>a.willinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein verlassenes Land, vom Krieg gebeutelt. Eine vertriebene Frau auf dem Weg nach Hause. Überall Tyrannei und Gewalt. Doch die Bilder von „Look, Stranger“ zeigen noch weit mehr als das. Regisseurin Arielle Javitch schuf mit diesem Film ein psychologisches Portrait einer Frau, die auf der Suche nach ihrem spirituellen Zuhause durch Licht und Schatten geht.

Ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1543" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/16/%e2%80%9elook-stranger%e2%80%9c-regisseurin-im-interview/bild2_gross-2/"><img class="alignleft size-full wp-image-1543" title="bild2_gross" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/bild2_gross1.jpg" alt="Szene aus &quot;Look, Stranger&quot;" width="200" height="132" /></a>Ein verlassenes Land, vom Krieg gebeutelt. Eine vertriebene Frau auf dem Weg nach Hause. Überall Tyrannei und Gewalt. Doch die Bilder von „Look, Stranger“ zeigen noch weit mehr als das. Regisseurin Arielle Javitch schuf mit diesem Film ein psychologisches Portrait einer Frau, die auf der Suche nach ihrem spirituellen Zuhause durch Licht und Schatten geht.</p>
<p><span id="more-1541"></span></p>
<p>Ihre Reise beginnt im Auto. Regen, Nebel, verschwommene Sicht, graue Rauchfahnen. Aber als der Führer der für uns namenlosen Frau aus dem Auto gezerrt und getötet wird, verliert sie vollends die Orientierung. Es folgt eine wilde Flucht querfeldein. Auch das Mädchen, mit dem sie anfangs reist, verliert sie auf mysteriöse Weise. In einem Flüchtlingslager trifft sie dann auf einen jungen Mann, der sich auf einen Handel mit ihr einlässt und sie von nun an begleitet.</p>
<p>Der Aufruf zum Hinsehen, im Filmtitel implementiert, ist durchweg Thema. Gesprochen wird kaum – zu fragil ist die Beziehung der beiden. Sie tragen nicht nur greifbares Gepäck mit sich, auch der Krieg hat ihnen eine zusätzliche Last aufgebürdet. In ihren Blicken und Gesten schwingt immer etwas mit, das man nicht fassen kann. Vereinzelt wirken die zwei Reisenden ausgelassen und fröhlich, etwa wenn sie auf einem alten Fahrrad ein Stück Weg fahren, oder der Mann der Frau einen bunten Rock schenkt. Aber das Band zwischen ihnen bleibt lose. Auch die Stärke der Frau bricht an einigen Stellen auf und zeigt ihre Verletzlichkeit, die sie ansonsten mit ihrer Willenskraft, nachhause zu kommen, überspielt.</p>
<p>Gegen Ende erscheint das Mädchen aus den Anfangsszenen wieder. Das kurze Gespräch mit der Frau zeigt aber, dass das Mädchen nicht real existiert.  Dann erreicht die Frau ihr Ziel: ihr Zuhause. Der Mann verschwindet. Am Ende nur die Frage: „Who&#8217;s there?“</p>
<p><strong>How much do you see yourself in the women?</strong></p>
<p>I see a good deal of myself in the woman. In writing the film, I tried to imagine how I would respond in her circumstances and I built the character from there. I wanted her behavior to feel personal and specific, brave but not heroic in any classical sense. She is also Anamaria&#8217;s creation, as good actors bring tremendous depth to characters from their own artistry and experience, so I see Anamaria in the woman as well as myself.</p>
<p><strong>The film is about not giving up, about a woman that forces herself<br />
not to give up. Where is the necessity of being guided by a man? Does „not  giving up“</strong><strong> include „accepting help“</strong><strong>?</strong></p>
<p>In creating this story, I didn&#8217;t think so much about the woman needing to be guided by a man. In fact, it would have been very interesting if Tom&#8217;s character was a woman! I&#8217;m more interested in the idea of both of them being outsiders and characters who are forced to carry things as they journey. I&#8217;m also interested in the idea that in the world of the film, even characters who long to connect are ultimately unable to, because the fabric for human connection has been destroyed by war. Last but not least, I&#8217;m interested in the idea of three souls in transit, the woman, the man, and the child, moving towards darkness and light, in search of a spiritual home. In this last respect, gender is irrelevant.</p>
<p><strong>You describe the child as „real child being remembered, a ghost, a<br />
spiritual witness, or the woman&#8217;s alter ego“</strong><strong>. I thought this was a<br />
great idea, but it wasn&#8217;t clear to me until the end. So: why skipping that part in the middle of the film?</strong></p>
<p>I wanted the child to be an ambiguous presence throughout the film and I intentionally left her role open for interpretation. She seems very real in beginning, less real in the middle, and least real in the end. The manner in which the woman loses her in the town is strange and surreal, and I wanted this to be the first indication that all is not as it appears. Throughout the film, I wanted to create a sense of ambiguity of when things are real, when they are in the woman&#8217;s mind, either as memory, perception or projection. The child is the clearest example of this, but the entire film can be read as a map of the woman&#8217;s subconscious.</p>
<p><strong>The destination of the women&#8217;s journey is her home, where, in the<br />
end, nobody awaits her. Is this (where hope is fulfilled) the first point, where she realizes the damages in her existence? Or: Is unfulfilled hope better, because it covers the wounds?</strong></p>
<p>This is a great question and a difficult one to answer! With this film, I wanted to ask a searching question about the existence of a god or a divine plan or redemption, and I felt the only honest answer to this question was „I don&#8217;t know.“ The woman&#8217;s journey ends, not with closure or redemption, but with a question: „Who&#8217;s there?“ For me, this suggests that the search for a spiritual home never ends, and that there is no conclusive answer to whether we are alone in this world or not. I did not want to make the journey seem hopeless so much as infinite, with home as a perpetual goal instead of a material destination. [...] I wanted the characters to move towards light and then have the light interrupted by darkness, and to be mired in darkness that is suddenly illuminated by light. Schematically, I structured the film like a figure eight more than an incline. This play of darkness and light is how I interpret the mystical journey and it also reflects how real life most often feels to me.<br />
<strong><br />
Do you think „Look, Stranger“</strong><strong> is a typical women&#8217;s film? Emotional, tragic, but also calm and soft?</strong></p>
<p>I&#8217;m not sure if the film is typically female, but I think there are several things about it that you don&#8217;t often find in films made by men, such as a strong female character countered by a soft, vulnerable male character. The sexual violence of the film&#8217;s world is implied throughout but never shown explicitly on the screen. The one act of traditional heroism, when the woman trades the bag with the soldier for the man&#8217;s life, is shown in a very matter-of-fact, anticlimactic fashion, which to me is a typically female approach to heroic acts.</p>
<p><em>Annika Willinger</em></p>
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		<title>Schönes aus Afrika – Ariane Astrid Atodji und ihr Film „Koundi et le jeudi national“</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Apr 2011 21:56:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>a.zapert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Der einzige afrikanische Filmbeitrag, der auf dem IFFF gezeigt wird, stammt aus Kamerun. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm über das Dorf Koundi, das mit seinen 1200 Einwohnern zu den größten Dörfern in Ost-Kamerun zählt. Mit ihrem ersten langen Film landete die ebenfalls aus Kamerun stammende Regisseurin Ariane Astrid Atodji einen großen Erfolg. Das sahen auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1540" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/16/schones-aus-afrika-%e2%80%93-ariane-astrid-atodji-und-ihr-film-%e2%80%9ekoundi-le-jeundi-national%e2%80%9c/image_toolkit-php-5/"><img class="alignleft size-full wp-image-1540" title="„Koundi le jeundi national“" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/image_toolkit.php_4.jpeg" alt="" width="200" height="112" /></a>Der einzige afrikanische Filmbeitrag, der auf dem IFFF gezeigt wird, stammt aus Kamerun. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm über das Dorf Koundi, das mit seinen 1200 Einwohnern zu den größten Dörfern in Ost-Kamerun zählt. Mit ihrem ersten langen Film landete die ebenfalls aus Kamerun stammende Regisseurin Ariane Astrid Atodji einen großen Erfolg. Das sahen auch die Juroren internationaler Filmfestivals so und zeichneten den Film mit dem „Special jury prize“ aus. Beim IFFF ist sie persönlich zu Gast. Wir sprechen mit ihr über sie und ihren Film.<span id="more-1539"></span></p>
<p>Ursprünglich wollte die junge Regisseurin in Koundi einen eher politischen Kurzfilm darüber drehen, wie große Firmen illegal die Wälder abholzen. Nach der ersten Sichtung ihres Drehortes war sie so positiv von dem Leben in diesem Dorf berührt, dass sie ihren ursprünglichen Plan verwarf und stattdessen beschloss, einen Dokumentarfilm über dieses Dorf zu drehen. Obwohl sie selbst in Kamerun lebt, ist ihr so viel Solidarität, Gemeinsinn und Freundlichkeit noch nie zuvor begegnet. Mit leuchtenden Augen erzählt sie davon, wie gut organisiert das Dorf ist, dass alle dort mithelfen, nach Lösungen suchen, etwas bewegen und verändern wollen. Sie gestalten aktiv ihre Zukunft und fügen sich nicht einfach ihrem Schicksal.</p>
<p>Drei Wochen dauerten die Dreharbeiten. Drei Wochen, in denen Astrid ein Teil dieser Gemeinschaft war. Die Dreharbeiten waren nicht immer einfach, berichtet sie. Manche Männer im Dorf waren es nicht gewohnt, sich einer Frau unterzuordnen. Es kam immer wieder zu Konfrontationen, aber am Ende war sie immer der Boss. Noch nie mochte sie es, von jemandem abhängig zu sein und schon immer wollte sie etwas bewegen. Ihre Geschichte klingt wie ein modernes Märchen.</p>
<p>Ariane Astrid Atodji wurde 1980 in Nguelemendouga geboren und wuchs in Kamerun in bescheidenen Verhältnissen auf. Sie nahm an verschiedenen Film-Workshops des Goethe-Instituts in Kamerun teil und studierte an der LN International Filmschool in Yaoundé.  In einem afrikanischen Film-Wettbewerb zählte sie zu den 15 Ausgewählten, und das Goethe-Institut in Kamerun half ihr finanziell bei der Umsetzung ihres Films. Es folgten Reisen zu Filmfestivals nach Deutschland, Frankreich und Dubai.</p>
<p>Als Kind wurde sie oft von ihrem Vater gefragt, was sie später machen wolle. Die Antwort lautete: Reisen, die Welt sehen. Für die junge Regisseurin geht gerade ein Traum in Erfüllung. „It feels like heaven falling down on me“, sagt sie. Sie wollte ein anderes Bild von Afrika zeigen, ein Afrika jenseits von  Armut, Krieg und Trostlosigkeit. Mit ihrem Dokumentarfilm ist ihr genau  das gelungen.</p>
<p><em>Adam Zapert</em></p>
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		<item>
		<title>Pink Saris: Ein Film, der das Leiden indischer Frauen offenlegt</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Apr 2011 17:55:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>v.schareina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Mittwochabend war im Kinosaal des Dortmunder U der Dokumentarfilm „Pink Saris“ von Kim Longinotto zu sehen. Darin zeigt Longinotto in 96 Minuten Filmlänge, welchen Zwängen und Problemen die Frauen Indiens nach wie vor ausgesetzt sind. Im Mittelpunkt steht Sampat Pal Devi, eine bemerkenswert mutige Frau, die es geschafft hat, sich aus den Stricken der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1521" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/16/pink-saris-ein-film-der-das-leiden-indischer-frauen-offenlegt/pink_saris_03-jpg_cmyk/"><img class="alignleft size-medium wp-image-1521" title="PINK_SARIS_03.jpg_cmyk" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/PINK_SARIS_03.jpg_cmyk-200x133.jpg" alt="Junges indisches Mädchen" width="200" height="133" /></a>Am Mittwochabend war im Kinosaal des Dortmunder U der Dokumentarfilm „Pink Saris“ von Kim Longinotto zu sehen. Darin zeigt Longinotto in 96 Minuten Filmlänge, welchen Zwängen und Problemen die Frauen Indiens nach wie vor ausgesetzt sind. Im Mittelpunkt steht Sampat Pal Devi, eine bemerkenswert mutige Frau, die es geschafft hat, sich aus den Stricken der sie knechtenden Männerwelt zu befreien und nun in eigener Mission anderen Frauen helfen will.<span id="more-1516"></span></p>
<p>Die 14-jährige Rekha ist im dritten Monat schwanger und darf den Mann, den sie liebt, nicht heiraten, weil er einer anderen Kaste angehört. So nennt man in Indien und auch Ländern wie Bali, Sri Lanka und Nepal die gesellschaftlichen Gruppen, die sich durch verschiedene Merkmale wie Beruf oder Heirat auszeichnen. Die junge Rekha gehört zu den „Unberührbaren“, der sozial schwächsten Gruppe im Kastensystem, während der junge Vater ihres Kindes einer höheren Kaste angehört. Das Mädchen wendet sich hilfesuchend an Sampat Pal – von ihrem Mut und ihrer Stärke haben bereits viele Menschen im nordindischen Bundesstaat Uttah Pradesh gehört. Sampat bringt das eingeschüchterte Mädchen dazu, sich zu öffnen. Sie ist der Meinung, dass eine Heirat aus Liebe „etwas Gutes“ ist und möchte, dass Rehka sich zur Wehr setzt.</p>
<p>Mit ihren kraftvollen Worten, die Sampat ohne Scheu in den Mund nimmt, will sie ihrer Wut auf die Männer Ausdruck verleihen. Sie hat ein Ziel vor Augen: Sie will etwas bewegen und dazu beitragen, die Rechte der Frauen zu stärken. Die Frauen und Mädchen, die zu ihr flüchten, werden daheim gedemütigt, geschlagen, vergewaltigt oder zwangsverheiratet. Sampat selbst kennt die Gefühle und Ängste der Frauen nur zu gut. Sie selbst wurde in jungen Jahren in eine Ehe gedrängt, erlebte viel Leid und Unterdrückung. Mit einer großen Portion Mut und Selbstbewusstsein erkämpfte sie sich viel Respekt und hat in ihrer Gegend so viel Sagen wie die hiesige Polizei. Das bringt sie auch gerne zum Ausdruck, wenn sie die Männer aufsucht, um sie mit ihren Missetaten zu konfrontieren.</p>
<p>Im Film sagt Sampat, Frauen in Indien hätten nur ihre Tränen, um sich den Männern so mitzuteilen, wie sie sich wirklich fühlen. Tränen zeigt Longinotto einige Male vor der Kamera. Die junge Renu weint, weil sie keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht. Sie ist so verzweifelt, dass sie droht sich umzubringen, wenn sie ihre große Liebe nicht heiraten kann. Der junge Mann, um den es geht, hat es allerdings nicht leicht. Er stammt aus einer anderen Kaste, in der eine Heirat mit Renu die Konsequenz für den Jungen hätte, von der Familie verstoßen zu werden. Das Mädchen muss sich entscheiden. Sie sieht keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen. Da entschließt sich Sampat dazu, sie in ihre „Pink Gang“ aufzunehmen. Die Pink Gang ist eine Gruppe von Frauen, die keine Lust mehr auf die Schikanen ihrer Männer haben. Sie alle tragen knallpinke Saris – daher der Name.</p>
<p>So endet der Film völlig offen, weil es nur ein winzigkleines Stück ist, das Sampat mit ihrem Mut bewegen kann. Die junge Renu jedoch kann nun endlich wieder lächeln, da sie von nun an bei Sampat lebt und dort das bekommt, was ihr nie zuteil wurde: Liebe und Geborgenheit. Sampat Pal ist eine Rarität in der indischen Welt, in der sich die Mehrheit der Frauen für zu schwach hält, um das Wort gegen die Männer zu erheben, die sie quälen. Kim Longinotto bewegt die Zuschauer mit der knallharten Wahrheit und mit einem ganz außergewöhnlichen Fall von Zivilcourage, wie man sie selten erlebt.</p>
<p><em>Vivian Schareina</em></p>
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		<title>Was tun? Stricken!</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 21:51:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>a.willinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Für all diejenigen Festivalbesucherinnen und -besucher, die die Weitläufigkeit der Frage WAS TUN erschreckt, hält das Mobile Festivallabor eine sehr praktische Lösung parat: Stricken. Eingenistet zwischen Häusern und Parkplätzen ist in der Kampstraße 47 eine temporäre Oase entstanden, die im öffentlichen Raum zum Mitmachen einlädt.

Vite Wortmann, Kulturmanagerin in Deutschland und Litauen, schlüpft in die Rolle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1446" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/was-tun-stricken/strick1/"><img class="alignleft size-full wp-image-1446" title="strick1" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/strick1.jpg" alt="Strickende Menschen" width="200" height="150" /></a>Für all diejenigen Festivalbesucherinnen und -besucher, die die Weitläufigkeit der Frage WAS TUN erschreckt, hält das Mobile Festivallabor eine sehr praktische Lösung parat: Stricken. Eingenistet zwischen Häusern und Parkplätzen ist in der Kampstraße 47 eine temporäre Oase entstanden, die im öffentlichen Raum zum Mitmachen einlädt.</p>
<p><span id="more-1445"></span></p>
<p>Vite Wortmann, Kulturmanagerin in Deutschland und Litauen, schlüpft in die Rolle der Stricklehrerin. Ich bekomme orangene Wolle und Stricknadeln in die Hand gedrückt, eine ausführliche Einführung, und nach gefühlten 30 Minuten hab ich das Prinzip verstanden. Warum stricken? Vite erklärt: „Im Winter wollte ich abends etwas Sinnvolleres machen als am Computer zu sitzen. Ich wollte dann ein Buch lesen, aber wenn ich richtig müde bin, weiß ich nicht, auf welcher Sprache ich lesen will. Deutsch ist manchmal anstrengend, da muss ich mich wieder ein bisschen konzentrieren, und litauische Bücher hatte ich keine vorrätig gehabt, die ich gerade lesen wollte. Da bin ich in eine Buchhandlung gegangen und hab Wolle und Stricknadeln gekauft, wirklich ahnungslos. Ich hatte ja 20 Jahre nicht mehr gestrickt, und eigentlich hab ich das niemals freiwillig gemacht.“ Und dennoch fand sie Gefallen daran.</p>
<p>Ich nicke und lasse das Bild von etwa zehn strickenden Menschen auf mich wirken. Die grauen Betonplatten wurden mit bunten Orientteppichen bestückt, durch Blumen, Tische und Stühle fühlt man sich heimelig. Ich höre sphärische Musik, sehe zeichnende Menschen und irgendwie denke ich, dass die Zeit hier langsamer vergeht. „Normalerweise strickt man allein und in einem privaten Raum“, sagt Vite. „Auf die Straße zu gehen, auf öffentlichem Raum mit anderen Menschen zu stricken, finde ich sehr kommunikativ. In Dortmund fehlen mir oft solche verrückten Sachen. Solche Aktionen auf öffentlichem Raum, die nicht so konventionell sind. Ich dachte, da müsste man etwas tun. Passt ja auch zum Motto des Festivals.“</p>
<p>Die Strickperformance auf der Straße findet aber nicht nur der Kommunikation wegen statt. Vite erklärt weiter: „Ich finde es immer schade, wenn etwas hinter verschlossenen Türen stattfindet, wo nur Kunstliebhaber hingehen und dann macht man irgendwann Projekte für die eigenen Freunde.“ Um das zu umgehen, soll die Kunst raus auf die Straße, mitten unter die Menschen. Die interessanten Plätze in Dortmund sind zu versteckt, man sieht nur eine langweilige Einkaufsstadt ohne schöne Architektur. „Der erste Eindruck ist immer so erschlagend“, sagt Vite.</p>
<p>Ich betrachte mein schmales, orangefarbenes Band. Ein bisschen stolz bin ich schon, auch wenn noch niemand genau weiß, was letztendlich aus den Maschenwerken entstehen soll. „Wir geben nicht vor, was wir stricken. Wir unterhalten uns darüber und schauen während des Prozesses, was für Ideen wir entwickeln.“ Ein paar wurden schon gesammelt. Eine Parkuhr einstricken, die Klinke einer Kinotür, eine Überwachungskamera. Morgen soll dann entschieden werden, was das Resultat sein soll.</p>
<p>Weitergestrickt wird am Samstag ab 12 Uhr. Da heute schon Ressourcenknappheit herrschte, sollten Strickwütige Wolle und Nadeln mitbringen.</p>
<p>Das gesamte Programm der Oase in Beton kann man sich <a href="http://cb-tm.de/notiz/download.php?id=60378">hier</a> herunterladen.</p>
<p><em>Annika Willinger</em></p>
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		<title>„Ole“ – Vom Leben nach dem Selbstmord</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 21:09:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jp.orth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Dokumentation der Regisseurin Hanne Klaas könnte thematisch betrachtet persönlicher kaum sein: Der Film handelt vom Selbstmord ihres Bruder Ole vor fast 20 Jahren. Dass man als Familienmitglied zuerst überhaupt nicht damit umgehen kann, ist klar. Doch der entscheidende Schritt, den Vorfall nicht nur für sich alleine zu verarbeiten, sondern auch die anderen anzusprechen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1448" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/ole-%e2%80%93-vom-leben-nach-dem-selbstmord/ole2/"><img class="alignleft size-full wp-image-1448" title="ole2" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/ole2.jpg" alt="" width="200" height="112" /></a>Die Dokumentation der Regisseurin Hanne Klaas könnte thematisch betrachtet persönlicher kaum sein: Der Film handelt vom Selbstmord ihres Bruder Ole vor fast 20 Jahren. Dass man als Familienmitglied zuerst überhaupt nicht damit umgehen kann, ist klar. Doch der entscheidende Schritt, den Vorfall nicht nur für sich alleine zu verarbeiten, sondern auch die anderen anzusprechen, die damit zu kämpfen haben, bleibt aus. In der Familie der Regisseurin herrscht lange Zeit Schweigen über den Vorfall – und auch das Leben danach.</p>
<p><span id="more-1425"></span></p>
<p>Alles muss weiterlaufen wie bisher, man hat seinen Job als Versorger und muss sich um die Kinder kümmern oder will seinen Eltern nicht noch mehr zur Last fallen. Man bleibt stumm. So bleiben die Momente, in denen man untereinander Erinnerungen an den toten Bruder teilen kann, auf der Strecke. Hanna Klaas interviewt ihre Geschwister, ihre inzwischen geschiedenen Eltern und den neuen Ehemann ihrer Mutter. Diese berichten über ihre Versuche, auf eigene Weise damit fertigzuwerden, wenn man jemanden verliert, der einem so nahe stand.</p>
<p>Die schmerzliche Geschichte des Selbstmordes und der Versuch des Umgangs damit wird nochmals von allen in der Familie durchlebt – diesmal jedoch öffentlich. Der Film schafft durch die Gespräche und vorgetragene Gedichte und Kassettenaufnahmen von Ole das Bild eines Bruders und Sohnes, der einerseits lebenslustig ist, andererseits aber tiefe Zweifel an dem, was ihn umgibt, hat – und der die einzige Möglichkeit, frei zu sein, im Suizid sieht. Hier wird sehr nahegehend, weil persönlich, aufgeworfen, dass der Selbstmord einer nahestehenden Person immer etwas Negatives ist, aber nicht nur Negatives nach sich ziehen muss.</p>
<p><strong>„Ole“</strong> läuft am 16.04.2011 um 16:30 im <a title="Ole Ticket" href="http://www.reservix.de/reservation/plan_reservation.php?vID=7388&amp;eventGrpID=54087&amp;eventID=201004" target="_blank">Schauburg Lichtspiel &amp; Kunsttheater </a>in Dortmund.</p>
<p><em>Jan Philipp Orth</em></p>
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		<title>Zur Bedeutung von Queer-Filmen: Natascha Frankenberg im Interview</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 20:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>c.donath</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Inside Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Natascha Frankenberg, Mitarbeiterin und Kuratorin beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund &#124; Köln, äußert sich zum heutigen Stellenwert von Queer-Filmen und gibt Aufschluss über deren gesellschaftliche Wirkung. Unser Bezugspunkt: Die Vorführung der Dokumentation „Word Is Out: Stories Of Some Of Our Lives“ (wir berichteten), dessen Produktion mittlerweile mehr als 30 Jahre zurückliegt.

Was hat „Word Is Out“ an sich, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1507" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/zur-bedeutung-von-queer-filmen-natascha-frankenberg-im-interview/ohne-titel-4/"><img class="alignleft size-full wp-image-1507" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Ohne-Titel3.png" alt="" width="199" height="135" /></a>Natascha Frankenberg, Mitarbeiterin und Kuratorin beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln, äußert sich zum heutigen Stellenwert von Queer-Filmen und gibt Aufschluss über deren gesellschaftliche Wirkung. Unser Bezugspunkt: Die Vorführung der Dokumentation „Word Is Out: Stories Of Some Of Our Lives“ (<a title="wir berichteten" href="http://wp.me/p1ly6E-2Y">wir berichteten</a>), dessen Produktion mittlerweile mehr als 30 Jahre zurückliegt.</p>
<p><span id="more-1429"></span></p>
<p><strong>Was hat „Word Is Out“ an sich, dass Sie ausgerechnet diesen Film im Programm haben wollten?</strong></p>
<p>In Dortmund ist es ja so, dass wir nicht ausschließlich aktuelle Filme zeigen, sondern immer eine thematische Werkschau über mehrere Jahre. Deswegen ist „Word Is Out“, auch wenn er schon sehr alt ist, sehr wichtig für das Programm. Man hat zwar fast durchgängig sogenannte „talking heads“, aber die Menschen sind einfach gut ins Bild gesetzt. Vor Allem ist wichtig, was sie zu sagen haben, und es ist ein umfassendes Zeitdokument.</p>
<p>Die LGBT- und Queer-Geschichte ist nicht so umfassend nachgezeichnet, es gibt einfach zu wenig Filme im kollektiven Gedächtnis, die sie dokumentiert und lebendig hält. Es gibt auch kaum Archive, die sich auf Queer-Filme spezialisiert haben. Das „Outfest Legacy Project“ in Los Angeles, wo „Word Is Out“ ja herstammt, ist ein eben solches Archiv und sie haben den Film  jetzt restauriert. Es ist wichtig, dass es solche Institutionen gibt, die Partei für diese Filme ergreift und sie nicht dem Verfall überlässt.</p>
<p><strong>„Word Is Out“ hatte 2008 sein 30-jähriges Jubiläum. Würde man einen solchen Film ein zweites Mal drehen, würden Ihrer Meinung nach noch dieselben Probleme behandelt werden?</strong></p>
<p>Ich denke, natürlich hat sich die Situation, die für die USA im Film beschrieben wird, dort verändert. Trotzdem gibt es dort und natürlich überall auf der Welt weiterhin noch viele, auch unterschiedliche Kämpfe auszutragen.</p>
<p>Heute sind die Themen in Deutschland zum Beispiel Kinder, Adoptionsrechte und die Ehe, queere Aktivist_innen dagegen  kämpfen gleichzeitig darum, feste Kategorien und Zuschreibungen, auch über Geschlecht und Begehren, zu zerschlagen. die ja auch verletzend und ausschließend sind. Staatliche Institutionen wie die Ehe wird von Ihnen selbstverständlich abgelehnt. Wie wir in 20 Jahren von der heuten Situation erzählen werden, das finde ich spannend.</p>
<p>Was jetzt gerade im Moment auf Queer- und LGBT-Festivals auch über Filme in die Sichtbarkeit gerückt wird, ist das Thema Intersexualität. Es ist wichtig, zu zeigen, was für eine Gewalt Menschen immer noch angetan wird, wenn sie schon im Kindesalter einem der beiden Geschlechter zugeordnet werden, was nicht nur eine starke Einschränkung der Freiheit und der Persönlichkeitsentwicklung ist, sondern tatsächlich physische wie psychische Gewalt, die in Deutschland in Krankenhäusern geschieht.  Wenn man sich auf der Website des Vereins „<a href="http://www.intersexuelle-menschen.net/">Intersexuelle Menschen e.V.</a>“ bewegt, dann wird man auf sehr viel Ungerechtigkeit stoßen, die aufhören muss.</p>
<p><strong>Kommen Queer-Filme gut an bei den Festival-Besuchern?</strong></p>
<p>Ja, natürlich. Ich kann mir vorstellen, dass sich  beispielsweise Leute die Filme angucken, die die Geschichte der eigenen Bewegung zurückverfolgen wollen und für die das damit eine Art Film ist, in dem sie ein Stück davon finden. Für junge Lesben, junge Schwule oder einfach junge Menschen, die sich gegen jede Art von Kategorisierung wehren wollen, bieten die Filme eine Möglichkeit, sich selbst oder „role models“ wiederzufinden. Ich hoffe auch, wenn Leute einen Film wie &#8216;Word is Out&#8217; schauen, die sich so gar nicht für das Thema interessieren, dass die durch den Film die politische Relevanz sehen oder überhaupt sensibilisiert werden. Vielleicht tun sie es ab als etwas, das „mal gewesen“ ist, aber vielleicht finden sie auch eine Antenne für das Thema und nehmen es in ihren Erfahrungsschatz mit auf.</p>
<p><strong>Wieso gibt es dieses Jahr keine Sparte für Queer-Filme?</strong></p>
<p>Die Festivalstandorte in Köln und Dortmund sind jeweils unterschiedlich ausgerichtet. In Köln gibt es die aktuelle Werkschau und eben die Queer-Film-Reihe „begehrt!“ und in Dortmund nicht, was aber nicht heißt, dass es da gar keine Queer-Filme gibt. Sie sind in Dortmund einfach Teil des thematischen Programms. Es ist gut, dass das Festival die Form so unterschiedlich mit den beiden Standorten behalten und gewählt hat. 2012 wird es in Köln dann wieder die eigene Reihe für das Queer-Programm geben.</p>
<p><em>Christine Donath</em></p>
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		<title>Fair-Wasser: IFFF kooperiert mit Viva con Agua</title>
		<link>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/1411/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 16:21:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.salewski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Wasser, der Ursprung allen Lebens. Weiß jeder, wird aber zu oft vergessen. Schön, dass unter anderem die christlich geprägten Rocker von „Kings of Leon“ in ihrem Song „Radioactive“ an das Lebenselixier erinnern: „It&#8217;s in the water / It&#8217;s where you came from / Just drink the water / Where you came from”, singt Caleb Followill [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1412" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/1411/img_2568/"><img class="alignleft size-full wp-image-1412" title="Viva con Agua - Durstlöscher" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/IMG_2568.jpg" alt="Viva con Agua - Durstlöscher" width="200" height="150" /></a>Wasser, der Ursprung allen Lebens. Weiß jeder, wird aber zu oft vergessen. Schön, dass unter anderem die christlich geprägten Rocker von „Kings of Leon“ in ihrem Song „Radioactive“ an das Lebenselixier erinnern: „It&#8217;s in the water / It&#8217;s where you came from / Just drink the water / Where you came from”, singt Caleb Followill da mit rauchiger Stimme. Das ist nett, aber tatsächlich können Menschen in vielen Gegenden der Welt das Wasser gar nicht dort trinken, wo sie herkommen. Es ist oft schlicht nicht vorhanden oder so verdreckt, dass man es nicht ohne Gesundheitsrisiko zu sich nehmen kann. Sauberes Wasser? Ein utopischer Luxus für etliche Menschen in bestimmten Regionen Afrikas, Lateinamerikas oder Asiens.<span id="more-1411"></span></p>
<p>Menschen in den betroffenen Gebieten das zu ermöglichen, was in den Industrienationen als selbstverständlich gilt – Zugang zu sauberem Wasser –, dieser Mission hat sich der Hamburger Verein „Viva con Agua de Sankt Pauli“ (VcA) verschrieben. Des Weiteren setzt sich VcA für den Umweltschutz, insbesondere Gewässerschutz und die Schärfung des Bewusstseins für das globale Thema Wasser ein. Via Fundraising investiert VcA in Trinkwasser- und Sanitärprojekte in Entwicklungsländern. Die Spendengelder werden unter anderem durch Benefizveranstaltungen generiert.</p>
<p>Dass es eigentlich an Perversion grenzt, dass wir in unseren wohlversorgten Industriestaaten Geld für Wasser in Plastikflaschen ausgeben, anstatt es erheblich ressourcen-schonender aus dem Hahn zu trinken, darauf machte im Rahmen des IFFF unter anderem der Film „The Age of Stupid“ aufmerksam. Die breite Masse scheint durch Werbung und Co. so konditioniert, dass sie Wasser aus der Flasche als qualitativ hochwertiger erachtet.<br />
Auch VcA bietet Wasser in Flaschen an und wird damit der Vorliebe der Konsumenten gerecht. <strong>Doch:</strong> VcA investiert mindestens <strong>60 Prozent</strong> der Gewinne durch das Flaschenwasser für Projekte in Entwicklungsländern. VcA kooperiert mit dem diesjährigen <strong>IFFF</strong>: Das Wasser wird für das Festival kostenlos zur Verfügung gestellt, die Einnahmen aus dem gesammelten Pfand fließen in Hilfsprojekte.</p>
<p><em>Joshua Salewski</em></p>
<p><strong>Info:</strong><br />
<a href="http://www.vivaconagua.org/" target="_blank">www.vivaconagua.org</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Lo spazio biancho &#8211; Eine Alternative zu traditionellen italienischen Werten</title>
		<link>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/lo-spazio-biancho-eine-alternative-zu-traditionellen-italienischen-werten/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 15:01:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nadine Esch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Nominiert für den mit 25.000 € dotierten Internationalen Spielfilmpreis ging Francesca Comencini gestern Abend mit &#8220;Lo Spazio Biancho&#8221; (The White Space) ins Rennen. Der Film handelt von der Lehrerin und Singlefrau Maria (Margherita Buy), die das 40. Lebensjahr überschritten hat. Ausgiebige Disconächte, One-Night-Stands sowie ein oft nachdenklich wirkender Gesichtsausdruck deuten auf eine innere Leere dieser Frau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1385" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/lo-spazio-biancho-eine-alternative-zu-traditionellen-italienischen-werten/antonia-truppo/"><img class="alignleft size-full wp-image-1385" title="Antonia Truppo" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Antonia-Truppo.png" alt="" width="200" height="216" /></a>Nominiert für den mit 25.000 € dotierten Internationalen Spielfilmpreis ging<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Francesca_Comencini"> Francesca Comencini</a> gestern Abend mit &#8220;<a href="http://www.imdb.com/video/imdb/vi1135412505/">Lo Spazio Biancho&#8221;</a> (The White Space) ins Rennen. Der Film handelt von der Lehrerin und Singlefrau Maria <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Margherita_Buy">(Margherita Buy)</a>, die das 40. Lebensjahr überschritten hat. Ausgiebige Disconächte, One-Night-Stands sowie ein oft nachdenklich wirkender Gesichtsausdruck deuten auf eine innere Leere dieser Frau hin. Es scheint, als umgebe sie der Rauch, den sie beim Kettenrauchen ausströmt, wie ein Nebel, der die Wirklichkeit verschleiert und hinter dem sie Schutz sucht.</p>
<p><span id="more-1359"></span></p>
<p>Auf der Suche nach Zuwendung und Nähe lernt Maria den wesentlich jüngeren Pietro kennen. Es bahnt sich eine Affäre an, die jedoch ein Ende findet, als Maria schwanger wird. Pietro ist bereits Vater und will kein weiteres Kind. Und auch Maria selbst sieht sich eigentlich überhaupt nicht in einer Mutterrolle, wollen doch ihre momentanen Lebensumstände so gar nicht zu einem Kind passen. Trotz erheblicher Zweifel entscheidet sie sich für das Kind. Im 6. Schwangerschaftsmonat schließlich erleidet Maria dann eine Frühgeburt – ob das Kind überlebt, ist zunächst unklar. Eine Zeit des  Bangens und Hoffens liegt vor Maria und niemand ist da, der ihr hilft. Ein durch weiße Vorhänge abgetrennter Raum, in dem sich der Brutkasten befindet, ist von nun an Marias ständige Umgebung. Doch das lediglich dank des Brutkastens atmende Neugeborene erfüllt die Mutter zunehmend und Stück für Stück mit einem neuen Lebensgefühl, das mit ihrem vorherigen nichts mehr gemeinsam hat.</p>
<p>Dabei weisen Schlüsselszenen innerhalb des Films auf das bestehende Werte- und Normensystem Italiens hin: Maria ist schockiert, als eine Frau beim Amt ihr ein Anmeldeformular für &#8220;illegitime&#8221; Kinder reicht. Die &#8220;nascita illegittima&#8221;, zu deutsch: &#8220;nicht legitimierte Geburt&#8221;, ist in Italien gängige Bezeichnung für uneheliche Kinder. &#8220;Eine Lebensweise wie die von Maria ist in Italien immer noch nicht akzeptiert&#8221;, sagt Antonia Truppo, Nebendarstellerin im Film, und beklagt, dass der reelle Alltag der italienischen Frauen sich immer noch nicht in der Gesellschaft manifestiert habe. Antonia Truppo ist stolz, Teil dieses Filmes zu sein – in der Hoffnung, dass er durch das Festival weitere Aufmerksamkeit in der Gesellschaft gewinnt: &#8221;In Italien gilt für Frauen eine Eheschließung, zusammen mit dem Hausfrauen- und Mutterdasein als das höchste Gut. Der Film zeigt aber, das es auch anders richtig sein kann!&#8221;</p>
<p>Festivalleiterin <a href="http://www.newmedianrw.de/media2/site/index.php?id=220&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=53344&amp;cHash=9ec17a5308">Silke Johanna Räbiger</a> begeistert an diesem Film aber auch die Thematik: bewegend und wichtig, weil sie uns auf elementare Fragestellungen des Lebens zurückwerfe: &#8220;Es geht um Leben und Sterben. Und das sind mitunter die stärksten Konflikte, die es gibt!&#8221; Diese künstlerisch zu inszenieren und zu verdichten, sei dem Film auf höchstem Niveau gelungen.</p>
<p><em>Nadine Esch</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>The Age of Stupid &#8211; Dumm ist der, der Dummes tut</title>
		<link>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/the-age-of-stupid-herzlich-willkommen-in-der-gegenwart/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 13:59:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.salewski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[In ihrem mehrfach ausgezeichneten Werk stellt die britische Regisseurin Franny Armstrong unverblümt unsere Unfähigkeit zur Schau, unseren Lebensraum zu erhalten. „Warum tun wir nichts?“, fragt uns der Untertitel in gefühlt panischem Timbre. Die Antwort, man ahnt es schon: Profitgier und an Genialität grenzender Selbstbetrug via Ausblendung unbestreitbarer Fakten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1358" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/the-age-of-stupid-herzlich-willkommen-in-der-gegenwart/age-of-stupid_3/"><img class="alignleft size-full wp-image-1358" title="The Age of Stupid" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Age-of-Stupid_3.jpg" alt="The Age of Stupid" width="200" height="113" /></a>Der Hollywood-Blockbuster „Butterfly Effect“ basierte lose auf dem populärwissenschaftlichen Begriff des Schmetterlingseffekts: Alles Leben auf der Welt ist miteinander vernetzt, kleinste Einflüsse können unberechenbare Folgen haben. Als Metapher formuliert: Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann Ursache für einen Wirbelsturm auf der anderen Seite der Welt sein. Jedes Verhalten bzw. „Nichtverhalten“ des Einzelnen hat globale Auswirkungen – ein kausaler Zusammenhang, von dem man annehmen sollte, dass ihn auch Individuen mit einem Intelligenzquotienten auf dem Niveau zweistelliger Dünsttemperatur nachvollziehen können. Dass dem anscheinend nicht so ist, vermittelt Regisseurin Franny Armstrong in ihrem Drama-Dokumentarfilm-Hybrid „The Age of Stupid“.<span id="more-1356"></span></p>
<p>Ein Filmtitel, der als heißer Kandidat für die offizielle Bezeichnung unseres aktuellen Zeitalters gehandelt werden muss. „Informationszeitalter“, „Post-Post-Moderne“, „Neuzeit“, „Zeitalter der Demokratie“… Klappe zu, du verschleiernder Euphemismus! „The Age of Stupid“, so bringt man es auf den Punkt.</p>
<p>Die meisten von uns erinnern sich: „Dumm ist der, der Dummes tut“, bekam Tom Hanks in seiner Rolle als Forrest Gump von seiner Mutter verklickert. Forrest Gump ist zwar von Geburt an geistig minderbemittelt, aber er tut in seinem Leben so erschreckend wenig Dummes, dass er schwerlich als dumm gelten kann. Wenn aber ein durchschnittlicher Mensch – nehmen wir als Beispiel einen Politiker –, der nach der Theorie einen IQ von 100 hat, nur Dummes tut, obwohl er oder sie es besser wissen sollte (und es eigentlich auch besser weiß), dann darf man ihn herzlich beglückwünschen! „Sie sind dumm. Aber keine Sorge, Sie befinden sich in bester Gesellschaft. Genießen Sie das Zeitalter der Dummheit.”</p>
<p><strong>Zeig mir, was du zerstörst, und ich sage dir, was du bist: Dumm!</strong></p>
<p>In ihrem mehrfach ausgezeichneten Werk stellt die britische Regisseurin Franny Armstrong unverblümt unsere Unfähigkeit zur Schau, unseren Lebensraum zu erhalten. „Warum tun wir nichts?“, fragt uns der Untertitel in gefühlt panischem Timbre. Die Antwort, man ahnt es schon: Profitgier und an Genialität grenzender Selbstbetrug via Ausblendung unbestreitbarer Fakten. Fakt ist, dass unsere Welt dem Untergang geweiht ist, wenn wir weiterhin unsere Ressourcen verschwenden, maßlos CO2 in den Äther feuern und unserem dekadenten Konsum frönen – der, wie könnte es anders sein, vornehmlich auf Kosten der Ärmsten der Armen geht.</p>
<p>Darsteller Pete Postlethwaite mimt einen alten Mann, der im Jahr 2055 in der Arktis alleine im Archiv der Menschheit sitzt. Anhand eines interaktiven Bildschirms zeigt er dem Zuschauer sechs authentische Geschichten aus den Jahren 1950 bis 2008, welche die Zerstörung unseres Lebensraums dokumentieren.</p>
<p>Dass das Thema Umweltschutz DAS Thema der Menschheit im 21. Jahrhundert ist (beziehungsweise sein sollte), steht außer Frage. Aber es liegt in der Natur des freiheitsliebenden Menschen, dass er in einem Anfall von Reaktanz das Weite sucht, wenn ihm mit erhobenem Zeigefinger eine Predigt gehalten wird. Franny Armstrong schafft es, das Moralapostel-Fettnäpfchen zu umschiffen. Es werden Meinungen geäußert, aber keine aufgedrängt. Die aus den USA, Frankreich, Indien, Irak, Nigeria und Großbritannien stammenden Protagonisten gewähren Einblicke in ihr Leben. Ihre Lebensentwürfe, Ideale und Hoffnungen sind unterschiedlicher Natur. Doch die Zerstörung der Natur und die daraus resultierenden Probleme, Ängste, aber auch Chancen sind ihr gemeinsamer Nenner.</p>
<p><strong>Ein Kaleidoskop der Gefühle</strong></p>
<p>Man sieht, wie Shell in Nigeria das Trinkwasser mit Öl kontaminiert, sich aber einen feuchten Kehricht darum schert. Die interviewten Nigerianer mutmaßen gar, dass einige ihrer Bekannten und Verwandten im Auftrag der Regierung oder Shell erschossen bzw. verbrannt wurden, da diese es nicht einsahen, ihren Lebensraum zu verlassen. In Momenten wie diesen beschleicht einen als Zuschauer das Gefühl, man sei im falschen Film. Ist man aber nicht. Willkommen im Panoptikum der Realität. In „The Age of Stupid“ existieren Trauer, Wut, Freude, Hoffnung, Zynismus, Humor und Unfassbares so gleichberechtigt nebeneinander, dass meine Emotionen über weite Teile des Films einem zerbrochenen Kaleidoskop gleichen. Ich lache bei Absurdem, obwohl es nicht witzig ist. Es könnte witzig sein, wenn es nicht real wäre. Ich lache aus Verzweiflung, manchmal auch aus der Unfähigkeit heraus, das Gesehene wirklich als knallharte Realität zu akzeptieren. Vielleicht lache ich auch, weil ich selbst längst Teil des Gesamten bin, des Zeitalters der Dummheit.</p>
<p><em>Joshua Salewski</em></p>
<p>Weitere Infos zur Filmreihe „Age of Stupid“ auf unserem Blog: <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/13/warum-tun-wir-nichts-%E2%80%93-zur-filmreihe-%E2%80%9Eage-of-stupid%E2%80%9C/" target="_blank"><em>Warum tun wir nichts?</em></a></p>
<p><strong>Info: </strong><br />
<a href="http://www.spannerfilms.net/" target="_blank">www.spannerfilms.net</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Manchmal reichen auch zwei Minuten – Birgitt Wagner über Animationsfilm</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 12:19:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Inside Festival]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Am heutigen Freitag läuft das Kurzfilmprogramm von „Tricky Women“ (20 Uhr im sweetSixteen). Birgitt Wagner, eine der Leiterinnen des Animationsfilmfestivals aus Wien, ist in Dortmund zu Gast und stellt ein internationales Programm mit elf Filmen vor. Im Interview erläutert Birgitt Wagner die Hintergründe von „Tricky Women“ und die Möglichkeiten des Animationsfilms.

Frau Wagner, was verschlägt das Animationsfestival „Tricky [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1332" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/manchmal-reichen-auch-zwei-minuten-%e2%80%93-birgitt-wagner-uber-animationsfilm/ohne-titel-3/"><img class="alignleft size-full wp-image-1332" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Ohne-Titel2.png" alt="" width="199" height="119" /></a>Am heutigen Freitag läuft das Kurzfilmprogramm von „Tricky Women“ (20 Uhr im sweetSixteen). Birgitt Wagner, eine der Leiterinnen des Animationsfilmfestivals aus Wien, ist in Dortmund zu Gast und stellt ein internationales Programm mit elf Filmen vor. Im Interview erläutert Birgitt Wagner die Hintergründe von „Tricky Women“ und die Möglichkeiten des Animationsfilms.</p>
<p><span id="more-1326"></span></p>
<p><strong>Frau Wagner, was verschlägt das Animationsfestival „Tricky Women“ von Wien nach Dortmund?</strong><br />
Unser Festival gibt es seit zehn Jahren. Wir haben quasi unsere Geburtstagsfeier verlängert und sind mit einigen Filmen „on Tour“ gegangen. Wir freuen uns sehr, dass wir hier sein können. Auch das Motto hat uns sehr gereizt, weil es ein starkes politisches Element enthält. Thematisiert werden zum Beispiel Parallelgesellschaften, Kriegsschauplätze – und Revolutionäre.</p>
<p><strong>Welche Filme haben Sie uns mitgebracht?</strong><br />
Wir möchten dem Publikum zeigen, wie bunt und vielfältig Animation ist. Deshalb haben wir einen Querschnitt der Preisträger von 2007 bis 2011 ausgewählt, darunter zum Beispiel Who Dares, eine finnische Produktion von Sanni Lahtinen. Wir haben darauf geachtet, verschiedene Animationstechniken zu mischen.</p>
<p><strong>Was ist das Besondere am Genre Animationsfilm?</strong><br />
Es gibt eine starke Verschränkung zur bildenden Kunst. Die schöne Entwicklung ist, dass Animationen mittlerweile Raum greifen. In Museen und Ausstellungen werden häufig Animationen installiert. Der Trickfilm hat eine ungeheure Bandbreite &#8211; von Werbung bis hin zu animierten Spielfilmproduktionen.</p>
<p><strong>Gibt es Themen, die man mit einem Animationsfilm besser darstellen kann?</strong><br />
Jeder Film ist anders, da gibt es zahlreiche Herangehensweisen. Die besondere Herausforderung ist, in kürzester Zeit mit der Kraft der Bilder eine Geschichte zu erzählen. Ein Beispiel ist Don‘t let it all Unravel, der auch auf dem IFFF gezeigt wird. Es wird kein einziges Wort gesprochen, dennoch wird das Problem, der Klimawandel, in knapp zwei Minuten auf den Punkt gebracht &#8211; ohne erhobenen Zeigefinger.</p>
<p><strong>Unterscheiden sich Trickfilme von Männern von weiblichen Animationen?</strong><br />
Die Unterschiede sind hauptsächlich inhaltlich. Die Frauen-Themen sprechen mich persönlich einfach mehr an.</p>
<p><strong>Warum braucht man überhaupt ein Festival für Animationen von Frauen?</strong><br />
Wir wollten mit „Tricky Women“ ein Experiment wagen und den Fokus auf ein besonderes Genre verlagern. Ein Frauenfilmfestival für Spielfilme und Dokus gab es schon in Österreich. Aber wir wollten zeigen, was für ein tolles Medium speziell der Trickfilm ist. Es gibt in diesem Bereich sehr viele dezidiert feministische Arbeiten, beispielsweise von Künstlerinnen wie Joanna Quinn und Vera Neubauer. Diese feministischen Inhalte wünschen wir uns stärker in Frauenfilmen.</p>
<p><strong>Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?</strong><br />
Österreich ist ein kleines Filmproduktionsland. Während es in Deutschland Trickfimfestivals gibt, war das bei uns vor „Tricky Women“ nicht der Fall. Wir möchten die Frauen sichtbar machen, die solche Filme produzieren. Dass ihr Potenzial wahrgenommen wird, dass sie bessere Arbeitsbedingungen und ein besseres Standing bekommen &#8211; und natürlich auch mit ihrer Arbeit Geld verdienen können.</p>
<p><strong>Wie geht es mit „Tricky Women“ weiter?</strong><br />
Natürlich möchten wir auch weiterhin über die Grenzen Österreichs auf uns aufmerksam machen und die Animation einem breiten Publikum zugänglich machen, um mehr Frauen zu begeistern und den Nachwuchs zu fördern. Zum 10. Geburtstag haben wir auch eine Publikation herausgebracht, „Tricky Women. AnimationsfilmKunst von Frauen“. Darin schauen wir hinter die Kulissen der Produktion und stellen Pionierinnen des Trickfilms vor. Man muss sich aber künftig Gedanken darüber machen, in welcher Form man Animationsfilme zugänglich macht. In Zeiten des Internets hat es der Kurzfilm schwer. Viele Künstlerinnen wehren sich dagegen, dass ihre Arbeiten zum freien Download auf einer Plattform zur Verfügung stehen und möchten, dass man sie im Kino sieht.</p>
<p><em>Interview und Bild: Gesa Schölgens</em></p>
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		<title>„Je criais contre la vie. Ou pour elle“ – Kurzfilme auf dem IFFF</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 08:06:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.guettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurzfilme sind kleine Kunstwerke, die häufig eine besonders ausdrucksvolle Bildsprache haben und ein hohes Maß an Ästhetik, wie man sie aus hochwertigen Musikvideos kennt. Ein gutes Beispiel dafür liefert die studierte Grafik-Designerin Vergine Keaton mit ihrem Kurzfilm-Debut „Je criais contre la vie. Ou pour elle“.

Worum es in dem Neun-Minüter geht, wird im Programmheft des IFFF [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1299" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/%e2%80%9eje-criais-contre-la-vie-ou-pour-elle%e2%80%9c-%e2%80%93-ein-kurzfilm/je-criais-contre-la-vie-ou-pour-elle/"><img class="alignleft size-medium wp-image-1299" title="Je criais contre la vie. Ou pour elle" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/je-criais-contre-la-vie-ou-pour-elle-200x118.jpg" alt="Motiv aus Je criais contre la vie. Ou pour elle" width="200" height="118" /></a>Kurzfilme sind kleine Kunstwerke, die häufig eine besonders ausdrucksvolle Bildsprache haben und ein hohes Maß an Ästhetik, wie man sie aus hochwertigen Musikvideos kennt. Ein gutes Beispiel dafür liefert die studierte Grafik-Designerin Vergine Keaton mit ihrem Kurzfilm-Debut „Je criais contre la vie. Ou pour elle“.</p>
<p><span id="more-1297"></span></p>
<p>Worum es in dem Neun-Minüter geht, wird im Programmheft des IFFF treffend beschrieben: „Während einer Treibjagd wendet sich eine Herde Hirsche gegen die Hundemeute, die sie verfolgt und die bisher Gejagten werden zu Jägern.“ Dabei führt die Jagd „durch Landschaften, die apokalyptisch zerfallen und in anderer Form wieder neu entstehen“.</p>
<p>Optisch erinnert der Film an alte Tuschezeichnungen, die leichte Coloration bedient sich lediglich einiger Farbtöne in Grau, Blau und Braun. Tatsächlich dienten historische Stiche als Vorlage. Trotzdem trifft Keaton mit ihren Tier- und Naturmotiven den Geist der Zeit, die Musik  leistet ihren Teil. Mit verzerrten Gitarrenriffs, eingebettet in starke Bässe und elektronische Sounds begleitet der Verlauf der Klangfärbungen den Fluss der Bilder und verdeutlicht ihre Rhythmisierung. Die Musik stammt ursprünglich von Vale Poher, wurde für „Je criais contre la vie. Ou pour elle“ von dem französischen Produzenten Bob X neu arrangiert.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-1300" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/%e2%80%9eje-criais-contre-la-vie-ou-pour-elle%e2%80%9c-%e2%80%93-ein-kurzfilm/kurzfilm/"><img class="alignleft size-full wp-image-1300" title="Heavy Pockets" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/kurzfilm-e1302852931548.jpg" alt="Motiv aus Heavy Pockets" width="200" height="112" /></a>Zwar lief dieser Kurzfilm bereits am vergangenen Mittwoch im Festival-Kino Schauburg, doch sollte das nicht der letzte seiner Art gewesen sein. Denn nach alter Manier und Sitte zeigt das Internationalen Frauenfilmfestival zu jedem Spielfilm einen begleitenden Vorfilm, der im Programm entsprechend angekündigt ist. Und wer einmal richtig ins Thema einsteigen möchte, der kann das heute Abend tun: das Kino sweetSixteen zeigt zwölf animierte Kurzfilme, eine Auswahl des Tricky Women Filmfestivals aus Wien.</p>
<p><strong>Tricky Women</strong> <strong>präsentiert Animationen</strong><br />
Freitag, 14.04.2011, 20 Uhr im sweetSixteen</p>
<p><em>Sonia Güttler</em></p>
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		<title>„Was tun, ein gutes Motto!“ &#8211; Ein Roadtrip mit dem Solarmobil der „Oase in Beton“</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 05:53:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Mal kurz nachschauen, was sich auf der Kampstraße in der „Oase in Beton“ schon so tut – ein ambitioniertes wie vergebliches Vorhaben. Zwei Telefonate und einen kurzen Trip in den Dortmunder Norden später ist klar: noch wird weit abseits des Boulevards heftig gewerkelt, damit zur Eröffnung am heutigen Freitag um 12 Uhr alles fertig ist. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1278" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/%e2%80%9ewas-tun-das-ist-ein-gutes-motto%e2%80%9c-ein-roadtrip-mit-dem-solarmobil-der-%e2%80%9eoase-in-beton%e2%80%9c/foto-mobil-2-2/"><img class="alignleft size-full wp-image-1278" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Foto-Mobil-21.jpg" alt="" width="200" height="133" /></a>Mal kurz nachschauen, was sich auf der Kampstraße in der „Oase in Beton“ schon so tut – ein ambitioniertes wie vergebliches Vorhaben. Zwei Telefonate und einen kurzen Trip in den Dortmunder Norden später ist klar: noch wird weit abseits des Boulevards heftig gewerkelt, damit zur Eröffnung am heutigen Freitag um 12 Uhr alles fertig ist. Immerhin ein Blick auf das Solarmobil war an den Tagen der Vorbereitung schon möglich, aber auch der sorgt auch für einige Überraschungen.<br />
<a rel="attachment wp-att-1277" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/%e2%80%9ewas-tun-das-ist-ein-gutes-motto%e2%80%9c-ein-roadtrip-mit-dem-solarmobil-der-%e2%80%9eoase-in-beton%e2%80%9c/foto-mobil-2/"></a><br />
<span id="more-1275"></span></p>
<p>„Du bist an der Kampstraße? Ich komme vorbei und hole dich ab, dann machen wir eine Spritztour mit dem Solarmobil!“ So schnell kann es gehen, von „mal eben Foto machen“ zum Roadtrip, und das in zwei Minuten. Hinter dem Fredenbaumpark auf einem Parkplatz wartet der 7,5-Tonner darauf, die Straßen zu erobern. Bereits der erste Anblick löst Verwunderung aus: Das Solarmobil, auf Veranstaltungen eigentlich ein Beispiel für autarke Stromgewinnung und Lebensweise, ist ein riesiges weißes Ungetüm – ohne Solarpanels.</p>
<p>Besitzer Michael kann das erklären. Denn das Solarmobil ist nicht nur ein wesentliches Element der „Oase in Beton“-Ausstellung, es ist auch eine Herzensangelegenheit. „Früher hatte ich einen 12-Tonner, in dem hab ich sogar gewohnt“, sagt der Verfahrenstechniker mit LKW-Faible. Eigentlich ist das Solarmobil sein Surf- und Kayakmobil, eine Art überdimensionierter Wohnwagen.  Solarpanels muss er für Anlässe wie die „Oase in Beton“ leihen. Das tut er allerdings nicht allein, wie er mir auf dem Trip erzählt, zu dem wir aufbrechen.</p>
<p>Der erste Blick in das Mobil ist eher ernüchternd. Von innen sieht es aus wie ein alter Übertragungswagen eines Fernsehsenders, den jemand mit hellbrauner Buche getäfelt hat. Eine Einbauküche und Sitzecke vervollständigen das Bild. An einigen Stellen fallen Leisten ab, Farbeimer stehen herum, und als wir losfahren, fliegt die Kühlschranktür mit lautem Knall auf und veranstaltet während der restlichen Fahrt ziemlichen Krach. „Das wird bis Freitag alles noch!“ verspricht Michael und grinst. Erst geht es zur Tankstelle, dann zockeln wir mit gemütlicher Geschwindigkeit übers Land. Dass der Wagen überhaupt noch fährt, ist bei oberflächlicher Betrachtung ein Wunder. Besser geeignet ist er aber definitiv dazu, mit Solarpanels im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Bei einem Festival auf der Dortmunder Münsterstraße im letzten Jahr hatten sie das zum ersten Mal ausprobiert. „Wir haben mit den Panels den ganzen Tag und die komplette Nacht zwei Bühnen und Videovorführungen mit Strom versorgt – ohne einen einzigen Ausfall!“ Wir, das sind unter anderem Michael als Techniker und Thomas als Organisator.</p>
<p>Verantwortliche des IFFF hatten den Wagen in der Münsterstraße gesehen, so kam das Engagement für das Frauenfilmfestival zu Stande. Michael findet vor allem lobende Worte für das Festivalmotto. „Was tun, das ist ein gutes Motto! Das ist doch das, was heutzutage fehlt. Alle quatschen und es tut sich nichts!“ Urbane Räume zu verbessern und verschönern, findet er wichtig. „Ich hatte mal eine Anzeige, weil ich eine öffentliche Hecke geschnitten habe“, erzählt er grinsend. Mittlerweile sind wir durch die Hälfte der Dortmunder Vororte gefahren, haben fast versehentlich einen Außenspiegel mitgenommen und kommen langsam wieder auf dem Parkplatz an. Wann wird aus dem Kayak-Mobil denn das Solarmobil? „Die fünf Solarpanels, die uns die Firma Solarplus umsonst leiht, hole ich Donnerstag ab.“ Bevor das Solarmobil auf der Kampstraße geparkt wird, muss er mit Starkstromtechniker Roman dann nur noch die Verkabelung der Panels vornehmen. Ansonsten? Fehlt noch ein Aufkleber und ein bisschen aufräumen. Dann kann es am Freitag losgehen.</p>
<p>Das Solarmobil steht als Teil der <strong>„Oase in Beton“</strong> Freitag und Samstag von 12 bis 22 Uhr auf dem Kampstraßen-Boulevard. Thema ist dort unter anderem die Gestaltung urbaner Räume.</p>
<p><em>Laura Niebling</em></p>
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		<title>Familie Sonnemann &#8211; eingebettet in die Natur</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 05:40:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.guettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Beitrag zum Festival-Motto „Was tun“ aus der Reihe „Wer sich nicht wehrt“, ein Beispiel für die Sehnsucht nach Alternativen zum Leben zwischen Konsum und Kapitalismus in Deutschland: Familie Sonnemann lebt ihren Traum von einem unabhängigen Leben im Einklang mit der Natur. Der Film von Ulrike Bartels zeigt eine Familie, die mehr als nur alternativ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-2014" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/15/familie-sonnemann-eingebettet-in-die-natur/kathrin-03-3/"><img class="alignleft size-full wp-image-2014" title="kathrin 03" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/kathrin-032.tif" alt="" /></a>Ein Beitrag zum Festival-Motto „Was tun“ aus der Reihe „Wer sich nicht wehrt“, ein Beispiel für die Sehnsucht nach Alternativen zum Leben zwischen Konsum und Kapitalismus in Deutschland: Familie Sonnemann lebt ihren Traum von einem unabhängigen Leben im Einklang mit der Natur. Der Film von Ulrike Bartels zeigt eine Familie, die mehr als nur alternativ wohnt und inmitten ihrer selbst gewählten Außergewöhnlichkeit wunderbar normal erscheint.</p>
<p><span id="more-1242"></span></p>
<p>Die Dokumentation von Ulrike Bartels zeigt den unkonventionellen Lebensentwurf der Familie Sonnemann: sie leben auf einer Farm im Hunsrück, ohne Strom, ohne fliessend Wasser – ganz so, wie die Natur das Leben vorgibt. Das war schon immer der Traum von Friedmunt und Kathrin Sonnemann, sie haben ihn sich erfüllt. Kathrin kümmert sich um die Tiere des kleinen Hofs, Friedmunt züchtet biodynamisches Saatgut – die Einkünfte reichen, um den materiell bescheidenen Lebensstil zu finanzieren.</p>
<p>Die Kinder nehmen durchaus wahr, dass sie anders leben. Doch bemängeln sie nicht die Lebensart ihrer Eltern, vielmehr beschäftigt sie, wie das Umfeld darauf reagiert. Die Tochter erzählt, daß ihre Klassenkameraden sie deswegen manchmal ausgrenzen, „das macht mich dann traurig“. Ihr jüngerer Bruder geht da schon pfiffiger vor: „Ich hab&#8217; denen im Kindergarten das gar nicht verraten. Die wissen das gar nicht, dass ich anders wohne. Die denken, ich wohne bei der Großmutter. Aber das stimmt gar nicht.“</p>
<p>Trotz offensichtlicher Kritik scheinen die Kinder zu profitieren: beide machen einen besonders wachen und selbstbewussten Eindruck, haben einen herzlichen Umgangston, einen natürlichen Umgang mit Tieren und ihrem direkten Umfeld. Sie spielen voller Phantasie, sammeln bunte Schätze, machen sich nass und schmutzig, dass es eine wahre Freude ist – Pippi Langstrumpf wäre über solche Nachbarskinder froh gewesen.</p>
<p>Im Laufe der (Film-) Zeit erläutern Sonnemanns ihre Entscheidung, beide haben sie aufrichtig und inhaltlich schlüssig gewählt. So leben und arbeiten sie Tag für Tag für das, woran sie glauben. Mit dem Ergebnis eines ausgefüllten Lebens mit zwei glücklichen Kindern auf einer gedeihenden Okö-Farm. Lediglich das romantische Verhältnis zwischen Friedmunt und Kathrin wirkt abgekühlt – doch das kommt bekanntlich in den besten Familien vor.</p>
<p>Der Film verdeutlicht auf eindrucksvolle Weise, dass es nicht die alternative Lebensweise ist, die gesellschaftlich isoliert, sondern die Art, wie man darüber denkt und urteilt. Man verlässt das Kino mit großer Sympathie für Friedmunt, Kathrin und ihre Kinder, jedoch ohne das Gefühl, selbst gleich den Strom abschalten zu müssen – denn das erwartet weder die Gestaltung des Films, noch erwarten das die Sonnemanns selbst.</p>
<p><em>Sonia Güttler</em></p>
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		<title>Impressionen: Schüler schauen &#8220;Der Indianer&#8221; im sweetSixteen</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 16:29:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.lienemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Für die siebte Klasse der Gesamtschule Gartenstadt ist es der erste Besuch eines Filmfestivals. Sie haben den Saal für sich alleine und schauen den niederländischen Film "De Indiaan" (Der Indianer) von Ineke Houtman, der von einer Mitarbeiterin live auf Deutsch eingesprochen wird. Der Film thematisiert eine ungewöhnliche Familienkonstellation]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1232" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/impressionen-schuler-schauen-der-indianer-im-sweetsixteen/derindianer/"><img class="alignleft size-full wp-image-1232" title="derindianer" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/derindianer.jpg" alt="Bild des Hauptdarstellers Matthias den besten" width="200" height="125" /></a>Für die siebte Klasse der Gesamtschule Gartenstadt ist es der erste Besuch eines Filmfestivals. Sie haben den Saal für sich alleine und schauen den niederländischen Film &#8220;De Indiaan&#8221; (Der Indianer) von Ineke Houtman, der von einer Mitarbeiterin live auf Deutsch eingesprochen wird.  Der Film thematisiert eine ungewöhnliche Familienkonstellation und trifft daher gerade in der heutigen Zeit auf junge Zuschauer, die damit etwas anfangen und sich selbst wiederfinden können.</p>
<p><span id="more-1231"></span>Koos (Matthias den Besten) ist acht Jahre alt und lebt, seit er ein Baby ist, bei seinen Adoptiveltern. Seine Familie liebt ihn sehr und er sie ebenso. Er wünscht sich, auch so lange Beine zu haben wie sein Vater und sein Großvater und bewundert, wie gut sie schwimmen können. Auch eine Leidenschaft für Motorräder teilt die Familie.</p>
<p>Als allerdings Koos´ Mutter unwerwartet doch in der Lage ist, ein eigenes Kind zu bekommen und schwanger wird, befürchtet dieser, nun durch das leibliche Kind seiner Eltern ersetzt und weniger geliebt zu werden. Er gerät in eine Identitätskrise. In der Nachbarschaft lernt er eine Familie kennen, die wie er aus Peru kommt und ihm erzählt, dass auch er von Indianern abstammt.</p>
<p>Koos´ kleiner Bruder kommt zur Welt und seine Eltern bemühen sich, Koos zu zeigen, dass er trotz Adoption für sie genauso ihr Kind ist. Doch Koos packt seine Sachen, um mit der peruanischen Familie nach Peru zu reisen und reißt aus. Allerdings verpasst er sie, weswegen er beschließt, mit dem Schlauchboot nach Peru zu paddeln. Er gerät in ein Unwetter und sein Vater sucht ihn – außer sich vor Sorge. Als er ihn schließlich findet, gelingt es ihm, Koos zu vermitteln, dass er genau wie sein kleiner Bruder Kind seiner Eltern ist und geliebt wird.</p>
<p>In der anschließenden Diskussionsrunde zeigen sich die Schüler zwar nicht so engagiert wie Festivalmitarbeiterin Natascha Frankenberg, trotzdem ertönt es aus der letzten Reihe: &#8220;In seinem Alter schon so viel erlebt!&#8221;. Auch Lehrerin Cornelia Wimmer ist begeistert: &#8220;Ein hinreißender Film&#8221;, schwärmt sie. &#8220;Die Bilder, die Einstellungen, ich hätte beinah geweint&#8221;. Sie ist sich sicher, dass der Film zu einigen ihrer Schüler passt, die auch aus schwierigen Familienkonstellationen kommen.</p>
<p><strong>Info: </strong><br />
<a href="http://www.sweetsixteen-kino.de" target="_blank">www.sweetsixteen-kino.de</a></p>
<p><em>Sara Lienemann</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fernab von DSDS und Mainstream &#8211; das Schulfilmprogramm beim IFFF</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 13:26:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nadine Esch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Kinder und Jugendliche sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und die Zukunft von morgen. Umso wichtiger ist es, sie in die gesellschaftliche Diskussion mit einzubinden. Die Möglichkeit dazu erhalten Kids auf dem IFFF im Rahmen des Schulfilmprogramms wo sie mit Themen konfrontiert werden, die dem eigenen Alltag oft fremd sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-1166" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/fernab-von-dsds-und-mainstream-das-schulfilmprogramm-im-rahmen-des-ifff/schulfilmprogramm-ifff/"><img class="alignleft size-full wp-image-1166" title="Schulfilmprogramm IFFF" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Schulfilmprogramm-IFFF.jpg" alt="Schulfilmprogramm im Kinosaal vom Sweet Sixteen" width="200" height="150" /></a></strong>Kinder und Jugendliche sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und die Zukunft von morgen. Umso wichtiger ist es, sie in die gesellschaftliche Diskussion einzubinden. Die Möglichkeit dazu erhalten Kinder und Jugendliche auf dem IFFF im Rahmen des <a href="http://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?main=festival&amp;second=education&amp;id=2" target="_blank">Schulfilmprogramms</a>, wo sie mit Themen konfrontiert werden, die ihrem eigenen Alltag oft fremd sind.<strong><span id="more-1130"></span><br />
</strong></p>
<p>&#8220;Ziel ist es, Sehgewohnheiten zu durchbrechen und auf Themen aufmerksam zu machen&#8221;, erklärt Aycha Riffi, die seit vier Jahren als Moderatorin auf dem Schulfilmprogramm tätig ist. Von Montag bis Donnerstag liefen im Kino <a href="http://www.sweetsixteen-kino.de/index.php?id=idee" target="_blank">&#8220;Sweet Sixteen&#8221;</a> jeden Morgen zwei Vorstellungen: Grundschüler sahen Kinderfilme, die sich häufig um Natur, Umweltverschmutzung oder Umweltschutz drehten, aber auch sozialkritische Themen, wo es um Freundschaften oder um Migration geht, standen auf dem Programm. Die Filmauswahl für die Älteren (ab 12 Jahre) setzte sich aus Musikfilmen, aber auch durchaus härteren Themen wie beispielsweise den Umgang mit AIDS zusammen.</p>
<p>Die im Anschluss an jeden Film geplante Diskussionsrunde über Filmtechnik und die gewonnenen Eindrücke der Zuschauer verläuft oft interessant: &#8220;Gerade bei der AIDS-Thematik hat man einen regelrechten Redebedarf gespürt&#8221;, berichtet Johanna Knott, Kinobetreuerin beim Schulfilmprogramm, und ergänzt, dass es nicht immer ganz leicht sei, Schüler zu einer Meinungsäußerung vor großer Gruppe zu bewegen. Oft sind es aber auch die Schulen selbst, die das Filmthema anschließend zusätzlich in den schulischen Unterricht integrierten: Im Anschluss an den Film &#8220;Frösche &amp; Kröten&#8221; beispielsweise warteten auf die Schüler Naturworkshop-Wochen, die eine weitere Themenvertiefung zum Ziel haben.</p>
<p>&#8220;Kinder reagieren auf Filme oft völlig anders als Erwachsene&#8221;, weiß Aycha Riffi, die diesen Umstand als eine Herausforderung empfindet, der sie sich gerne stellt. Vor allem sei es hier die kindliche Dynamik in Form von Reaktionen, die einem nicht nur sofort, aber vor allem ungefiltert mitgeteilt werden. Dabei sei es wichtig, durch gezieltes Fragestellen auf die jungen Zuschauer einzugehen und somit neue Denkanstöße zu liefern.</p>
<p>Viele Schüler interessierten sich  für Themen außerhalb von DSDS und Co, fänden aber durch das TV-Programm nur schwerlich Zugang dazu, sagt Johanna Knott  und stellt fest: &#8220;Die Kinder haben oft ganz interessante Meinungen und können sehr wohl auch schon gut reflektieren, das sollte man nicht unterschätzen!&#8221;</p>
<p><em>Nadine Esch</em></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Rolltreppe rauf in die Sechste – Eine Ausstellung im Dortmunder U</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 13:08:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival-Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Outside Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ja nicht so, dass Ihnen viel Zeit bliebe, selbst wenn Sie nur die Hälfte der Angebote nutzen, die das Festival bereithält. Wenn wir Ihnen dennoch einen weiteren Programmpunkt ans Herz legen, dann nur aus gutem Grund und mit den besten Absichten: Das Museum Ostwall zeigt die Ausstellung „Bild für Bild – Film und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1203" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/rolltreppe-rauf-in-die-sechste-%e2%80%93-eine-ausstellung-im-dortmunder-u/mo_bfb_nan_goldin/"><img class="alignleft size-full wp-image-1203" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/MO_BfB_Nan_Goldin.jpg" alt="" width="200" height="135" /></a>Es ist ja nicht so, dass Ihnen viel Zeit bliebe, selbst wenn Sie nur die Hälfte der Angebote nutzen, die das Festival bereithält. Wenn wir Ihnen dennoch einen weiteren Programmpunkt ans Herz legen, dann nur aus gutem Grund und mit den besten Absichten: Das Museum Ostwall zeigt die Ausstellung „Bild für Bild – Film und zeitgenössische Kunst“ im Dortmunder U.</p>
<p><span id="more-1202"></span></p>
<p>Mit dem Dortmunder U hat das IFFF Dortmund | Köln eine neue Spielstätte gefunden. Neu nicht nur für uns, neu in jeder Hinsicht (der Baustellengeruch im ehemaligen Brauereigebäude lässt sich kaum ignorieren), Premieren auf jeder Etage, auch in der sechsten, wo das Museum Ostwall die erste Wechselausstellung am Ort präsentiert. „Bild für Bild“ betitelt, basiert sie auf der Sammlung des Centre Pompidou und geht der Frage nach, wie das Medium Film klassische Kunstformen von eher statischem Gepräge beeinflusst hat. Das geschieht in fünfzehn Kapiteln, angefangen bei den Grundlagen des Films (Lichtstrahl, Projektionsfläche) über Rhythmus, Montage und Kamerafahrt bis hin zu abstrakteren Ebenen wie Animismus und Noir. Sehens- wie empfehlenswert für alle, die Interesse an Film, seinen Techniken und seinen Schnittstellen zu benachbarten Kunstformen haben. Eine derart komplexe Auswahl ausdrucksstarker Exponate in räumlicher Nähe zu finden ist ein Glücksfall. Kuratiert wurde die Ausstellung in Paris, die kuratorische Assistenz auf Dortmunder Seite lag in den Händen von Anna-Cathérine Koch.</p>
<p>Ein Festival wie das IFFF wäre nicht nötig, wäre Gleichberechtigung in der Filmwirtschaft eine Selbstverständlichkeit. Vor diesem Hintergrund spiegelt, keine Frage, „Bild für Bild“ den Status quo der gesamten Kunst- und Kulturszene. Von uns um eine Antwort gebeten, warum dieses Ungleichgewicht existiert, nennt Anna-Cathérine Koch, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit, drei mögliche Ansatzpunkte. Einen historischen, da Frauen noch vor nicht allzu langer Zeit ein Studium generell kaum möglich war. Darauf aufbauend einen immanenten, da Frauen in der Folge im System selten einflussreiche Positionen besetzen und nicht zuletzt einen menschlichen, da sie sich und ihre Arbeiten meist weniger aggressiv vermarkten.</p>
<p>Und welche Arbeit einer Künstlerin schätzt sie bei „Bild für Bild“ besonders? „Heartbeat“ von Nan Goldin: „In dieser Dia-Serie bricht Nan Goldin eine gradlinige Narration auf, erlaubt mittels sich überlagernder Bilder eine Vielzahl an Geschichten und Assoziationen und verknüpft ein wunderschönes Thema mit einer bewegenden Traurigkeit.“</p>
<p><em>Wolfgang Kienast</em></p>
<p><strong>Bild:</strong></p>
<p><strong> </strong>Nan Goldin, Heartbeat, 2000, 245 Farbdiapositive (nach dem Chanson “Prayer of the heart” von John Taverner, interpretiert von Björk und dem Brodsky Quartet), Collection Centre Pompidou. Bildquelle: Centre Pompidou</p>
<p>Links:</p>
<p><a href="http://www.dortmund.de/de/freizeit_und_kultur/museen/museum_ostwall/vk_mo/vkdetail_mo.jsp?eid=99138" target="_blank">Website über die Ausstellung</a></p>
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		<title>„I guess you are having your own Hotel Paradise“ – Sophia Tzavella im Interview</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 12:49:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Sophia Tzavella is author and director of the film „Hotel Rai“. The award-winning documentary depicts Gypsy life in a run-down tower block in Bulgaria. Shortly after film the film was shot, the building was torn down. „It is a pity that sometimes the authors have to replace the politicians“, Sophia Tzavella writes when we ask her for an interview [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1193" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/%e2%80%9ei-guess-you-are-having-your-own-hotel-paradise%e2%80%9c-%e2%80%93-sophia-tzavella-im-interview/ohne-titel-2/"><img class="alignleft size-full wp-image-1193" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Ohne-Titel1.png" alt="" width="200" height="133" /></a>Sophia Tzavella is author and director of the film „Hotel Rai“. The award-winning documentary depicts Gypsy life in a run-down tower block in Bulgaria. Shortly after film the film was shot, the building was torn down. „It is a pity that sometimes the authors have to replace the politicians“, Sophia Tzavella writes when we ask her for an interview via e-mail. Tzavella talks about integration, the right term to use when referring to Bulgarian Roma – and a little boy from the Hotel Paradise that made her day.</p>
<p><span id="more-1184"></span></p>
<div id="_mcePaste"><strong>Where exactly in Bulgaria was Hotel Paradise situated?</strong></div>
<div id="_mcePaste">It was in Yambol, a town on the Southeast side of Bulgaria. This region is not a ghetto, as it is mentioned in the beginning of the documentary, this is – or used to be – one of the most attractive regions in Yambol.</p>
<p><strong>What led to this utopia-turned-distopia we see in your film?</strong></p>
</div>
<div>The situation in „Paradise Hotel“ was a matter of a free will of its inhabitants. The Gypsies were given the opportunity during the communist regime to embrace the „modern“ way of life we all had, becoming „panel people“. In the beginning I used to perceive the story of the Paradise Hotel like a biblical plot – there was something that refers to the Creation, to the Original Sin and to the Expulsion from Paradise – I even found two plastic apple trees and a snake. It also reminded me of the tower of Babel. And now the time has come for all the inhabitants of the „Paradise Hotel“ to roam in search of their next home&#8230;</div>
<div id="_mcePaste"><strong><br />
Why do you think it is so hard to integrate Gypsies into society? Or has it just never really been tried? I have the feeling that they are mostly talked about but not talked to.</strong></div>
<div id="_mcePaste">I believe that the integration problem is current everywhere. And it needs a vigorous and drastic political will. The most important thing is hiding in what you have mentioned: „they are talked about but not talked to“. And yes, they do not have jobs, but the truth is that only few of the Gypsies are doing their best to be persistent in finding it and in the acquisition of specific skills. They prefer to feel satisfied – or not satisfied enough – with the maternity benefit and the social aid they receive.</div>
<div><strong><br />
Lately there has been a lot of news-coverage about Bulgarians here in Dortmund, most of them with a gypsy background.</strong></div>
<div id="_mcePaste">Please, allow me to emphasize that the term „Bulgarians with a gypsy background“ is absolutely incorrect. The correct one is „Bulgarian Gypsies“. The Gypsies are members of the Bulgarian state and share the same civil rights, including the right of self-definition. They do not need any kind of euphemism, they even do not like the term „Bulgarian Roma“, according to my personal observations.</div>
<div id="_mcePaste"><strong><br />
These people are associated with rising crime-rates, and some of them actually live under sanitary conditions similar to those you depict in Hotel Paradise.</strong></div>
<div id="_mcePaste">I have heard a lot about your problems in Dortmund, the Bulgarian newspapers covered the subject in detail. I guess you are having your own „Paradise Hotel“ in Dortmund. As an author I can share with you my creative point of view only. Amongst the poverty and the brutal reality that dirt creates, I felt what Albert Camus has said: „Amongst the depth of winter I finally learned that there was within me an invincible summer.“ I still remember the rainy day we had, it was actually a day that makes you feel blue, we were shooting something and suddenly the wind blew a page of my writings away. After a while I found it lying in a puddle. While trying to decide what to do with it, a little Gypsy boy bowed down and took my page, making it dry by using&#8230; – his pants. I will never forget this little gentleman. I hope you will find the best approach to the problem as well.</div>
<div><em><br />
Anna Berneiser</em></div>
<div><em><br />
</em></div>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Prinzessin Linda Quinda zeichnet das Festival</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 12:15:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inside Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Prinzessin Linda Quinda ist Künstlerin und Studentin, 29 Jahre alt, kommt aus dem Ruhrgebiet – und ist zu Gast auf dem Internationalen Frauenfilmfestival. Während der Aktion „Oase in Beton“ wird sie am Freitagnachmittag Besucherinnen und Besucher des Mobilen Festival-Labors an der Kmapstraße zeichnen, auch während der IFFF-Eröffnung am Dienstagabend hat sie schon Impressionen von den Gästen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1176" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/prinzessin-linda-quinda-zeichnet-das-festival/1302777465_picsay-1302777465/"><img class="alignleft size-full wp-image-1176" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/1302777465_picsay-1302777465.jpg" alt="" width="200" height="118" /></a>Prinzessin Linda Quinda ist Künstlerin und Studentin, 29 Jahre alt, kommt aus dem Ruhrgebiet – und ist zu Gast auf dem Internationalen Frauenfilmfestival. Während der Aktion „Oase in Beton“ wird sie am Freitagnachmittag Besucherinnen und Besucher des Mobilen Festival-Labors an der Kmapstraße zeichnen, auch während der IFFF-Eröffnung am Dienstagabend hat sie schon Impressionen von den Gästen und dem Geschehen auf Bühne und Leinwand eingefangen.</p>
<p><span id="more-1175"></span></p>
<p>Wir zeigen hier Prinzessin Linda Quindas Zeichnungen von der Festivaleröffnung – die Zeichnungen sind „work in progress“.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-1177" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/prinzessin-linda-quinda-zeichnet-das-festival/1302777022_picsay-1302777022/"><img class="alignleft size-full wp-image-1177" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/1302777022_picsay-1302777022.jpg" alt="" width="450" height="254" /></a></p>
<p><a rel="attachment wp-att-1178" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/prinzessin-linda-quinda-zeichnet-das-festival/1302777384_picsay-1302777384/"><img class="alignleft size-full wp-image-1178" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/1302777384_picsay-1302777384.jpg" alt="" width="450" height="266" /></a></p>
<p><a rel="attachment wp-att-1179" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/prinzessin-linda-quinda-zeichnet-das-festival/1302777525_picsay-1302777525/"><img class="alignleft size-full wp-image-1179" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/1302777525_picsay-1302777525.jpg" alt="" width="450" height="265" /></a></p>
<p>Mehr von Prinzessin Linda Quinda gibt&#8217;s auf ihrer <a href="http://www.myspace.com/prinzessin_of_the_tifa" target="_blank">Myspace-Seite</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>11 3 11 – eine musikalische Reaktion auf Fukushima: Ulrike Haage im Interview</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 11:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Ulrike Haage ist Pianistin und Komponistin, sie ist die erste und bislang einzige Frau, die den Deutschen Jazzpreis bekommen hat, und sie ist nominiert für den Deutschen Musikautorenpreis, der am heutigen Donnerstag in Berlin vergeben wird. Die Frauenbigband Reichlich Weiblich, die Rainbirds, Kooperationen mit FM Einheit und Meret Becker gehören zu den Stationen ihrer vielseitigen künstlerischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste"><a rel="attachment wp-att-1135" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/11-3-11-%e2%80%93-eine-musikalische-reaktion-auf-fukushima-ulrike-haage-im-interview/image_toolkit-php-4/"><img class="alignleft size-full wp-image-1135" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/image_toolkit.php_3.jpeg" alt="" width="200" height="110" /></a>Ulrike Haage ist Pianistin und Komponistin, sie ist die erste und bislang einzige Frau, die den Deutschen Jazzpreis bekommen hat, und sie ist nominiert für den Deutschen Musikautorenpreis, der am heutigen Donnerstag in Berlin vergeben wird. Die Frauenbigband Reichlich Weiblich, die Rainbirds, Kooperationen mit FM Einheit und Meret Becker gehören zu den Stationen ihrer vielseitigen künstlerischen Laufbahn. Mit in:finitum erschien 2011 ihre dritte Solo-CD. Auf dem IFFF ist sie am Freitag zu Gast.</div>
<div><span id="more-1134"></span></div>
<div id="_mcePaste"><strong><br />
Im Oktober ist eine CD aus der Reihe „Edition Filmmusik – Komponiert in Deutschland“ von dir erschienen. Für die CD hast du nicht nur Filmmusik, sondern auch Musik für Hörspiele ausgesucht. Sind beide seelenverwandt?<br />
</strong></div>
<div><strong> </strong></div>
<div id="_mcePaste">Hörspielmusiken komponiere ich ganz ähnlich wie Filmmusiken. Es gibt Themen, charakteristische Sounds und Atmosphären, die untrennbar mit dem Hörspiel, dem Libretto, für das sie geschrieben wurden, verbunden bleiben. Und sofern es das Budget erlaubt, spiele ich auch Hörspielmusiken gerne mit Musikern live ein. Die Idee, auf einer Filmmusik-CD auch Hörspielsoundtracks zu veröffentlichen, fanden Horst Peter Koll vom Filmdienst und die Festival-Leiterin Silke Räbiger sofort sehr reizvoll, weil es beide Metiers gleichberechtigt zeigt. Es gibt keine Tradition, Hörspielsoundtracks zu veröffentlichen, wie es sie im Film gibt.</div>
<div id="_mcePaste"><strong><br />
Du hast einmal gesagt, der Film „Sans Soleil“ von Chris Marker hat für immer deine Art zu komponieren verändert. Kannst du sagen, wie er sie verändert hat?</strong>Als ich „Sans Soleil“ das erste Mal gesehen habe, hat mich der Film zutiefst beeindruckt, weil er einen so eigenwilligen Kommentar über den Bildern hatte. Briefe, Geschichten, Gedankenverbindungen, die mir eher assoziativ montiert erschienen als konstruiert. Elegant formuliert und inhaltlich spannend, da Poesie und Politik fließend ineinander übergingen. Dazu Bilder, die mal passen, mal fremd zu sein scheinen, aber gerade dadurch wird den Zuschauern ein großer Freiraum gegeben, eigene Gedanken dazu zu spinnen. Diese Art, Sounds, Worte und Bilder zusammen zu bauen, hat meine Art, Musik zu denken, zu komponieren, bestärkt und angeregt. Nicht linear, sondern vertikal und assoziativ Ton und Wort miteinander zu verschneiden und dem, was dann entsteht, neuen Raum einzuräumen.</div>
<div id="_mcePaste"><strong><br />
Du arbeitest gerade an einem Radiofeature über Chris Marker.<br />
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<div id="_mcePaste">Das wird eine Klanghommage mit  O-Tönen aus Markers Filmen und meinen Kompositionen, darüber laufen Kommentare und Interviewfetzen von ihm. Es gibt ein Manuskript, das nur aus Originalzitaten besteht. Kein Kommentar, keine Wertungen. Ein Klangtrip durch seine Welt mit wunderbaren Stimmen, wie zum Beispiel Hanns Zischler oder Ken Yamamoto. Es gibt auch zwei knappe Filmnacherzählungen von „ La Jetée“ und „Sans Soleil“. Ein ziemlich großes Unterfangen, das alles in 54 Minuten zu zeigen. Der WDR sendet dieses Feature am 7. Mai 2011 um 12 Uhr.</div>
<div id="_mcePaste"><strong><br />
Deine Radiofeature und -hörspiele handeln oft von Künstlerinnen und Künstlern wie Eva Hesse, Louise Bourgeoise oder Oskar Schlemmer. Wann wird eine Künstlerin oder ein Künstler für deine Arbeit interessant?<br />
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<div id="_mcePaste">Wenn die Sprache eine wichtige Rolle in der Arbeit des Künstlers, der Künstlerin spielt.</div>
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Vor 25 Jahren hast du unter dem Eindruck der Katastrophe von Tschernobyl ein beeindruckendes Stück „Nuclear Footprint“ für die damalige Frauenbigband Reichlich weiblich komponiert. Nun gab es schon wieder einen ähnlichen Atomunfall in Japan. Wie hast du reagiert?<br />
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<div><strong> </strong></div>
<div id="_mcePaste">Ich habe ähnlich betroffen reagiert wie damals. Es gibt mit Fukushima drei große Weltgeschehnisse, die sofort eine „musikalische Umsetzung meiner Gefühle“ erforderten, – sonst wäre ich implodiert – das waren Tschernobyl, das Tian‘anmen Massaker („Two faces“, gemeinsam mit Katharina Franck) und Fukushima. Es entsteht gerade das Musikwerk „11 3 11“ für Streichtrio, Schlagwerk, Mezzo Sopran und Flügel.</div>
<div><strong><br />
Du hattest für das kommende Jahr mit Eric Schäfer eine Japantournee geplant. Wird es dabei bleiben?<br />
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<div><strong> </strong></div>
<div id="_mcePaste">Das wissen wir noch nicht. Durch die ungeheuren Ereignisse in Japan sind wir beide erst einmal ins Stocken gekommen, was unser Konzept für die Tourneereise in Japan betrifft. Es handelte sich um das „Erfinden der Geschichte“ für ein japanisches Toninstrument, das vor langer Zeit dort wiedergefunden, dessen Herkunft aber nicht mehr nachvollziehbar ist. Die Erfindung dieser Geschichte wollten wir mit Reisen und Tonaufnahmen in Japan verbinden. Um Moderne und Tradition, Phantasie und Realität.</div>
<div id="_mcePaste"><strong><br />
Du arbeitest im Moment an einer Kinderoper. Ist das wieder etwas ganz neues für dich?<br />
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<div id="_mcePaste">Für Opernsänger und Sängerinnen zu schreiben, ist neu für mich. Aber mir hat gleich zu Beginn der Anfrage das Thema gefallen: Reineke Fuchs. Ausserdem reizt es mich sehr, Goethes Texte zu vertonen. Das ist nicht leicht, da die Sprache komplex ist und die Rhythmik der Sprache sehr eigene Bögen hat. Die Songs enthalten Anspielungen auf operntypische Singweisen und fordern die Sänger und Sängerinnen auf, ihre Stimmen zu zeigen. Dennoch wird es das kleine musikalische Extra in den Stücken geben, das aus meiner Geschichte als Pop- und Jazzmusikerin, aber auch als Theatermusikerin auf der Bühne kommt.</div>
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Konzert</strong> und anschließendes Gespräch mit Hans Peter Koll, Filmdienst</div>
<div>Fr 15.4., 21 Uhr, domicil</div>
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Links:</strong></div>
<div id="_mcePaste"><a href="http://www.myspace.com/ulrikehaage/music" target="_blank">http://www.myspace.com/ulrikehaage/music</a></div>
<div id="_mcePaste"><a href="http://culturmag.de/musik/interview-mit-ulrike-haage/" target="_blank">http://culturmag.de/musik/interview-mit-ulrike-haage/</a></div>
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		<title>Was tun? 70.000 Sonnenblumen pflanzen!</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 10:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Outside Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer nicht bis Samstag warten will, um Saatbomben zu werfen und die Stadt mit frischem Grün zu überziehen, kann auch am Freitag schon aktiv werden: Auf facebook wurde der „Sunflower Guerilla Day“ ausgerufen, eine Aktion, die perfekt zum Festival-Fokus WAS TUN? und insbesondere zum Workshop „Connected Open Greens“ mit Annemie Maes passt. 70.000 wollen mitmachen.

Genau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1125" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/was-tun-70-000-sonnenblumen-pflanzen/image_toolkit-php-3/"><img class="alignleft size-full wp-image-1125" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/image_toolkit.php_2.jpeg" alt="" width="200" height="111" /></a>Wer nicht bis Samstag warten will, um Saatbomben zu werfen und die Stadt mit frischem Grün zu überziehen, kann auch am Freitag schon aktiv werden: Auf facebook wurde der „Sunflower Guerilla Day“ ausgerufen, eine Aktion, die perfekt zum Festival-Fokus WAS TUN? und insbesondere zum Workshop „Connected Open Greens“ mit Annemie Maes passt. 70.000 wollen mitmachen.</p>
<p><span id="more-1123"></span></p>
<p>Genau die Idee, die Annemie Maes mit ihrem Workshop auf dem IFFF verfolgt, hatte auch facebook-User Don Tobbo Bassero: in den zubetonierten Stadtlandschaften grüne Oasen zu etablieren. Hässliche Ecken wie Straßeninseln oder Bushaltestellen dürfte es reichlich geben, einzige Voraussetzung: ein bisschen Erde muss vorhanden sein, damit die Sonnenblumen-Kerne Wurzeln treiben können. Dann nur noch Kerne in die Erde drücken, warten (bei ausbleibendem Regen vielleicht auch mal wässern), über Sonnenblumen freuen. Don Tobbo empfiehlt, alle Freunde einzuladen und gemeinsam den neuen Status als Sunflower-Guerilla zu feiern. Fast 70.000 facebook-User sind dabei. Infos gibt&#8217;s auf der „<a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=167924369924682" target="_blank">Sunflower Guerilla Day</a>“-Seite auf facebook.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wenn Töten zur Verzweiflungstat wird &#8211; „The Lie Of The Land“</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 23:09:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>c.donath</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Ursprünglich als Dokumentation über die kürzlich verbotene Fuchsjagd in Großbritannien geplant, entwickelt sich „The Lie Of The Land“ von Regisseurin Molly Dineen aus dem Jahr 2007 schnell zu einer Odyssee durch die raue Wirklichkeit britischer Bauernhöfe. Von der Regierung im Stich gelassen, kämpfen die Bauern um ihr eigenes Überleben – und gehen dabei über Leichen.
Auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1104" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/14/wenn-toten-zur-verzweiflungstat-wird-the-lie-of-the-land/the_lie_of_the_land_teaser/"><img class="alignleft size-full wp-image-1104" title="the_lie_of_the_land_teaser" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/the_lie_of_the_land_teaser.jpg" alt="The Lie Of The Land Teaser" width="200" height="141" /></a>Ursprünglich als Dokumentation über die kürzlich verbotene Fuchsjagd in Großbritannien geplant, entwickelt sich „The Lie Of The Land“ von Regisseurin Molly Dineen aus dem Jahr 2007 schnell zu einer Odyssee durch die raue Wirklichkeit britischer Bauernhöfe. Von der Regierung im Stich gelassen, kämpfen die Bauern um ihr eigenes Überleben – und gehen dabei über Leichen.<span id="more-1100"></span></p>
<p>Auf den ersten Blick wirkt es fremd und verstörend, wie Bauer Ian auf seine Kälber zugeht. Beruhigend redet er auf sie ein und streichelt ihnen über den Kopf, als ob er ihnen nichts Böses wolle. Dann richtet er die Pistole auf ihre Stirn und drückt ab. Während die Tiere noch reflexhaft die letzten Zuckungen von sich geben, schmeißt Ian sie auf seinen Pick-Up und fährt sie an einen geeigneten Ort, um sie zu häuten. Warum er sie tötet? Weil sie eine Kreuzung sind, die nicht viel Fett ansetzt und die somit wertlos ist. Sie haben die falsche Farbe, das falsche Geschlecht, die falschen Karten. Nur die Weibchen kommen durch, wenn sie als Milchkühe Verwendung finden. Paul ist nicht glücklich über die Situation und ärgert sich darüber, dass die Regierung die Füchse schützt, aber nicht das Farmvieh.</p>
<p>Molly Dineen begleitet drei Bauern in ihrem alltäglichen Geschäft und erfährt von Mastbetrieben, die zu Ackerbetrieben wurden, weil die Tiere ökonomisch nicht mehr rentabel waren. Von den veränderten Erwartungen, die Menschen gegenüber Lebensmitteln haben und von der daraus resultierenden, fehlenden Unterstützung regionaler Bauern. Und von einer Regierung, die immer mehr Nahrungsmittel importieren will und damit die Landwirtschaft zugrunde richtet. Auch die Bauern fühlen sich nicht wohl dabei, ihr eigenes gesundes Vieh zu erschießen, doch sie müssen wirtschaftlich denken. Sie glauben, die Menschen akzeptieren das, weil diese Tiere für sie nur noch abgepackte Ware sind und sie vor der grausamen Realität abgeschirmt werden.</p>
<p>„The Lie Of The Land“ zeigt die knallharte Realität, in der die Bauern sich bewegen, und portraitiert dabei geschickt ihre Ausweglosigkeit inmitten von Nahrungsmittelpolitik und Existenzangst. Harte Bilder gehen hier Hand in Hand mit harten Fakten und sind sicher nichts für zart Besaitete. Damit bleibt Molly Dineen auf einer Ebene, von der sie etwas versteht. Egal, ob eine einsturzgefährdete U-Bahn-Station in London oder der Londoner Zoo kurz vor dem finanziellen Zusammenbruch, jedes heikle Thema findet seinen Platz auf der Leinwand. Molly Dineens Filme wurden mehrfach ausgezeichnet, so gewann auch „The Lie Of The Land“ 2007 den BAFTA-Award in der Kategorie „Single Documentary“.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Entspannt Filme gucken im Videocafé</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 18:27:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>v.schareina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Inside Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht immer hat man zu allen Terminen des Festivalprogramms Zeit, sich auf den Weg zum jeweiligen Kino zu machen. Das naheliegende Videocafé stellt daher eine gute Alternative dar, sich den gewünschten Film in aller Ruhe und unabhängig von den Festivalzeiten anzuschauen. Ebenso kann man hier die Wartezeit zwischen zwei Filmen sinnvoll überbrücken. Die Lounge des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1080" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/13/entspanntes-filmegucken-im-videocafe/videocafe/"><img class="alignleft size-medium wp-image-1080" title="Videocafé" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Videocafé-200x150.jpg" alt="Videolounge" width="200" height="150" /></a>Nicht immer hat man zu allen Terminen des Festivalprogramms Zeit, sich auf den Weg zum jeweiligen Kino zu machen. Das naheliegende Videocafé stellt daher eine gute Alternative dar, sich den gewünschten Film in aller Ruhe und unabhängig von den Festivalzeiten anzuschauen. Ebenso kann man hier die Wartezeit zwischen zwei Filmen sinnvoll überbrücken. Die Lounge des Videocafés ist mit ein paar wenigen Fernsehern sowie fast dem kompletten Bestand der Festivalfilme ausgestattet. Vom Dortmunder U aus sind es nur etwa 400 Meter Fußweg bis dorthin.</p>
<p><span id="more-1079"></span>Hier die genaue Wegbeschreibung: Wenn man aus dem Haupteingang des Dortmunder U kommt, geht man Richtung Hauptstraße und überquert hier die Straße. Auf dieser Seite geht man nach rechts die Straße Hoher Wall entlang bis zu einem Einrichtunsgeschäft mit dem Namen &#8220;Heimatdesign&#8221;. Direkt daneben befindet sich das Videocafé mit der Hausnummer 15. Der für den Verleih zuständige Mensch hilft bei Fragen weiter. Möglicherweise sind von den Kurzfilmem des Festivals nicht alle verfügbar. Neben diversen Filmen hat man hier zudem die Möglichkeit, über WLAN ins Internet zu gehen.</p>
<p>Öffnungszeiten:</p>
<p>Dienstag 15-18 Uhr                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Mittwoch bis Samstag 10-20 Uhr                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 Sonntag 10-18 Uhr</p>
<p><em>Vivian Schareina</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Beeindruckender Eröffnungsfilm des Festivals: „También la lluvia“</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 12:09:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.lienemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[
Gestern Abend lief im Dortmunder Cinestar erstmals der Eröffnungsfilm „También la lluvia“. In dem Drama inszeniert die spanische Regisseurin Icíar Bollaín den Aufstand einer bolivianischen Stadt gegen die Privatisierung der Wasserversorgung. Der Film handelt vom leicht naiven Filmemacher Sebastian, der in Bolivien einen Film über Christoph Kolumbus drehen will. Die Zuschauer verfolgen seine Dreharbeiten und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1017" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/13/beeindruckender-eroffnungsfilm-des-festivals-%e2%80%9etambien-la-lluvia%e2%80%9c/image_toolkit-3/"><img class="size-full wp-image-1017 alignleft" title="image_toolkit" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/image_toolkit2.jpg" alt="También la lluvia: Film im Film" width="180" height="120" /></a></p>
<p>Gestern Abend lief im Dortmunder Cinestar erstmals der Eröffnungsfilm „También la lluvia“. In dem Drama inszeniert die spanische Regisseurin Icíar Bollaín den Aufstand einer bolivianischen Stadt gegen die Privatisierung der Wasserversorgung. Der Film handelt vom leicht naiven Filmemacher Sebastian, der in Bolivien einen Film über Christoph Kolumbus drehen will. Die Zuschauer verfolgen seine Dreharbeiten und sein Handeln, aber auch Ausschnitte aus seinem Film. So entsteht ein raffiniertes Spiel mit den Filmebenen.</p>
<p><span id="more-975"></span>Der junge spanische Regisseur Sebastian (Gael García Bernal) macht sich mit seiner Filmcrew auf den Weg nach Bolivien, um dort einen Film über die Folgen der Kolonialisierung Lateinamerikas zu drehen. Schauplatz ist die Provinzstadt Cochabamba. Schon beim Casting der Schauspieler wird klar: Sebastian lebt mit Leib und Seele für seinen Film. Es ist ihm wichtig, die Ureinwohner Boliviens durch Laien aus der bolivianischen Unterschicht darstellen zu lassen und so fällt die Wahl des indigenen Hauptdarstellers auf Daniel, der sich bald als Widerstandskämpfer entpuppt.</p>
<p>Ziel von Sebastians Film ist es, auf die Unterdrückung und die Sklaverei aufmerksam zu machen, die Christoph Kolumbus an den Ureinwohnern Lateinamerikas verübte. In seinem Elan und seiner Begeisterung merkt Sebastian allerdings nicht, wie sich schon bald Parallelen zwischen seinem Film und seinem tatsächlichen Handeln ergeben. Während Kolumbus die Ureinwohner ausbeutete und versklavte, stehen auch bei Sebastian und seinem Filmteam die eigenen Interessen an oberster Stelle. So zahlen sie ihren Darstellern einen geringen, für Bolivien normalen Lohn und freuen sich über die geringen Produktionskosten.</p>
<p>Allerdings verschärft sich die Situation in Cochabamba. Schnell bekommt das Filmteam von den dort herrschenden Unruhen mit, die sich immer weiter zuspitzen. Die indigene Bevölkerung kämpft gegen die Privatisierung der Wasserversorgung. Dabei kommt es zu immer brutaleren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Daniel ist tief in die Widerstandkämpfe verwickelt und auch Bestechungsversuche der Filmcrew können ihn nicht davon abhalten, für seine Grundbedürfnisse zu kämpfen. Vor allem Produzent Costa (Luis Tosar) erweist sich zunächst als besonders kaltherzig.</p>
<p>Als schließlich in der Stadt der Notstand ausgerufen wird, entschließt sich das Filmteam, diese zu verlassen. Auch Sebastian, der den Film unbedingt fertig stellen möchte, wird schwerenHerzens zur Abreise überredet. Im letzten Moment kommt Daniels Frau und bittet Costa um Hilfe, ihre verletzte Tochter Belén, die ebenfalls eine Rolle im Film gespielt hat, ins Krankenhaus zu bringen. Costa ist hin und her gerissen und gibt letztendlich nach, während Sebastian aus Angst nicht hilft. Damit gibt er sein sonst so idealistisches Handeln auf, während Produzent Costa erkennt, dass es wichtigere Dinge als den Film gibt.</p>
<p>Während Costa einen Wandel erlebt und Daniel ihm am Ende dankbarfür die Rettung seiner Tochter ist, wird Sebastians Film also nicht fertig gestellt.</p>
<p>Icíar Bollaín thematisiert mit ihrem Film eine tatsächliche Begebenheit, nämlich die Problematik der Wasserprivatisierung in Lateinamerika. Für viele Zuschauer ist dies ein volkommen unbekanntes Thema, was den Film auf jedenfall sehenswert macht. Außerdem überzeugen die Hauptdarsteller mit grandiosen schauspielerischen Leistungen. Insgesamt regt der Film zum Nachdenken an und ist, obwohl er von Leidenschaft und großen Gefühlen handelt, alles andere als kitschig.</p>
<p><em>Sara Lienemann</em></p>
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		<title>Mögen die Spiele beginnen – Die IFFF-Eröffnung</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 11:49:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.guettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inside Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Dienstagabend wurde das Internationale Frauenfilmfestival im Kino Cinestar eröffnet – bei Begrüßungssekt im Abendrot. Rund 550 filmbegeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten diese erste Vorführung der diesjährigen Filmfestspiele, eröffnet von Festivalleiterin Silke Johanna Räbiger. Das Publikum war bunt gemischt: Frauen wie Männer, die Dortmunder Kreativ-Szene wie auch ganz normale Kinogänger – und ziemlich viele davon ziemlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a rel="attachment wp-att-1048" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/13/mogen-die-spiele-beginnen-%e2%80%93-die-ifff-eroffnung/_mg_2823axs/"><img class="alignleft size-medium wp-image-1048" title="Eröffnung des IFFF bei Sonnenschein" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/MG_2823axs-200x133.jpg" alt="Foto: Tina Umlauf" width="200" height="133" /></a>Am Dienstagabend wurde das Internationale Frauenfilmfestival im Kino Cinestar eröffnet – bei Begrüßungssekt im Abendrot. Rund 550 filmbegeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten diese erste Vorführung der diesjährigen Filmfestspiele, eröffnet von Festivalleiterin Silke Johanna Räbiger. Das Publikum war bunt gemischt: Frauen wie Männer, die Dortmunder Kreativ-Szene wie auch ganz normale Kinogänger – und ziemlich viele davon ziemlich jung.<span id="more-1042"></span></p>
<p style="text-align: left;">Im stimmungsvollen Abendrot nahm Festivalleiterin Silke Johanna Räbiger die meisten Gäste persönlich in Empfang. Darunter auch die Mitglieder der Jury des Internationalen Spielfilmwettbewerbs: die deutsche Kabarettistin Maren Kroymann und  die Autorin des amerikanischen Blogs &#8220;Women and Hollywood&#8221;, Melissa Silverstein. Das dritte Jury-Mitglied, die Niederländerin Claudia Landsberger, reist erst einen Tag später an.</p>
<p style="text-align: left;">Mit einer Ansprache begrüßte Schrimherrin und Bürgermeisterin Birgit Jörder das Publikum. In ihrer Rede betonte sie die Bedeutung des Frauenfilmfestivals in einer Gesellschaft, in der die Gleichstellung der Frau auch nach Jahren der Emanzipation noch immer nicht gesichert sei: &#8220;Es kann hier keine Entwarnung geben!&#8221; Außerdem schätze sie die langjährige Unterstützung vieler Unternehmen für das IFFF – und sie lobte das Festival an sich. &#8220;Die Stadt verfolgt das Internationale Frauenfilmfestival mit sehr großer Sympathie.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Wie schon seine Vorrednerin beschäftigte sich auch Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann mit dem diesjährigen Leitmotiv des Festivals, &#8220;Was tun – Filme zur Situation&#8221;. In einem längeren Grußwort hinterfragte er das Motto und kam zu dem Schluß: &#8220;Begeisterung für Film kann Begeisterung für Themen erzeugen. Begeisterung für Aktionen im Film kann Bewegung erzeugen, Veränderungen anregen – Filmschaffen ist gesellschaftspolitisches Instrumentarium.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;"><a rel="attachment wp-att-1049" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/13/mogen-die-spiele-beginnen-%e2%80%93-die-ifff-eroffnung/_mg_2916axs-2/"><img class="size-medium wp-image-1049 alignleft" title="Silke Johanna Räbiger eröffnet die IFFF" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/MG_2916axs1-200x133.jpg" alt="Foto: Tina Umlauf" width="200" height="133" /></a> Zuletzt sprach Festivalleiterin Silke Johanna Räbiger: &#8220;Gegenwärtiger kann ein Thema gar nicht sein. Dabei konnten wir vor mehr als einem halben Jahr nicht wissen, dass heute die Welt buchstäblich brennt.&#8221; Der Ausdruck in Räbigers Stimme ließ spüren, dass sie fest an das glaubt, was sie sagt. &#8220;Die Filme des Festivals werden die Zuschauer nicht unberührt lassen.&#8221; Mit einem herzlichen Willkommen eröffnete sie das Frauenfilmfestival 2011.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><em>Sonia Güttler</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit Saatbomben und Sprühkunst gegen die Unwirklichkeit der Städte</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 10:26:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.pieplow</dc:creator>
				<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frage WAS TUN? ist in dieser Woche nicht nur Thema vieler Filme in den Dortmunder Festival-Kinos, sondern wird auch in die Dortmunder Straßen getragen: Am Freitag und Samstag öffnet das Festival die Debatte um den öffentlichen Raum mit dem Projekt „Oase in Beton“ in der Kampstraße: Das Künstlerkollektiv Labsa lädt in Kooperation mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-980" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/13/mit-saatbomben-und-spruhkunst-gegen-die-unwirtlichkeit-der-stadte/image_toolkit-2/"><img class="alignleft size-full wp-image-980" title="image_toolkit" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/image_toolkit1.jpg" alt="" width="200" height="111" /></a>Die Frage WAS TUN? ist in dieser Woche nicht nur Thema vieler Filme in den Dortmunder Festival-Kinos, sondern wird auch in die Dortmunder Straßen getragen: Am Freitag und Samstag öffnet das Festival die Debatte um den öffentlichen Raum mit dem Projekt „Oase in Beton“ in der Kampstraße: Das Künstlerkollektiv Labsa lädt in Kooperation mit dem IFFF Dortmunder BürgerInnen und FestivalbesucherInnen ein zum Mitmachen, Lauschen, Diskutieren, Kennenlernen, Schlemmen und Filme anschauen: Wie kann jede und jeder Einzelne dazu beitragen, öffentlichen Raum zu gestalten?<span id="more-976"></span></p>
<p>Zwei Tage lang wird ein Teil der Dortmunder Innenstadt zum Experimentierfeld für eine nachhaltige und menschenfreundliche Nutzung des öffentlichen Raums. Das Herzstück der „Oase in Beton“ ist ein mit Solarzellen bestücktes Wohnmobil, das die Aktivitäten vor Ort mit Solarstrom versorgt – und damit zugleich eine Reminiszens ist an den IFFF-Film <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/12/%E2%80%9Ea-road-not-taken%E2%80%9C-%E2%80%93-vom-scheitern-einer-energiewende/#more-787">A Road Not Taken</a>, der von dem gescheiterten Versuch des damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter Ende der 70er Jahre erzählt, die Energieversorgung der USA auf erneuerbare Enrgien umzustellen.</p>
<p>Das mobile Festivallabor in der Kampstraße 47 möchte mit zahlreichen Aktivitäten motivieren, den Lebensraum Stadt ökologischer und lebenswerter zu gestalten: Rund um die „Oase in Beton“ wird beispielsweise mit Saatbomben für baldiges Grünen und Blühen gesorgt  – Guerilla Gardening ist hier das Stichwort. Oder mit einer Strick-mit-Performance Masche für Masche öffentlicher Raum verschönert. Welche Motive sich für Sprühkunst eignen und wie man entsprechende Schablonen herstellt, zeigt ein Stencil-Workshop. Ein Foto-Workshop der Künstlerin Susanne Henning zeigt Kindern und Jugendlichen, wie sie in einer urbanen Landschaft Foto-Motive entdecken können.</p>
<p>In einer mobilen Fahrradwerkstatt können BesucherInnen ihre Fahrräder checken und gemeinsam mit Mitgliedern der VeloKitchen reparieren. Außerdem kann man Musik von „L&#8217;esprit du temps“ lauschen, das Kunstprojekt „Unbehaust – 100 Zelte Kunst“ von Daniel Kasselmann oder das Wissens-Transferprojekt „Tausche Bildung für Wohnen“ kennenlernen, gesund und lecker im VeloKitchen essen und Vieles mehr.</p>
<p>Wieviel Raum in Dortmund am Freitag und Samstag die „Oase in Beton“ kreativ und ökologisch erobern kann, liegt übrigens ganz in der Hand der Teilnehmer: Mit Geld, das sie in die Parkuhren werfen, bestimmen sie den Aktionsradius und die Dauer dieses Experiments.</p>
<p>Termin: 15. und 16. April 2011, 12-22 Uhr. Ort: Parkbucht in der Kampstraße 47.<br />
Das genaue Programm gibt es <a href="http://cb-tm.de/notiz/download.php?id=60378">hier</a> zum Download.</p>
<p><em>Birgit Pieplow</em></p>
<p>Bild: Labsa (Sławek Drajer)</p>
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		<title>Gegen das Kinosterben: Das SweetSixteen ist neues Festivalkino</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 10:04:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival-Orte]]></category>

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		<description><![CDATA[Als das Internationale Frauenfilmfestival vor zwei Jahren das letzte Mal in Dortmund stattfand, gab es das SweetSixteen im Depot in der Nordstadt noch gar nicht. Erst im Oktober 2009 eröffneten Suse Solbach, Frank Haushalter und Peter Fotheringham das Programmkino im Kulturzentrum Depot. Die „süßen Sechzehn“ sind eine Anspielung auf den 16mm-Schmalfilm, das bevorzugte Filmmaterial der Kinomacher. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1004" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/13/gegen-das-kinosterben-das-sweetsixteen-ist-neues-festivalkino/depot/"><img class="alignleft size-full wp-image-1004" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Depot.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a>Als das Internationale Frauenfilmfestival vor zwei Jahren das letzte Mal in Dortmund stattfand, gab es das SweetSixteen im Depot in der Nordstadt noch gar nicht. Erst im Oktober 2009 eröffneten Suse Solbach, Frank Haushalter und Peter Fotheringham das Programmkino im Kulturzentrum Depot. Die „süßen Sechzehn“ sind eine Anspielung auf den 16mm-Schmalfilm, das bevorzugte Filmmaterial der Kinomacher. Der Neuling beim IFFF hat gleich einiges zu bieten: Neben dem Schulkinoprogramm gibt es Stummfilme mit Klavierbegleitung, Animationsfilme und die lange Filmnacht – inklusive einer Comic-Lesung von und mit Ariel Schrag.</p>
<p><span id="more-998"></span></p>
<div id="_mcePaste">Die Idee, regelmäßig Filme abseits der großen Blockbuster in Dortmund zu zeigen, gibt es schon länger als zwei Jahre: „Als um 2001 herum das große Kinosterben mit der Eröffnung des Cinestar begann, wollten wir dem etwas entgegensetzen“, sagt Peter Fotheringham, der zusammen mit Suse Solbach und Frank Haushalter den Vorstand des „sweetSixteen-filmclub e.V.“ bildet. Zunächst zeigten die Kino-Begeisterten ihre Filme mit mobilen Projektoren einmal im Monat an verschiedenen Orten.</div>
<div id="_mcePaste">2009 erfüllte sich dann der Traum von einer festen Spielstätte. In jeder freien Minute werkelten die Sweeties, wie sie sich selbst nennen, um die Holzwerkstatt des ehemaligen Dortmunder Straßenbahndepots in einen Kinosaal zu verwandeln. Für den Umbau bekamen sie finanzielle Unterstützung der Filmstiftung NRW, der Filmförderungsanstalt Berlin und der Sparkasse Dortmund, den Kinobetrieb stemmen die Ehrenamtlichen aber alleine. „Wir haben hier wirklich eine Sieben-Tage-Woche – und das neben unserer regulären Arbeit, mit der wir Geld verdienen müssen“, sagt Peter Fotheringham. Die Motivation für dieses ehrenamtliche Engagement? „Die Liebe zum ursprünglichen Kino ist einfach groß. Nur indem wir uns engagieren, können wir Filme in Dortmund zeigen, die man hier sonst nie hätte sehen können.“</div>
<div id="_mcePaste">Die Sweeties richten sich bei ihrer Programmgestaltung nicht nach Besucherzahlen. „In den großen Kinos werden ja sechs bis acht Wochen lang fast die gleichen erfolgreichen Filme gezeigt. Bei uns läuft ein Film in der Regel zwei Wochen“, erklärt Fotheringham. „Deswegen machen wir das Ganze ja: Wir wollen möglichst viele Filme zeigen, die wir gut finden.“ Außerdem müssen sich Besucher beim sweetSixteen keine kommerzielle Werbung anschauen, und es gibt ungewöhnliche Veranstaltungen, zum Beispiel das Kiwaki: das Kinderwagenkino für Mütter mit kleinen Kindern, bei dem es heller und ein wenig leiser im Saal zugeht als normalerweise.</div>
<p><em>Mareike Potjans</em></p>
<p>Bild: Anna Berneiser</p>
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		<title>Was tun? Per Rad zum Kino!</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 09:30:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>p.werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inside Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Schönstes Radfahrwetter in Dortmund! Und das bisschen Gegenwind können wir doch wohl ignorieren – also rauf aufs Rad und ab zum nächsten Festivaltermin. Vor jeder Spielstätte des IFFF stehen ein paar von den schicken Leihrädern im Festival-Design. Insgesamt sind es 30 Stück, die metropolradruhr den Zuschauerinnen und Zuschauern zum Vorzugspreis von 50 Cent pro Stunde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-988" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/13/was-tun-per-rad-zum-kino/ohne-titel/"><img class="alignleft size-full wp-image-988" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Ohne-Titel.png" alt="" width="200" height="136" /></a>Schönstes Radfahrwetter in Dortmund! Und das bisschen Gegenwind können wir doch wohl ignorieren – also rauf aufs Rad und ab zum nächsten Festivaltermin. Vor jeder Spielstätte des IFFF stehen ein paar von den schicken Leihrädern im Festival-Design. Insgesamt sind es 30 Stück, die metropolradruhr den Zuschauerinnen und Zuschauern zum Vorzugspreis von 50 Cent pro Stunde anbietet.</p>
<p><span id="more-979"></span>Wer getreu dem Festival-Motto handeln will, bewegt sich am besten per Muskelkraft fort. Vor der ersten Ausleihe muss man sich einmalig registrieren, danach können die Räder jederzeit per Handy gebucht werden.</p>
<p>Auf der <a href="http://www.metropolradruhr.de/verleih00.html" target="_blank">Website</a> von metropolradruhr wird erklärt, wie&#8217;s funktioniert. Auch das Festival-Team an der Infotheke im Dortmunder U gibt gerne Auskunft.</p>
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		</item>
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		<title>Warum tun wir nichts? – Zur Filmreihe „Age of Stupid“</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 08:24:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>a.zapert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[„Age of Stupid“– provokativ, einfach und fast plakativ ist der Titel eines Films, den das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund&#124;Köln zeigt. Er steht für eine ganze Reihe von Filmen, die sich kritisch mit dem Zeitalter befassen, in dem wir leben. Ein Thema, das gerade nach den Ereignissen der letzten Wochen und Monate besonders aktuell erscheint, aber eigentlich nie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-907" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/13/warum-tun-wir-nichts-%e2%80%93-zur-filmreihe-%e2%80%9eage-of-stupid%e2%80%9c/200px-atomkraft_nein_danke-svg/"><img class="alignleft size-full wp-image-907" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/200px-Atomkraft_Nein_Danke.svg_.png" alt="" width="200" height="200" /></a>„Age of Stupid“– provokativ, einfach und fast plakativ ist der Titel eines Films, den das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln zeigt. Er steht für eine ganze Reihe von Filmen, die sich kritisch mit dem Zeitalter befassen, in dem wir leben. Ein Thema, das gerade nach den Ereignissen der letzten Wochen und Monate besonders aktuell erscheint, aber eigentlich nie an Brisanz verlieren sollte. Bürgerkriege in Nordafrika, Tsunamis, die Atomkatastrophe in Fukushima – in Deutschland eine verfehlte Atompolitik. Die Nachrichten überschlagen sich, Newsticker im Wettlauf mit der Echtzeit. Eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die das Herz von Verschwörungstheoretikern und Endzeitpropheten höher schlagen lässt. Es fällt beinahe schwer, die Freunde der Apokalypse vollkommen zu ignorieren, die an die Maya-Prophezeiung vom Weltuntergang 2012 glauben.</p>
<p><span id="more-898"></span></p>
<p>In der globalen Welt sind Länder dicht miteinander vernetzt. Auswirkungen unseres Handelns oder unterlassenen Handelns haben weitreichende Folgen. Politische Entscheidungen, die bei uns getroffen werden, sind spürbar für Menschen auf anderen Kontinenten. Dank der globalen medialen Vernetzung werden wir alle zu Zeugen des Geschehens. Gravierende Missstände tun sich auf: eine beispiellose Zerstörung unseres Planeten, Klimaerwärmung, unwürdiger Umgang mit Menschen und Tieren, Unterstützung von Diktaturen, Pharmaindustrien, die sich lieber an den Krankheiten bereichern statt zu heilen, kurzfristige Gewinnmaximierung auf Kosten Anderer – all das aus reiner Profitsucht. Das große Paradoxon unserer Zeit liegt darin, dass uns, anders als zur Zeit der Industrialisierung, längst das Wissen und die Technologien zur Verfügung stehen, um beispielsweise eine intelligente, nachhaltige Energiepolitik umzusetzen, von der wir langfristig profitieren würden. Kaum jemand setzt sich mit der moralischen und ethischen Verantwortung, die jeder Erdenbürger trägt, wirklich auseinander. Umso wichtiger erscheinen gute Filme, die uns informieren, aufklären und sensibilisieren, die uns die Vielfalt der Welt aufzeigen, ihre Widersprüche und Komplexität näher bringen.</p>
<p>Dokumentarfilme können unbequeme Wahrheiten aufdecken und die Öffentlichkeit auf Missstände aufmerksam machen oder wie in dem Film <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/12/if-you-lose-something-small-in-the-world-you-lose-a-lot-%E2%80%9Ethere-once-was-an-island%E2%80%9C/#more-390">There Once Was an Island</a> aus der Reihe „Age of Stupid“ Ungehörten eine Stimme geben. In einem anderen Film aus dieser Reihe, <strong>Waste Land</strong>, geht es um Vorurteile gegenüber Menschen am Rande der Gesellschaft. Filme können ein weites Themenspektrum abdecken und uns in Welten mitnehmen, die einem sonst verschlossen blieben. Der Film <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/12/%E2%80%9Ea-road-not-taken%E2%80%9C-%E2%80%93-vom-scheitern-einer-energiewende/#more-787">A Road Not Taken</a> ist ein Paradebeispiel für ungenutzte Chancen, in neue Technologien und natürliche Energiequellen zu investieren, wie in die Solarenergie. Stattdessen setzte man auf Öl und Atomenergie. Über Alternativen hat man sich jahrzehntelang aus reiner Profitgier nicht genügend Gedanken gemacht. Das Öl wurde zum neuen Gold, das immer knapper wurde. Seinetwegen werden Kriege geführt und Menschen getötet. Die Folgen globaler Erderwärmung sind nicht zu leugnen. Wir sind dabei, unseren Lebensraum zu zerstören.</p>
<p>Umweltkatastrophen wie das Reaktorunglück in Fukushima sind die Folgen jahrzehntelanger Politik der Ignoranz und Verschwendungssucht. Sie zwingen stolze Industrienationen in die Knie und sind eine Warnung für andere. Die Folgen dieses verfehlten Handelns sind verheerend und vermutlich teilweise irreversibel. Die Häufung und Intensität dieser Naturkatastrophen ermahnt und treibt Menschen in Deutschland auf die Straßen, um gegen die verlogene Atompolitik der Bundesregierung zu protestieren. Es bleibt zu hoffen, dass der Protest keine Eintagsfliege bleibt und der Druck, der von ihm ausgeht, eine wirkliche Wende hin zu einem verantwortungsvollen Handeln einleitet.</p>
<p>Die Zeit wird knapp und die Vision aus „Age of Stupid“ rückt immer näher. Wenn sich nichts ändert, werden wir uns am Ende die gleiche Frage stellen wie der Protagonist im Film: Warum haben wir nichts getan, als wir noch die Möglichkeit dazu hatten?</p>
<p><em>Adam Zapert</em></p>
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		<title>„Manchmal möchte man fliegen“ – Leben zwischen Platte und Planerfüllung</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 07:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.pieplow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Die „Platte“ – einst Symbol sozialistischer Städtebau-Utopie, nach der Wende vielfach von ihren Bewohnern verlassen, inzwischen für manche begehrtes Ostalgie-Wohnkultobjekt. Der 1980 entstandene Dokumentarfilm „Manchmal möchte man fliegen“ von Gitta Nickel, einer der renommiertesten Dokumentaristinnen der DDR, begleitet eine Brigade ein Jahr lang beim Aufbau einer gigantischen Plattenbau-Siedlung in Berlin-Marzahn. Entstanden ist ein Portrait von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-671" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/13/%e2%80%9emanchmal-mochte-man-fliegen%e2%80%9c-%e2%80%93-leben-zwischen-platte-und-planerfullung/marzahn_klein/"><img class="alignleft size-full wp-image-671" title="Bild: gnubler / pixelio.de" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/marzahn_klein.jpg" alt="" width="200" height="133" /></a>Die „Platte“ – einst Symbol sozialistischer Städtebau-Utopie, nach der Wende vielfach von ihren Bewohnern verlassen, inzwischen für manche begehrtes Ostalgie-Wohnkultobjekt. Der 1980 entstandene Dokumentarfilm „Manchmal möchte man fliegen“ von Gitta Nickel, einer der renommiertesten Dokumentaristinnen der DDR, begleitet eine Brigade ein Jahr lang beim Aufbau einer gigantischen Plattenbau-Siedlung in Berlin-Marzahn. Entstanden ist ein Portrait von Werktätigen zwischen Platte, Plaste und Planerfüllung, das der DDR-Führung nicht gefallen konnte. Und das damals in keinem DDR-Kino gezeigt wurde.<span id="more-667"></span></p>
<p><strong>Erstaunlich kritische Töne</strong></p>
<p>„Man hätte es vielleicht schmuckweise ein bisschen mehr wohlfühlender gestalten können“, sagt der alte Mann, der im Blaumann auf einer Holzkiste im Garten seines Hofes im alten Dorfkern von Berlin-Marzahn sitzt. Hinter ihm erheben sich die ersten riesigen grauen Plattenbau-Riegel von Marzahn, einem der größten Wohnprojekte der DDR. Vorsichtig und umständlich sucht der Mann nach Worten, um das zu tun, was man 1980 in der DDR eher nicht vor laufenden Kameras tat: Kritik üben an der Umsetzung eines sozialistischen Städtebau-Projekts, in dem Wohnungen für 100.000 Menschen entstehen sollen.</p>
<p><strong>Ziel der DDR-Führung: Wohnraum für alle bis 1990</strong></p>
<p>„Wir bauen eine neue Stadt, die soll die allerschönste sein“, diese Zeile aus Paul Hindemiths Kinderoper aus den 30er Jahren könnte als Fanfare zu dem ertönen, was die DDR-Führung mit ihrem ehrgeizigen Wohnungsbau-Programm von 1972 anstrebte: den Bau moderner Wohnungen für Millionen von Menschen. Wohnungen mit Bad, Toilette und fließend Warmwasser. Wohnungen, die dringend benötigt wurden, weil nach Kriegsende neben der alteingesessenen Bevölkerung Millionen Vertriebene Wohnraum suchten – und die Städte nicht von selbst aus den Ruinen auferstanden.</p>
<p>Bis 1990 sollte der Wohnraummangel beseitigt sein – so die aus heutiger Sicht denkwürdige Zielmarke der DDR-Führung. Überall in der DDR wurden am Stadtrand Neubausiedlungen aus dem Boden gestampft; weil es schnell gehen sollte, in Plattenbauweise. Staatsgelder und Baumaterialien flossen in diese Neubauprojekte, was der Krieg an Gebäuden hatte stehen lassen, verfiel derweil. „Ruinen schaffen ohne Waffen“, witzelte die DDR-Bevölkerung über Honeckers Städtebaupolitik. „Also uns ist gesagt worden, es soll mal restauriert werden. Aber wann, das weiß ich nicht“, sagt denn auch im Film eine Frau aus Alt-Marzahn über ihr Dorf.</p>
<p><strong>Frustrierte junge „Helden der Arbeit“</strong></p>
<p>Kritische Töne sind in Gitta Nickels „Manchmal möchte man fliegen“ erstaunlich oft zu hören für einen Film, den die SED-Führung in Auftrag gegeben hatte. Nicht nur von Bewohnern von Marzahn, denen durch die Plattenbauten Äcker und Gärten genommen wurden. Kritisch äußern sich auch die jungen Bauarbeiter, die Gitta Nickel in diesem Film ein Jahr lang begleitet: Männer der Baubrigade von Taktstraße 13. Da ist die Rede von ausbleibenden Materiallieferungen, sodass für die Männer die Planerfüllung in weite Ferne rückt, von Faulpelzen in der Brigade und von Pfusch am Bau. Von dem Arbeitsdruck, den die jungen Männer mit nach Hause nehmen und der ihre jungen Familien zerbrechen lässt. Helden der Arbeit stellt man sich anders vor.</p>
<p><strong>Mutig: Ein Lied von der Freiheit</strong></p>
<p>Gitta Nickel selbst kommentiert die Bilder ihres Films nicht. Das sei typisch für ihre Filme, hat sie einmal gesagt. Sie lässt Menschen und Bilder sprechen: Etwa mit langen Kamerafahrten entlang den aus dem schlammigen Boden wachsenden uniformen Plattenbau-Fassaden. Oder mit Bildern aus der Vogelperspektive, die vom historischen Dorfkern mit seinen Höfen und Gärten auf die endlos erscheinende Großbaustelle aus Lehm und Beton schwenken.</p>
<p>Dazu <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gE2Yub5RRg0">Filmmusik von Karat</a>, einer der erfolgreichsten DDR-Bands. Und wenn man genau hinhört, was da gesungen wird, wird noch deutlicher, warum Gitta Nickel mit diesem Film den Zorn der Parteiführung auf sich zog: Während zwei junge Bauarbeiter mit ihren Motorrädern über Landstraßen von der Arbeit nach Hause düsen, singen Karat leise vom Albatros, der um die Erde fliegt: „&#8230; vom Südpol nach Norden. Kein Ziel ist zu weit: Der Albatros kennt keine Grenzen.“ Ein Lied von der Freiheit, dazu zwei Motorradfahrer – das erinnert an den amerikanischen Kultfilm Easy Rider. Zufall oder subversive Regie? Ein Politbüromitglied soll jedenfalls, nachdem er den Film gesehen hatte, über Gitta Nickel gesagt haben: „Diesmal lassen wir sie noch fliegen, nächstes Mal fliegt sie.“</p>
<p><strong>Schutz durch internationale Filmpreise</strong></p>
<p>Nickels Auftraggeber hatten erwartet, dass sie eine erfahrene, erfolgreiche Brigade in den Mittelpunkt ihres Films stellt. So rechte Helden der Arbeit eben. Nickel aber suchte sich die jüngste, schwächste und unerfahrenste Baubrigade auf der Großbaustelle aus. Und drehte einen ehrlichen Film. Dass Nickel nach „Manchmal möchte man fliegen“ nicht „flog“, lag wohl vor allem daran, dass der Film beim Internationalen Festival für Dokumentarfilme in Leipzig bereits die „Silberne Taube“ gewonnen hatte; das schützte den Film und die Filmemacherin. Dennoch: In Kinos der DDR wurde der Film nie gezeigt.</p>
<p><strong>Eine Antwort auf „WAS TUN“</strong></p>
<p>Wer diesen Film gesehen hat, versteht ein Stück weit, warum die DDR untergegangen ist – erkennt aber auch, dass es trotz aller drohenden Repressalien mutige und ehrliche Menschen in diesem deutschen Staat gegeben hat. So wie Gitta Nickel. Damit ist „Manchmal möchte man fliegen“ auch eine eindrucksvolle Antwort auf die Frage, <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/01/was-kann-film-tun-eine-annaherung-an-das-motto-des-internationalen-frauenfilmfestivals/">was Film tun kann</a>. Eine sehr gute und dankenswerte Entscheidung der Kuratorinnen des Internationalen Frauenfilmfestivals, diesen Film in der Reihe <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/06/frauen-vor-stadtlandschaft-%E2%80%93-zur-ifff-filmreihe-%E2%80%9Eurbane-landschaften%E2%80%9C/#more-415">„Urbane Landschaften“</a> zu zeigen.</p>
<p><strong>Was ist aus Marzahn geworden?</strong></p>
<p>1999, also 19 Jahre nach „Manchmal möchte man fliegen“, kehrte Gitta Nickel übrigens mit einem Kamerateam nach Marzahn zurück. In „Die da in der Platte“, einer Produktion für den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg, knüpfte sie an den ersten Marzahn-Film an, spürte Veränderungen nach und interviewte einige ihrer Protagonisten von damals. Gitta Nickel, die auch nach der Wende erfolgreich als Dokumentaristin arbeitet, hat vor zwei Jahren erklärt, dass sie gerne einen dritten Film über Marzahn machen möchte. Jetzt, wo die ersten Plattenbauten abgerissen worden sind.</p>
<p><strong>Manchmal möchte man fliegen </strong>läuft am Sonntag, 17.4.2011, um 16 Uhr in der <a href="http://www.schauburg-kino.com/">Schauburg 1</a>.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Birgit Pieplow</em></p>
<p>Bild: <a href="http://www.pixelio.de">www.pixelio.de</a></p>
<p>Quellen:</p>
<p><!-- @font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 10pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --> <a href="http://www.defa-dokfilm.de/50392994420a5de0d/50392994680c32e06/index.html">Interview mit Gitta Nickel</a></p>
<p><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CB0QFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.berlinonline.de%2Fberliner-zeitung%2Farchiv%2F.bin%2Fdump.fcgi%2F1999%2F0909%2Flokales%2F0048%2Findex.html&amp;ei=ateeTauAE8ztOfbQmbAF&amp;usg=AFQjCNFnz4jKuWVYEf2w8dVOZLU_2mLAUQ">Matthias Kunert: Gitta Nickel besuchte &#8220;Die da in der Platte&#8221;</a></p>
<p><!-- @font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 10pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --> <a href="http://www.mdr.de/damals/archiv/6058008.html">MDR-Lexikon: DDR-Wohnungsbau. Der Traum von der Platte.</a></p>
<p><!-- @font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 10pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --> <a href="http://deutschland-im-internet.de/Werder/nickel.html">Promis vor der Kamera: Gitta Nickel.</a></p>
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		<title>IFFF-Pressekonferenz: Sieben (Frauen) auf einen Streich</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 16:12:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.pieplow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inside Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Dienstagmittag fiel mit der Eröffnungskonferenz im Dortmunder Rathaus der offizielle Startschuss zum Frauenfilmfestival Dortmund&#124;Köln. Was es bis Sonntag in Dortmunder Kinos, auf Dortmunder Straßen und Plätzen zu sehen, zu hören, aber auch getreu dem diesjährigen Festival-Motto WAS TUN für Dortmunder und FestivalbesucherInnen zu tun gibt, verriet ein Podium mit sieben Frauen.
Der Himmel über Dortmund [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-890" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/12/ifff-pressekonferenz-sieben-frauen-auf-einen-streich/img_2556/"><img class="alignleft size-medium wp-image-890" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/IMG_2556-200x150.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a>Am Dienstagmittag fiel mit der Eröffnungskonferenz im Dortmunder Rathaus der offizielle Startschuss zum Frauenfilmfestival Dortmund|Köln. Was es bis Sonntag in Dortmunder Kinos, auf Dortmunder Straßen und Plätzen zu sehen, zu hören, aber auch getreu dem diesjährigen Festival-Motto WAS TUN für Dortmunder und FestivalbesucherInnen zu tun gibt, verriet ein Podium mit sieben Frauen.<span id="more-868"></span></p>
<p>Der Himmel über Dortmund wird bedrohlich dunkel zum Fototermin des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund|Köln am Dienstagmittag – kurz vor der Eröffnungspressekonferenz. Die ungeduldige Presse versucht eilig, das &#8220;Gruppenbild mit Damen&#8221; in Position zu stellen. Nicht ganz einfach bei Frauen wie diesen, die sich nicht danach drängen, im Rampenlicht zu stehen – obwohl sie in den kommenden Tagen tragende Rollen beim Frauenfilmfestival einnehmen: die Leiterin des Festivals, Silke Räbiger, Stefanie Görtz, eine der Kuratorinnen und Pressesprecherin, Claudia Kokoschka vom Kulturbüro der Stadt Dortmund, Emilia Hagelganz vom Projekt &#8220;Oase in Beton&#8221; und die beiden Mitglieder der Wettbewerbs-Jury <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/02/nicht-auf-den-mund-gefallen-jurymitglied-des-ifff-maren-kroymann/#more-58">Maren Kroymann </a>und Melissa Silverstein nebst Dolmetscherin Maria Tillmann.</p>
<p>&#8220;WAS TUN&#8221; &#8211; die Aktualität des Mottos des diesjährigen Frauenfilmfestivals sei angesichts der Ereignisse in Japan und im arabischen Raum fast schon beängstigend, sagt Claudia Kokoschka. Das Festival zeige die Grenzen einer hochzivilisierten Gesellschaft auf und sei deshalb in diesem Jahr ein politisches Festival, das ein &#8220;filmisches Netz&#8221; über Dortmund lege. Denn: &#8220;Wer in Dortmund Kino macht, ist beim Festival dabei.&#8221;</p>
<p>Neben aller Nachdenklichkeit, die das Festival durch sein Motto vielleicht hervorruft, ist aber auch viel Erfreuliches zu berichten: Es gibt in diesem Jahr einen neuen Preis, den Dortmunder Dokumentarfilmpreis, ausgelobt von der Stadtsparkasse Dortmund. Es gibt <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/12/hier-gibts-was-zu-gewinnen-die-beim-ifff-ausgelobten-preise/" target="_self">vier Wettbewerbe</a> mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 41.00 Euro. Es gibt ein neues Kino im Dortmunder U und mit dem Roxy ein traditionsreiches wiedereröffnetes. Und natürlich gibt es ein vielfältiges Programm an Filmen und Projekten – vom internationalen Spielfilm über das Animations-Kurzfilmprogramm und das von Emilia Hagelganz vorgestellte Projekt &#8220;<a href="http://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?main=festival&amp;second=specials&amp;id=3">Oase in Beton</a>&#8221; bis hin zu Ulrike Haages Konzert &#8220;infinitum&#8221;.</p>
<p>Erfreulich auch, dass das IFFF trotz ständiger Kürzungen im Kulturbetrieb zurzeit auf einer soliden finanziellen Basis steht – dank treuer  Sponsoren, wie Festival-Leiterin Silke Räbiger berichtet. Sie stellt einige Highlights des Programms vor, etwa den Dokumentarfilm &#8220;<a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/10/ein-gescheitertes-vorzeigeprojekt-hotel-rai/#more-713">Hotel Rai</a>&#8220;, der einen besonderen Bezug zur aktuellen Dortmunder Diskussion um den Zuzug von Menschen aus Bulgarien hat.</p>
<p>Dass es immer noch zu wenige Filme von Frauen und über Frauen gibt, viel zu wenige Filme aus dem Blickwinkel von Frauen, sagt Maren Kroymann. Und wenn es denn solche Filme gäbe, seien es in der Regel Low-Budget-Filme. &#8220;In die großen Filme mit Geld kommen wir nicht rein&#8221;, sagt Kroymann. Die &#8220;aufrührerische Grundhaltung des Festivals&#8221; findet Kroymann vorbildlich und die Verankerung des Festivals in der Stadt, von thematischen Bezügen der von den Kuratorinnen ausgewählten Filme bis hin zum Sponsoring durch lokal und regionale Banken und Unternehmen. Von der Rolle der Frau in amerikanischen Filmen berichtet Melissa Silverstein, frisch eingeflogene Bloggerin aus Hollywood und ebenfalls Jury-Mitglied.</p>
<p>Das Frauenfilmfestival schaffe eine Verbindung zwischen Leben und Kunst, sagt Maren Kroymann auf dieser Pressekonferenz. Und irgendwie setzen die Podiumsfrauen das Gesagte ins Bild, als sie nach der Pressekonferenz auf den Friedensplatz vor dem Rathaus treten. Übrigens unter einen strahlend blauen Himmel über Dortmund.</p>
<p><em>Birgit Pieplow</em></p>
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		<title>Hier gibt&#8217;s was zu gewinnen: Die beim IFFF ausgelobten Preise</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 16:06:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>p.werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inside Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Weit mehr als einen Blumentopf gibt es beim Internationalen Frauenfilmfestival in diesem Jahr zu gewinnen: Beachtliche 41.000 Euro beträgt die Preissumme insgesamt. Die verteilt sich auf vier Wettbewerbe: den Internationalen Spielfilmwettbewerb, den Nationalen Wettbewerb für Bildgestalterinnen, den Dortmunder Dokumentarfilmpreis und den Publikumspreis.

Zum vierten Mal vergibt das IFFF den Spielfilmpreis für Regisseurinnen. Er ist mit 25.000 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-855" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/12/hier-gibts-was-zu-gewinnen-die-beim-ifff-ausgelobten-preise/blten_341/"><img class="alignleft size-medium wp-image-855" title="wrw / pixelio.de" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Blten_341-200x133.jpg" alt="wrw / pixelio.de" width="200" height="133" /></a>Weit mehr als einen Blumentopf gibt es beim Internationalen Frauenfilmfestival in diesem Jahr zu gewinnen: Beachtliche 41.000 Euro beträgt die Preissumme insgesamt. Die verteilt sich auf vier Wettbewerbe: den Internationalen Spielfilmwettbewerb, den Nationalen Wettbewerb für Bildgestalterinnen, den Dortmunder Dokumentarfilmpreis und den Publikumspreis.</p>
<p><span id="more-854"></span></p>
<p>Zum vierten Mal vergibt das IFFF den Spielfilmpreis für Regisseurinnen. Er ist mit 25.000 Euro dotiert. Ziel des Spielfilmpreises ist es, die Arbeit von Filmemacherinnen zu würdigen, die nicht zum ersten Mal einen überzeugenden Film vorlegen, sondern sich im Film-Business bereits einen Namen machen konnten. Ein Novum ist, dass das Preisgeld aufgeteilt wird: 15.000 Euro gehen an die Regisseurin; 10.000 Euro bekommt der deutsche Verleih, um die Kinoauswertung des Gewinner-Films zu fördern. Im Wettbewerb sind <a href="http://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?main=festival&amp;second=competition&amp;sub=film&amp;id=2" target="_blank">acht Filme</a>; vier davon laufen auf dem IFFF als Deutschland-Premieren. In der <a href="http://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?main=festival&amp;second=competition&amp;sub=film&amp;id=3" target="_blank">Jury</a> sitzen <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/02/nicht-auf-den-mund-gefallen-jurymitglied-des-ifff-maren-kroymann/">Maren Kroymann</a>, Melissa Silverstein und Claudia Landsberger.</p>
<p>Der Wettbewerb für Bildgestalterinnen – also für Kamera-Frauen – ist schon abgeschlossen, die <a href="http://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?main=festival&amp;second=competition&amp;sub=art&amp;id=4" target="_blank">Preisträgerinnen</a> stehen bereits fest: Der mit 5.000 Euro dotierte Preis geht je zur Hälfte an Eva Maschke für den Film Frauenzimmer und an Hanne Klaas für den Film Ole. Eine lobende Erwähnung erhält die gebürtige Dortmunderin Maria Goinda für den Film Cartonera. Die <a href="http://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?main=festival&amp;second=competition&amp;sub=art&amp;id=3" target="_blank">Jury</a> bestand aus Sophie Maintigneux, Daniela Knapp und Stephanie Hardt.</p>
<p><a href="http://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?main=festival&amp;second=competition&amp;sub=documentary&amp;id=2">Helga Reidemeister</a> ist die erste Preisträgerin des Dortmunder Dokumentarfilmpreises. Diesen Preis in Höghe von 10.000 Euro stiftet die Sparkasse Dortmund künftig alle zwei Jahre. Mit dem Preis wird das Gesamtwerk einer europäischen Dokumentarfilmerin ausgezeichnet.</p>
<p>Der Publikumspreis schließlich wird gestiftet vom Ruhrgebiets-Magazin trailer, er ist mit 1.000 Euro dotiert. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können auf dem Festival die Stimme für  ihren Lieblingsfilm abgeben. Der Film muss mindestens 60 Minuten lang sein, und er darf nicht älter als zwei Jahre sein.</p>
<p>Alle Preise werden am Sonntag, 17. April, in Dortmund übergeben.</p>
<p><em>Petra Werner</em></p>
<p>Bild: wrw / <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">www.pixelio.de</a></p>
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		<title>Ein Schnell-Test: Drei kleine Fragen zur Rolle von Frauen im Hollywood-Film</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 16:05:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>p.werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal sitzt die geneigte Zuschauerin (oder der geneigte Zuschauer) im Kinosessel und fragt sich, was ihr da gerade wieder präsentiert wird: Kommt mal wieder keine Frau vor? Oder vielleicht nur eine, die sich irgendwo nett im Hintergrund räkelt? Darf sie auch was sagen? Oder darf sie nur die männliche Hauptrolle anhimmeln? Alison Bechdel hat im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-877" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/12/ein-schnell-test-drei-kleine-fragen-zur-rolle-von-frauen-im-hollywood-film/bildschirmfoto-2011-04-12-um-17-57-28/"><img class="alignleft size-full wp-image-877" title="Bildschirmfoto 2011-04-12 um 17.57.28" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Bildschirmfoto-2011-04-12-um-17.57.28.png" alt="" width="200" height="110" /></a>Manchmal sitzt die geneigte Zuschauerin (oder der geneigte Zuschauer) im Kinosessel und fragt sich, was ihr da gerade wieder präsentiert wird: Kommt mal wieder keine Frau vor? Oder vielleicht nur eine, die sich irgendwo nett im Hintergrund räkelt? Darf sie auch was sagen? Oder darf sie nur die männliche Hauptrolle anhimmeln? Alison Bechdel hat im Comic „Dykes to watch out for“ einen Schnell-Test entworfen, mit dem man die Präsenz von Frauen im Film und die Art ihrer Darstellung analysieren kann. Wie der Test funktioniert und welche Hollywood-Filme leider durchgefallen sind, kann man sich auf youtube angucken.</p>
<p><span id="more-866"></span></p>
<p>Der Test ist ganz einfach – er besteht aus drei simplen Fragen. Erstens: Kommen in dem Film mindestens zwei Frauen vor, die einen Namen haben? Zweitens: Unterhalten die sich – und zwar MITEINANDER? Und drittens: Unterhalten sie sich über was anderes als Männer?</p>
<p>Genau, den Test bestehen nicht viele Hollywood-Filme. „The A-Team“ fällt durch (weniger als zwei Frauen mit Namen), „Biutiful“ auch (zwar mit zwei Frauen, aber die reden nicht miteinander), „A Serious Man“ (sind zwar zwei Frauen drin, die reden auch miteinander, aber worüber? Einen Mann!). Na gut, das letzte Beispiel zeigt, dass der Test keine abschließende Aussage über die Qualität eines Films erlaubt.</p>
<p>Die Website <a href="http://bechdeltest.com/" target="_blank">„Bechdel Test Movie List“</a> listet momentan 2089 Filme auf, die den Test durchlaufen haben. Wie der Test funktioniert, zeigt ein Video des Blogs <a href="http://www.feministfrequency.com/">feministfrequency</a>:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="450" height="283" src="http://www.youtube.com/embed/bLF6sAAMb4s" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><em>Petra Werner</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>„A Road not Taken“ – Vom Scheitern einer Energiewende</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 15:11:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.pieplow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Mal ganz ehrlich: Hätten Sie gewusst, welcher Regierungschef schon 1979 Sonnenkollektoren auf seinem Amtssitz installieren ließ? Es war Jimmy Carter, damals seit kurzer Zeit Herr im Weißen Haus. Der Dokumentarfilm „A Road not Taken“ von Christina Hemauer und Roman Keller zeichnet seinen Versuch einer Energiewende in den USA nach. Und zeigt das Scheitern dieses Versuchs, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-788" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/12/%e2%80%9ea-road-not-taken%e2%80%9c-%e2%80%93-vom-scheitern-einer-energiewende/road_not_taken/"><img class="alignleft size-full wp-image-788" title="road_not_taken" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/road_not_taken.jpg" alt="" width="200" height="121" /></a>Mal ganz ehrlich: Hätten Sie gewusst, welcher Regierungschef schon 1979 Sonnenkollektoren auf seinem Amtssitz installieren ließ? Es war Jimmy Carter, damals seit kurzer Zeit Herr im Weißen Haus. Der Dokumentarfilm „A Road not Taken“ von Christina Hemauer und Roman Keller zeichnet seinen Versuch einer Energiewende in den USA nach. Und zeigt das Scheitern dieses Versuchs, dessen stumme Zeugen zwei fast vergessene Solarpaneele sind – die Hauptdarsteller dieses Films.<span id="more-787"></span></p>
<p>Einen aktuelleren Bezug kann ein Dokumentarfilm über das Ende der 70er Jahre wohl kaum haben: Ein hochentwickeltes Industrieland muss zur Kenntnis nehmen, dass sein bisheriges Energiekonzept nicht zukunftsfähig ist. Ende der 70er Jahre erkennt die US-Regierung unter Jimmy Carter, dass die Öl- und Gasvorräte der USA tatsächlich endlich sind und die USA sich von Öl-Importen unabhängig machen müssen. Im Jahr 2011 müssen Regierungen weltweit erkennen, dass das „Restrisiko“ einer Energieversorgung durch Atomkraftwerke tatsächlich ein Risiko ist. Was tun?</p>
<p><strong>Vision von erneuerbaren Energien<br />
</strong></p>
<p>Jimmy Carter setzte auf erneuerbare Energien, vor allem auf Sonnen- und Windenergie, und aufs Energiesparen. Bis zum Jahr 2050 sollte die gesamte Energieversorgung der USA auf erneuerbare Energien umgestellt sein. Er startete ein Forschungsprogramm für Solarenergie, gründete ein Energieministerium und belegte Gewinne der Ölkonzerne mit hohen Steuern. Symbolträchtig ließ Carter 32 Sonnenkollektoren auf dem Dach des Weißen Hauses installieren.</p>
<p><strong>Endstation Museum</strong></p>
<p>Zeitsprung. Im Jahr 2006 liegt ein Teil dieser Sonnenkollektoren verstaubt im Schuppen eines Colleges im Bundesstaat Maine. Ronald Reagan, der die Präsidentschaftswahlen 1981 gegen Carter nicht zuletzt dank großzügiger Unterstützung der Öl-Industrie gewann, <!-- @font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 10pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --> kürzte Carters Energieprogramm um 90 Prozent und ließ die Solarpaneele vom Dach des Weißen Hauses wieder entfernen. Zwei der Sonnenkollektoren gehen in „A Road not Taken“ mit Christina Hemauer und Roman Keller auf die Reise: auf einem Pickup von Maine über Washington nach Atlanta, wo sie in die Sammlung des National Museum of American History bzw. des Carter Presidential Museum &amp; Library aufgenommen werden.</p>
<p>Der Film montiert Bilder dieser Fahrt mit Rückblenden in die USA der 70er Jahre, in die Zeit der Öl-Krise: endlose Autoschlangen vor amerikanischen Tankstellen, LKW-Fahrer, die wütend gegen zu hohe Benzinpreise protestieren und ein Präsident, der von den US-Bürgern drastisches Energiesparen fordert – und sich damit im Land der grenzenlosen Möglichkeiten keine Freunde macht. Der Film versucht, Gründe für das Scheitern von Carters Energiepolitik aufzuzeigen. Bürger, Solartechniker und politische Akteure von damals kommen zu Wort. Und Jimmy Carter – in Reden als Präsident und in einem Interview, das Hemauer und Keller im Jahr 2007 mit ihm führen konnten.</p>
<p>Was hatte Carter in seiner Rede zur Einweihung der Solaranlage auf dem Weißen Haus so vorausschauend gesagt? „Für die nachfolgende Generation kann diese Solaranlage entweder eine Rarität sein, ein Museumsstück, ein Beispiel für einen nicht eingeschlagenen Weg, oder sie kann Teil eines der größten und aufregendsten Abenteuer sein, das Amerikaner je unternommen haben.“</p>
<p><strong>Energiewende verkehrt: Ende eines Öl-Bohrstopps</strong></p>
<p>Und heute? Ende März 2011 hat Präsident Barack Obama eine Wende in der Energiepolitik vollzogen: Er will die US-Küste für Ölbohrungen freigeben. Jahrelang war dies in den USA heftig diskutiert worden; seit 20 Jahren galt aus Umweltschutzgründen ein Bohrstopp für diese Gegend. Allen voran hatte sich Obamas Vorgänger George W. Bush für Bohrungen vor Amerikas Küste eingesetzt, Obama hatte Bushs Pläne zunächst zurückgestellt. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im vergangenen Jahr gibt denjenigen Recht, die es beim Bohrstopp belassen wollten. Nun aber gilt es vor allem, so scheint es, die amerikanische Wirtschaft anzukurbeln und von Ölimporten aus OPEC-Staaten unabhängig zu machen. Wie sich doch Geschichte wiederholen kann &#8230;</p>
<p>„A Road not Taken“ ist ein Film über einen von den USA nicht beschrittenen Weg, eine verpasste Chance – und in diesen Tagen zugleich eine Ermahnung, dass es endlich an der Zeit ist, den Weg erneuerbarer Energien weltweit zu gehen. Und zwar mit großen Schritten.</p>
<p><strong>A Road not Taken</strong> ist am Freitag, 15.4.2011, um 18.15 Uhr in der <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CBkQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.schauburg-kino.com%2F&amp;ei=lfeiTerHJpGbOuaWqDQ&amp;usg=AFQjCNF-Qhr8_3p5ZcusccamVM5SiGILeA">Schauburg 2</a> zu sehen.</p>
<p><em>Birgit Pieplow</em></p>
<p>Quellen:</p>
<p><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CBsQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.wdr.de%2Fthemen%2Fkultur%2Fstichtag%2F2007%2F04%2F20.jhtml&amp;ei=6eOhTa3fNoeSOsmygTU&amp;usg=AFQjCNEnUpBZD5UtPrlb8FN54BMXadSYFw">wdr.de: Vor 30 Jahren: Jimmy Carter legt Energie-Sparprogramm vor. Ein unbeschrittener Weg.</a></p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,686601,00.html">spiegel.de: Obama gibt US-Küste für Ölbohrungen frei.</a></p>
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		<title>„Le Tigre: On Tour“ – Erschreckend normaler Alltag</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 09:15:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.guettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer eine Hochglanz-Doku in Musikvideo-Ästhetik erwartet, wird enttäuscht sein – der Film „Le Tigre: On Tour“ zeigt den erschreckend normalen Alltag der Riot Grrrl Band auf Tour. Ungeschminkte Menschen statt glamouröser Rockstars, gewöhnliche Gespräche statt tiefschürfender Diskussionen, belangloses Witzeln statt großem Entertainment: Musiker – und Musikerinnen – sind eben auch nur Menschen. 
Riot Grrrl ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-843" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/12/%e2%80%9ele-tigre-on-tour%e2%80%9c-%e2%80%93-erschreckend-normaler-alltag/letigre/"><img class="alignleft size-full wp-image-843" title="letigre" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/letigre.jpg" alt="" width="200" height="111" /></a>Wer eine Hochglanz-Doku in Musikvideo-Ästhetik erwartet, wird enttäuscht sein – der Film „Le Tigre: On Tour“ zeigt den erschreckend normalen Alltag der Riot Grrrl Band auf Tour. Ungeschminkte Menschen statt glamouröser Rockstars, gewöhnliche Gespräche statt tiefschürfender Diskussionen, belangloses Witzeln statt großem Entertainment: Musiker – und Musikerinnen – sind eben auch nur Menschen. <span id="more-836"></span></p>
<p>Riot Grrrl ist eine feministische Bewegung, die sich für die Gleichberechtigung von Frauen in der männlich dominierten Musikwelt einsetzt. Ihren Ursprung fand sie Anfang der 90er im US-Punk, verbreitete sich auch durch andere Musikszenen und besteht bis heute. Die Electropunk-Band Le Tigre gilt als wichtigste Vertreterin von Riot Grrrl, und ihr Gründungsmitglied Kathleen Hanna ist für ihr politisches und künstlerisches Engagement ebenso bekannt wie für ihre Ehe mit dem Bassisten der Beastie Boys und andere Anekdoten aus ihrem bewegten Musikerleben.</p>
<p>Mit ihrem 2004 erschienen Album „This Island“ waren Le Tigre ein ganzes Jahr lang auf Tournee, sie bereisten zehn Länder auf vier Kontinenten. Der Film zeigt Mitschnitte aus zwanzig Konzerten, Backstage, Begegnungen mit Presse und Fans, Situationen im Hotel und auf Reise. Doch „Le Tigre: On Tour“ ist keine Hochglanz-Doku in Musikvideo-Ästhetik – der Film zeigt nackten, schnöden Tour-Alltag.</p>
<p>Doch genau darum geht es in „Le Tigre: On Tour“: „Endlich ein Zeitdokument zu schaffen, wie es für andere Projekte im Riot Grrrl – beispielsweise Kathleen Hannas frühere Band Bikini Kill – nicht existiert“, erklärt Natascha Frankenberg, Kuratorin des Internationalen Frauenfilmfestivals. Le Tigre selbst schreiben auf ihrem Blog: „The movie highlights our motivations and the many ways we attempted to use humor when confronted with the inherent sexism and homophobia of the rock world.“ Und das drückt sich auch bei routinierten Band-Musikern wie Kathleen Hanna, Johanna Fateman und JD Samson sehr menschlich aus – so macht man sich über fragwürdige Formulierungen in einem Artikel auch einfach mal lustig.</p>
<p>Und so furchtbar echt und handgemacht, wie die Bilder des Filmes wirken, sind sie es auch: das Filmmaterial ist authentisch, wurde nachträglich zusammengetragen und an Regisseurin Kerthy Fix übergeben – ein Zeitdokument, im wahrsten Sinne des Wortes.</p>
<p><strong>„Le Tigre: On Tour“</strong> läuft am Mi., 13.4., um 20 Uhr im Kino im U.</p>
<p><em>Sonia Güttler</em></p>
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		<title>If you lose something small in the world, you lose a lot &#8211; „There Once Was an Island“</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 23:01:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.roehrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[
Palmen, Strand und rund um die Insel Takuu das offene Meer. Ein Paradies im Südwest- Pazifik vor der Küste Papua-Neuguineas. Vor allem  für ihre knapp 600 Einwohner, die fernab von Luftverschmutzung und Atomkraft seit Generationen auf der kleinen Insel leben. Sie ernähren sich von selbstangebautem Getreide und selbstgefangem Fisch. Doch ihr Leben in der Heimat ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-392" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/12/if-you-lose-something-small-in-the-world-you-lose-a-lot-%e2%80%9ethere-once-was-an-island%e2%80%9c/image_toolkit/"><img class="size-full wp-image-392 alignleft" title="There Once Was an Island" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/image_toolkit.jpg" alt="There Once Was an Island" width="180" height="109" /></a></p>
<p>Palmen, Strand und rund um die Insel Takuu das offene Meer. Ein Paradies im Südwest- Pazifik vor der Küste Papua-Neuguineas. Vor allem  für ihre knapp 600 Einwohner, die fernab von Luftverschmutzung und Atomkraft seit Generationen auf der kleinen Insel leben. Sie ernähren sich von selbstangebautem Getreide und selbstgefangem Fisch. Doch ihr Leben in der Heimat ist bedroht: Der Meeresspiegel steigt und steigt – für die Bewohner von Takuu eine Katastrophe, denn die Insel liegt gerade einmal einen Meter über dem Meeresspiegel.<span id="more-390"></span></p>
<p>Der Film „There Once Was an Island – Te Henua e Noho“ von Briar March und Lynn Collie beschäftigt sich mit der kleinen Gemeinde und ihrem Umgang mit der ständigen Existenzbedrohung. Einige hoffen auf Rettung durch die Regierung, andere warten auf die Hilfe Gottes – doch während der 80-minütigen Dokumentation wird schnell klar: Die Einwohner müssen sich selbst helfen. Ihre Häuser werden regelmäßig an andere Standorte gebaut, die weiter von der Küste entfernt sind. Doch auch das wird sie nicht lange vor dem unabwendbaren Schicksal bewahren: Früher oder später müssen sie die Insel verlassen und auf das Festland umsiedeln.</p>
<p><strong>Die Einwohner wollen ihre Heimat nicht verlieren</strong></p>
<p>Tragisch ist das vor allem für die älteren Inselbewohner, die gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, die Strapazen einer solchen Umsiedlung zu überstehen, oder weil sie zu sehr an ihre Heimat und die Rituale der polynesischen Gemeinde gebunden sind.</p>
<p>Trauriger Höhepunkt des Films ist eine Flutwelle, die viele Häuser und die einzige Schule auf Takuu zerstört. Bücher, Möbel, persönliche Gegenstände – das Wasser reißt alles mit sich. „This is the end of us“, hört man den Lehrer sagen.</p>
<p><strong>Die Schuld liegt bei uns</strong></p>
<p>Doch wer ist schuld? Zwei Ingenieure reisen nach Takuu, um den Einwohnern zu erklären, warum der Meeresspiegel steigt. Latent ist dem Zuschauer die ganze Zeit bewusst: Die westliche Zivilisation hat es zu verschulden, dass diese Menschen ihre Heimat verlieren. Durch Treibhausgase, die jeden Tag verursacht werden. Durch die Autos, die wir fahren, durch die Verbrennungsvorgänge aus unseren Kraftwerken, durch unsere Einstellung  der Umwelt gegenüber.</p>
<p><strong>Der Film berührt und regt zum Nachdenken an</strong></p>
<p>Der Film berührt gerade durch das Fehlen eines Sprechers. Die Menschen erzählen von ihren Eindrücken und Erlebnissen – ohne dabei mit dem Finger auf jemandem zu zeigen. Ihnen geht es um ihre Heimat.</p>
<p>There Once Was an Island“ ist sehenswert. Man lernt eine Kultur kennen, von der man vorher vielleicht noch nie etwas gehört hat. Die ständige Spannung zwischen wunderschönen Landschaften und dem teils bedrohlich wirkenden Meer, das jedoch gleichzeitig die Lebensgrundlage für die Bewohner von Takuu ist, erzeugt Melancholie und Nachdenklichkeit.</p>
<p><strong>Berührend, einfühlsam und mahnend</strong></p>
<p>Wer eine Dokumentation sehen möchte, in der aufgezeigt wird, wen unser rücksichtsloser Umgang mit unserem Heimatplaneten jetzt schon stark betrifft, der ist bei „There Once Was an Island“ genau richtig. Der Film wird im englischen Original gezeigt und deutsch eingesprochen.</p>
<p>Wer sich den <a title="Trailer zum Film &quot;There Once Was an Island&quot;" href="http://www.thereoncewasanisland.com/media/" target="_blank">Trailer</a> anschauen, oder <a title="What you can do- Wie kann ich konkret helfen?" href="http://www.thereoncewasanisland.com/what-you-can-do/" target="_self">Tipps</a> erhalten möchte, wie er den Menschen auf Takuu konkret helfen kann, dem empfehlen wir die <a title="Die Homepage zum Film- &quot;There Once Was an Island&quot;" href="http://www.thereoncewasanisland.com/" target="_blank">Homepage</a> zum Film. Denn zu recht schließt der Film mit den Worten  eines Einheimischen: „If you lose something small in the world, you lose a lot.“</p>
<p>Der Film ist am 16.04.2011 um 20.45 Uhr im Schauburg Lichtspiel &amp; Kunsttheater in Dortmund zu sehen.</p>
<p><em>Julika Röhrich</em></p>
<p>Quelle: Die Homepage zur Dokumentation <a title="Die Homepage zum Film" href="http://www.thereoncewasanisland.com/" target="_blank">http://www.thereoncewasanisland.com/</a></p>
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		<title>„The Art of Being Human“: Einmal Burn-out, bitte!</title>
		<link>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/11/%e2%80%9ethe-art-of-being-human%e2%80%9c-einmal-burn-out-bitte/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 04:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>a.willinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Life happens to you. Das Leben geschieht, das Individuum reagiert. Doch was, wenn das Leben zu krass geschieht? Manche Menschen halten an solchen Stellen des Lebens an, steigen kurz aus. Es gibt Pflichten, die zu erfüllen das Leben abverlangt, die aber überfordern. Zu erkennen, dass diese Pflichten auch kritisch hinterfragt werden können, kann befreiend sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-652" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/11/%e2%80%9ethe-art-of-being-human%e2%80%9c-einmal-burn-out-bitte/bild_gross/"><img class="alignleft size-full wp-image-652" title="bild_gross" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/bild_gross.jpg" alt="Szene aus dem Film" width="200" height="112" /></a><em>Life happens to you.</em> Das Leben geschieht, das Individuum reagiert. Doch was, wenn das Leben zu krass geschieht? Manche Menschen halten an solchen Stellen des Lebens an, steigen kurz aus. Es gibt Pflichten, die zu erfüllen das Leben abverlangt, die aber überfordern. Zu erkennen, dass diese Pflichten auch kritisch hinterfragt werden können, kann befreiend sein – oder niederschmetternd. Davon erzählt der Dokumentarfilm &#8220;The Art of Being Human&#8221;.<span id="more-651"></span></p>
<p>In „The Art of Being Human“ von Helene Granqvist und Hampus Linder werden Menschen gezeigt, die an ihre Grenzen stoßen. Da ist der Hilfspolizist Martin, der eigentlich zufrieden ist mit seinem Job, der beim Verteilen der Strafzettel oft ein Auge zudrückt und dennoch von niemandem Dank erhält. Arbeitskollege Lars dagegen erledigt zwar seine Arbeit, empfindet aber keine Freude dabei. Er bemerkt, dass Falschparker, die er mit einer Verwarnung davonkommen lässt, trotzdem mit Hass reagieren. Dass er mitten auf der Straße beschimpft werden kann. Dass er sich nicht anpassen, sich mit den ständigen Beschimpfungen nicht abfinden kann. Dass er den Anforderungen nicht standhalten kann. Burn-out – das bedeutet nicht nur Zusammenbruch, sondern auch Neubeginn.</p>
<p>Da ist die berufstätige Frau, Ehefrau, Hausfrau und Mutter: Susanne muss funktionieren, ihre eigenen Interessen zurückstellen. Ihr wird klar, dass man zwar Geld zum Leben braucht, aber vor allen Dingen auch ein <em>Leben</em>. Dass die Gegenwart zählt &#8211; vor der Zukunft und der Vergangenheit. Dass man Kontrolle loslassen muss. Wenn man schon die Gesellschaft, das System nicht ändern kann, dann doch das eigene Leben. Susannes krebskranker Mann Robban hat so sehr Angst vor dem Tod, dass er kaum überleben kann. Unpassende Gedanken: &#8220;Ich habe keinen Krebs&#8221;, sagt Susan, &#8220;ich kann nicht so leben, als wäre ich krank.&#8221;</p>
<p>Jede Szene des Films ist eine Botschaft für sich und führt gleichzeitig immer tiefer in die Thematik hinein. In jeder Szene gibt es einen Satz, der sich ins Gehirn einbrennt. Stellenweise lässt die erlebte Nähe zu den Protagonisten vergessen, dass es sich um einen Dokumentarfilm handelt; zu durchdacht und exemplarisch scheinen die Aussagen der Akteure.</p>
<p>Die Professoren Håkan Hydén und Patrik Gran untermauern das Gesagte mit Reflexionen über die Gesellschaft, über Regeln und Anforderungen, über Zweifel und Veränderung. Es wird viel offenbart und viel offen gelassen in diesem Film. Dass es hier um Individuen und nicht um Funktionsträger der Gesellschaft geht, setzt der Film auch im Detail um: Er verzichtet auf das Einblenden akademischer Titel.</p>
<p>Das Thema „Individuum in der Gesellschaft“ ist nicht neu, und doch bleibt nach 59 Minuten ein beklemmendes Gefühl zurück, das einen nicht so schnell wieder loslässt.</p>
<p><strong>The Art of Being Human</strong> läuft am Sonntag, den 17.4.2011, um 14 Uhr im <a href="http://www.sweetsixteen-kino.de/">sweetSixteen-Kino</a>.</p>
<p><em>Annika Willinger</em></p>
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		<title>Ein gescheitertes Vorzeigeprojekt: &#8220;Hotel Rai&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 23:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nadine Esch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[
Sinti und Roma, eine der größten Minderheiten in unserer Gesellschaft, sehen sich seit Jahrhunderten mit Verfolgung und Hass konfrontiert, da sie in kein in westlichen Gesellschaften geläufiges Modell passen wollen. „Kulturelle Inkompatibilität“ nennt Bastian Pütter dieses Phänomen, das sich auch in der Dortmunder Nordstadt als zunehmendes Problem erweist. Bastian Pütter ist Mitarbeiter des Dortmunder Obdachlosenmagazin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-738" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/10/ein-gescheitertes-vorzeigeprojekt-hotel-rai/bastian-putter/"><img class="size-full wp-image-738 alignleft" title="Bastian Pütter" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Bastian-Pütter.jpg" alt="Bastian Pütter am Nordmarkt" width="200" height="267" /></a></p>
<p>Sinti und Roma, eine der größten Minderheiten in unserer Gesellschaft, sehen sich seit Jahrhunderten mit Verfolgung und Hass konfrontiert, da sie in kein in westlichen Gesellschaften geläufiges Modell passen wollen. „Kulturelle Inkompatibilität“ nennt Bastian Pütter dieses Phänomen, das sich auch in der Dortmunder Nordstadt als zunehmendes Problem erweist. Bastian Pütter ist Mitarbeiter des Dortmunder Obdachlosenmagazin bodo. Die Initiative tritt auf dem IFFF als Pate des Films „Hotel Rai“ auf. Darin sieht Bastian Pütter die Chance, einen neuen Blickwinkel auf die Probleme in der Dortmunder Nordstadt zu erhalten – zeigt der Film doch auf besondere Art und Weise die Lebensgewohnheiten von Sinti und Roma.<span id="more-713"></span></p>
<p>In diesem Dokumentarfilm zeigt Regisseurin Sophia Tavella das Scheitern eines Wohnprojekts, das vor 25 Jahren in Bulgarien als Vorzeigeprojekt galt. Das Projekt sollte der Versuch sein, Sinti und Roma in einer Hochhausanlage anzusiedeln und damit in die bulgarische Gesellschaft zu integrieren. Bilder von der einst hochmodernen Wohnanlage, vor der sich heute Berge von Müll türmen und das mittlerweile wieder im Rohbau-Zustand ist, sprechen für sich. Die Bewohner selbst haben diesen desolaten Zustand verursacht – und sie führen ihn tagtäglich fort.</p>
<p>Genau in diesen zum Teil schockierenden Bildern sieht Bastian Pütter die Stärke des Films und seine Botschaft: „Diese Menschen haben völlig andere Lebensweisen als wir. Die werden einfach in Hochhäuser gesteckt und kommen mit diesem System zu leben nicht klar!&#8221; Der Film zeige auf unbeschönigende Weise die dysfunktionalen Strukturen, in denen die Menschen leben. Er zeige aber auch deren Traditionsbezüge, die es noch einmal schwerer machen, sich anzupassen. Auch vernichte er das romantische Bild des unbeschwerten Zigeunerlebens, zeige er doch die reellen Lebensumstände der Menschen wie auch ihre Sehnsüchte und Träume von einer besseren Zukunft.</p>
<p>Seit dem EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens zieht es Menschen, wie sie im Film gezeigt werden, in Scharen in die Dortmunder Nordstadt. Durch ihre EU-Bürgerschaft dürfen sie sich dort völlig legal aufhalten. Der Grund für das Auswandern aus ihrer Heimat liegt darin, dass sie auch im eigenen Land zu einer ungeliebten Randgruppe gehören, wobei ihre Lebensumstände in Bulgarien noch einmal wesentlich schlechter sind als in Deutschland. „Da herrschen Armutsprobleme, aber auch eine Diskriminierung einzelner Volksgruppen, die wir uns hier gar nicht vorstellen können&#8221;, erklärt Bastian Pütter. „Diese Länder bieten den Menschen keine andere Alternative als zu gehen.“ Das sich jedoch gerade Dortmund mit einem derartigen Ansturm konfrontiert sieht, hat einen einfachen Grund: Die Busverbindung „Plowdiw– Dortmund“ macht auf direktem Weg in der Nordstadt halt. Ein Ticket kostet 117 Euro und macht eine Einreise attraktiv. Angekommen verbietet das EU-Gesetz jedoch ein normales Angestelltenverhältnis, erlaubt ist lediglich die Aufnahme einer selbstständigen Arbeit. Das dies mit mangelnden Sprachkenntnissen und ohne Ausbildung nahezu unmöglich ist, liegt nahe. „Was dann zur vielfach gewählten Option wird, ist eine Selbstständigkeit im Bereich der eigenen Körper“, erklärt Bastian Pütter.</p>
<p>Um die Illegalität einzudämmen, wurde ursprünglich ein Straßenstrich legalisiert der nun jedoch wieder geschlossen werden soll da Dortmund die Prostitution ganz verbieten möchte. &#8220;Die Frauen sind nun gezwungen illegal zu arbeiten und verlieren jeglichen Schutz&#8221;, so Basitan Pütter, der gegen diese Maßnahme ist. In unmittelbarer Nähe befindet sich der sogenannte „Arbeiterstrich“, wo sich überwiegend Männer für wenig Geld mitnehmen lassen, um verschiedene Arbeiten zu verrichten. Und wo einst die Sparkasse ihre Filiale hatte, ist nun das Ordnungsamt eingezogen – vor allem, um einem weiteren Strich, dem Drogenstrich, Einhalt zu gebieten. Da in der Nordstadt viele Häuser leer stehen, bieten sie nicht nur für Obdachlose, sondern auch für die Einreisenden eine Unterkunft. Doch auch das Mieten von einzelnen Matratzen zu Wucherpreisen, was Bastian Pütter als „Abzockwohnen“ beschreibt, ist für viele die einzige Chance.</p>
<p>Die Lage in der Nordstadt ist längst Gegenstand der öffentlichen Diskussion in Dortmund geworden. Auch wenn das bodo-Team die Empörung von Anwohnern als durchaus berechtigt empfindet, beunruhigt sie zugleich eine Stimmung, die sie als zunehmend aufgehetzt beschreiben. Die radikale Ablehnung der Sinti und Roma in der Nordstadt seitens Bevölkerung und seitens der Politiker ist ihrer Meinung nach dem Problem nicht förderlich. Doch genau da sieht Bastian Pütter das Potenzial des Films &#8220;Hotel Rai&#8221;, denn er böte die Möglichkeit zum Umgang mit Wirklichkeiten, die einem nicht passen. Der Film lade dazu ein, sich Sachverhalte anzuschauen, ohne eine Kategorisierung in Gut oder Böse vorzunehmen: „In diesem Film kann ich mir Dinge angucken und sie aushalten, in diesem Film sind Dinge gleichzeitig schön und gleichzeitig schrecklich. Dass Leute faszinierend fremd, aber auch abstoßend unsozial sind in ihrem Handeln. So sind Menschen, so ist das Leben und ich finde, das zeigt der Film ziemlich gut.“</p>
<p><strong>Hotel Rai</strong> läuft am Freitag, 15.4., um 18.00 Uhr im Dortmunder U. (Achtung – wir hatten versehentlich gemeldet, der Film laufe bereits am Donnerstag. Dafür bitten wir um Entschuldigung.)</p>
<p><em>Nadine Esch</em></p>
<p>Bild: Nadine Esch</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Frauen und Frauenbilder im Islam &#8211; Interview mit Irit Neidhardt</title>
		<link>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/09/frauen-und-frauenbilder-im-islam-interview-mit-irit-neidhardt-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 23:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.salewski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträts]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum man das Thema Frauenrechte niemals nur im religiösen Kontext sehen sollte und die Freizügigkeit der arabischen und westlichen Pop-Kultur kaum als Spiegel des Emanzipationsfortschritts gelten kann, erklärte uns Irit Neidhardt in einem Gespräch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-568" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/09/frauen-und-frauenbilder-im-islam-interview-mit-irit-neidhardt-2/blog_irit-neidhardt-2/"><img class="alignleft size-full wp-image-568" title="Irit Neidhardt" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/blog_irit-neidhardt1.jpg" alt="Irit Neidhardt" width="200" height="172" /></a>Um die Frau im Islam, aber auch um den Islam als Ganzes, ranken sich in der abendländischen Hemisphäre zahlreiche Vorurteile. Nicht selten assoziieren westliche Bürger den Begriff &#8220;Islam&#8221; automatisch mit der Diskriminierung von Frauen und Fundamentalismus. Positiv konnotiert wird der Begriff selten – vielleicht auch, weil die Medienberichterstattung oft eindimensional ist. Wenn sich dann in arabischen Musikvideos Künstlerinnen wie Haifa Wehbe nicht minder freizügig präsentieren als US-Pendants wie Lady Gaga oder Rihanna, erscheint dies der breiten Masse als ein bizarrer Widerspruch. Warum man das Thema Frauenrechte nicht nur im religiösen Kontext sehen sollte und die Freizügigkeit der arabischen <em>und</em> westlichen Pop-Kultur kaum als Spiegel des Emanzipationsfortschritts gelten kann, erklärte uns Irit Neidhardt in einem Gespräch.<span id="more-567"></span></p>
<p>Irit Neidhardt wurde 1969 geboren und wuchs in Deutschland und Israel/Palästina auf. Sie studierte Islamwissenschaft, Ethnologie und Politikwissenschaft in Münster.<br />
Seit 1999 arbeitet sie als freiberufliche Kuratorin und Referentin zum Bereich Kino und Nahost. 2002 gründete sie <a href="http://www.mec-film.de/" target="_blank">mec film</a> (middle eastern cinemas), eine Verleih-, Vertriebs- und Beratungsfirma für Filme aus dem Nahen Osten. Außerdem koproduzierte sie Filme wie Mahmoud al Massads mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm &#8220;Recycle&#8221; (2007) oder Simon El Habres preisgekrönte Dokumentation &#8220;The One Man Village&#8221; (2008).</p>
<p><strong>Sie sind in Deutschland und Israel/Palästina aufgewachsen. Wann und aus welchen Gründen kamen Sie nach Deutschland?</strong><br />
Ich bin Deutsche, meine Eltern haben einige Jahre in Israel gearbeitet, wie andere Eltern in Frankreich oder Peru. Irgendwann ist der Vertrag dann zu Ende und man kommt zurück.</p>
<p><strong>Was hatte Sie dazu bewogen, Islamwissenschaft zu studieren?</strong><br />
In der Bundesrepublik gab es keine Regionalstudiengänge, da war Islamwissenschaft, kombiniert mit Politikwissenschaft und Ethnologie, was meiner damaligen Vorstellung von dem, was ich wollte, am nächsten kam. Ein ganz pragmatischer Grund also.</p>
<p><strong>Haben Sie als Frau selbst Repressalien erfahren, die von patriarchalischen Traditionen oder aber auch westlicher Intoleranz herrühren?<br />
</strong> Frauen erfahren Repressalien ganz unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Dieser Tage wird viel über die Frauenquote in Vorständen von DAX-Unternehmen diskutiert, hier gibt es ganz offenkundig ein massives Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern, manche bezeichnen das als Repression. In Deutschland wurden Frauenhäuser in den 70er Jahren für weiße Frauen der Mehrheitsgesellschaft gegründet, um auf ein Beispiel von Gewalt einzugehen. Heute sind es überwiegend Migrantinnen, die sich in Frauenhäuser flüchten. Die deutschen Frauen haben oft andere, private Netzwerke, die sie in Krisensituationen nutzen können, auch dank der Tatsache, dass durch die Frauenhausbewegung das Thema der häuslichen Gewalt etwas enttabuisiert wurde. In Dubai ist vor ca. drei Jahren ein Frauenhaus für die Arbeitsmigrantinnen gegründet worden. In der Presse hieß es explizit, dass emiratische Frauen nicht von häuslicher Gewalt betroffen seien. Diese Behauptung hat zum einen was damit zu tun, dass in emiratischen Medien nicht schlecht über die Emirate berichtet werden darf, zum anderen mit einem Muster, das dem unseren gleicht, nämlich Spielarten der Unterdrückung von Frauen vor allem bei Anderen, nicht aber in der eigenen Gesellschaft auszumachen.</p>
<p><strong>Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging, als ich mir Videos der libanesischen Künstlerin Haifa Wehbe (siehe Bild) anschaute, war: &#8220;Zur Schau stellen weiblicher Reize und Islam, wie passt das zusammen?&#8221; Ist das d</strong><strong>ie übliche Reaktion &#8220;westlich geprägter&#8221; Bürger?</strong></p>
<p>Die Reaktion hat sicher mit dem sehr reduzierten Bild, das hier sowohl über die arabische Welt als auch über den Islam geschaffen und verbreitet wird, zu tun.</p>
<p style="text-align: center;"><a rel="attachment wp-att-586" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/09/frauen-und-frauenbilder-im-islam-interview-mit-irit-neidhardt-2/haifa-wehbe/"><img class="size-full wp-image-586 aligncenter" title="Haifa Wehbe" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/haifa-wehbe.jpg" alt="Haifa Wehbe" width="350" height="194" /></a></p>
<p><strong>In etlichen arabischen Musikvideos räkeln sich die Künstlerinnen in lasziven Posen, mimen die selbstbewusste &#8220;Femme fatale&#8221;, die die Männer dominiert. Denken Sie, islamische Männer wünschten sich solche Frauen insgeheim oder fürchten sie diese eher? Welche Faszination üben die Künstlerinnen auf die Männerwelt aus?</strong><br />
Was Männer fasziniert, wird mir wohl immer zu großen Teilen unverständlich bleiben.  Das Publikum dieser Videos ist groß genug, dass Pepsi, Kinderüberraschung, Puma und Co. ihre Werbung nach wie vor auf den Musikvideokanälen schalten, und die Sender leben von den Werbeeinnahmen. Die von Ihnen erwähnte Sängerin Haifa Wehbe ist der aktuelle weibliche Topstar der Mainstream-Musikindustrie, sie liefert Klatschgeschichten und weiß sich als Talkgast in TV und Hörfunk zu präsentieren und in Szene zu setzen. Bis vor einem Jahr hat sie ihre Videos selbst produziert und dann einen Kooperationsvertrag mit dem saudi-arabischen transnationalen Satellitensender Rotana Music unterschrieben – ihre Fans konnten auf der Haifa-Fansite über den Wunschproduktionspartner abstimmen. Kurzum, sie ist eine gute Geschäftsfrau. Ihre Videos unterscheiden sich in ihren doch recht billigen aufreißerischen Posen nicht sehr von den Clips der ein oder anderen US-amerikanischen Sängerin, wobei Wehbe das Spiel mit dem Sexappeal in einigen wenigen ihrer Clips interessanterweise ironisiert. In dem Video zu ihrem Song &#8220;Mush Adra Stanna&#8221; (&#8220;Ich kann nicht länger warten&#8221;) zum Beispiel gibt es eine Szene, in der sie in einem engen, sehr knappen Glitzerkleid auf die Kamera zuläuft, der Strass auf dem Kleid funkelt sternenartig. Nach einer Art provokativer Pirouette folgt ein sehr kurzer Schnitt und eine Comic-Sprechblase, in der „POW“ steht, wodurch mit der (männlichen) Zuschauerfantasie gespielt wird, nämlich dass Wehbes Busen das Kleid zum Platzen bringt.</p>
<p><strong>Das in arabischen Musikvideos und Modemagazinen porträtierte Frauenbild, das Selbstbewusstsein und Stärke ausstrahlt, unterscheidet sich im Kern nicht signifikant von dem der abendländischen Medien. Sind die Medien als Ausdruck des tatsächlichen Fortschritts der Emanzipation oder lediglich als idealisierte Traumwelt zu sehen?</strong><br />
Da stellt sich zunächst die Frage nach dem Medienbild von Frauen im Westen und der Definition vom Fortschritt der Emanzipation. Grade in der Mode- und Musikwelt werden Frauen in den letzten zehn Jahren wieder stärker als bereits vorher zu Objekten reduziert. Die Werbeindustrie bedient sich zum Verkauf ihrer Waren eines Sexismus&#8217;, der oft die Grenzen des Pornografischen überschreitet, wie z.B. im letzten Jahr die Werbekampagne des AXE-Deodorants. Mit Freiheit hat das meiner Ansicht nach wenig zu tun und ob es emanzipatorisch sein kann, sich an einem ausbeuterischen System zu beteiligen, auch wenn man sich selbst dabei individuell als frei oder befreit definiert, muss in Frage gestellt werden.  Frei nach dem Motto &#8220;Sex sells&#8221; klingeln überall auf der Welt die Kassen. Was die arabische Welt betrifft, kommt Kritik hieran zum Teil von Seiten der kritischen Intelligenz, die sich gegen die Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche mit Konsum sowie gegen die Sexualisierung der Öffentlichkeit wendet, welche sie als anti-emanzipatorisch versteht.</p>
<p>Rima Khcheich z.B. klagt in ihrem Videoclip &#8220;Haflat Taraf&#8221; (&#8220;Verrückte Party&#8221;) die Ikonisierung von Popstars und Politikern gleichermaßen an und die Band Mashrou’a Leila bricht Geschlechterrollen und idealisierte Traumwelten aus dem Reich der Liebe humorvoll auf. Sowohl Khcheich als auch Mashrou’a Leila genießen im Libanon außerhalb des Kommerzes einen hohen Stellenwert.  Im Zuge des zunehmenden Konservatismus, der in den letzten Jahren in der arabischen Welt zu verspüren ist, gibt es aber auch Kritik von religiöser Seite, die sich auf einen Werteverfall und zunehmende Aggression in der Gesellschaft bezieht. 2009 eröffnete der private islamische Musikvideosender 4Shabab (&#8220;Für die Jugend&#8221;), auf dem z.B. Videos der US-amerikanischen Rap-Formation Native Deen gezeigt werden, deren international wohl bekanntester Song &#8220;I Am Not Afraid to Stand Alone&#8221; sich mit der Diskriminierung von Muslimen in den USA auseinandersetzt und als Umgang hiermit auf die Kraft und Güte Gottes und Nächstenliebe setzt. Es gibt Clips, die die Auffassung veranschaulichen, dass man im Verbund mit Gott einfacher durch den Alltag kommt, sich nicht über die Nachbarn ärgert und auch gelassen bleibt, wenn einem jemand aus Versehen einen Eimer Wasser über den Kopf gießt. 4Shabab zeigt grob gesagt Musikvideos in der Spannbreite von Xavier Naidoo bis zum christlichen Rock, nur halt mit einer anderen Bezeichnung Gottes.</p>
<p><strong>In Deutschland, so scheint es, erfolgt die Auseinandersetzung mit dem Islam fast ausschließlich im Zusammenhang mit der Diskriminierung von Frauen. Im Koran selber ist jedoch von Gleichberechtigung der Geschlechter die Rede (&#8220;Seht, Ich lasse kein Werk der Wirkenden unter euch verloren gehen, sei es von Mann oder Frau; [...]&#8220;).<br />
Warum ist die mediale Berichterstattung im Westen so einseitig geartet?</strong><br />
Die Einseitigkeit, oder vielleicht konkreter die Eingeschränktheit der Berichterstattung ist augenscheinlich. In ein paar Sätzen kann man die Hintergründe sicher nicht mit der gebotenen Sorgfalt analysieren. Die Thematisierung der Diskriminierung von Frauen hat meines Erachtens die Funktion, Dichotomien aufzubauen: unterdrückt/befreit, modern/rückständig, demokratisch/unaufgeklärt, die argumentativ in einer machtpolitischen Debatte eingesetzt werden, die mit Freiheiten von Frauen in Wirklichkeit nichts zu tun hat. Rechte von Frauen machen nicht an religiösen, kulturellen oder nationalen Grenzen halt. Würde es um Gleichberechtigung gehen, dann wäre die Diskussion anders gelagert und würde auch die Rechte von Frauen z.B. in Deutschland einschließen, statt zu suggerieren hier wäre alles zu bestmöglicher Zufriedenheit.</p>
<p><strong>Die Diskriminierung von Frauen ist nicht auf den Koran, sondern Traditionen und Sitten zurückzuführen. Was können islamische Frauen tun, um diese Traditionen aufzubrechen?</strong><br />
Wie in meinen vorherigen Antworten schon angeklungen ist, hat Diskriminierung von Frauen an sich nichts mit bestimmten Religionen zu tun, in Nuancen sicherlich, aber nur über Nuancen zu sprechen, ohne die Gesamtstruktur zu betrachten, verzerrt das Bild. Die oben genannten Bespiele der Videos von Haifa Wehbe, Rima Khcheich oder der gemischtgeschlechtlichen Band Mashrou’a Leila zeigen Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen und sich politisch und künstlerisch sehr unterschiedlich positionieren und einmischen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Diskriminierung von Frauen konkreter definiert werden muss. Arabische Musikvideos sind nicht zwangsläufig Videos von muslimischen Künstlerinnen und Künstlern, die Region ist multi-ethnisch und multi-religiös, auch wenn im Zuge verstärkter Hinwendung zur Religion der Islam natürlich als Mehrheitsreligion das größte Gewicht hat und am stärksten wahrgenommen wird.</p>
<p><strong>Termin:</strong><br />
Am <strong>17. April</strong> (14 Uhr, Kino im U, Leonie-Reygers-Terrasse 2,  Dortmund) wird Irit Neidhardt ihren Vortrag &#8220;Vom nackten Schmachten  und politischer Intervention&#8221; über Frauen und Frauenbilder in arabischen  Musikvideos halten.</p>
<p><em>Joshua Salewski</em></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="450" height="283" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/bycES3AzRUs?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="450" height="283" src="http://www.youtube.com/v/bycES3AzRUs?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><strong>Infos:</strong><br />
<a href="http://www.iritneidhardt.de" target="_blank">www.iritneidhardt.de</a><br />
<a href="http://www.mec-film.de" target="_blank">www.mec-film.de</a><br />
<a href="http://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?main=festival&amp;second=specials&amp;id=6" target="_blank">www.frauenfilmfestival.eu</a></p>
<p><em>Quellen:</em></p>
<p><a href="http://www.enfal.de/fragfrau.htm" target="_blank">25 Fragen zur Frau im Islam</a></p>
<p><a href="http://www.iritneidhardt.de" target="_blank">www.iritneidhardt.de</a></p>
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		<title>„9 Leben“: Ein Film über neun Obdachlose und etliche falsche Klischees</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 23:32:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>v.schareina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Dokumentarfilm „9 Leben“ von Maria Speth stellt neun junge Frauen und Männer vor, die in Berlin auf der Straße leben oder gelebt haben. Die jungen Leute gewähren Einblicke in ihre Vergangenheit, schildern traumatische Erlebnisse aus der Kindheit und erzählen, was das Leben ohne feste Behausung ausmacht – und sie erzählen, warum ihnen gerade das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-529" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/08/9-leben-ein-film-uber-neun-obdachlose-und-etliche-falsche-klischees/9-leben_nr-2/"><img class="alignleft size-medium wp-image-529" title="9 Leben_Liza" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/9-Leben_Nr.2-200x112.jpg" alt="Liza mit ihrem Cello" width="200" height="112" /></a>Der Dokumentarfilm „9 Leben“ von Maria Speth stellt neun junge Frauen und Männer vor, die in Berlin auf der Straße leben oder gelebt haben. Die jungen Leute gewähren Einblicke in ihre Vergangenheit, schildern traumatische Erlebnisse aus der Kindheit und erzählen, was das Leben ohne feste Behausung ausmacht – und sie erzählen, warum ihnen gerade das Leben auf der Straße manchmal besonders lebenswert erscheint. Abseits der Straße, vor steriler Studiokulisse, lässt Speth Portraits entstehen von Menschen mit besonderen Talenten, die so manches Klischee brechen.<span id="more-354"></span></p>
<p>Eines dieser Talente ist Liza. Das junge Mädchen mit dem blonden Irokesenschnitt und den Piercings in Lippe und Nase spielt gefühlvoll und fehlerfrei auf seinem Cello. Sie erzählt, wie sie in der dritten Klasse von Kasachstan nach Deutschland zog und zunächst bei ihrer Tante lebte. Dort lernte sie die deutsche Sprache und war bis zur sechsten Klasse Einser-Schülerin. Mit 14 zog sie mit ihren Eltern nach Berlin. Dass ihr Vater sie schlug und dass dies letztlich der Grund war, warum sie ihr Zuhause gegen ein Leben auf der Straße eintauschte, will ihre Mutter bis heute nicht wahrhaben. Seitdem gehört Liza der Punkerszene an, mit deren Stil, Musik und Einstellungen sie sich identifiziert. Dennoch spielt sie nebenher Cello, Klavier und singt. Und passt damit so gar nicht ins Klischee.</p>
<p><strong>Fatale Erlebnisse in der Kindheit</strong></p>
<p>Auch die anderen acht jungen Leute zeigen, dass jede Obdachlosigkeit eine individuelle Geschichte hat. Jede und jeder Einzelne der neun Protagonisten besitzt Talente, die Speth ins Bild rückt. Und jede und jeder erzählt seine Geschichte vor der Kamera: von Eltern, die trinken, zuschlagen oder Selbstmord begehen. Oder von Eltern, die zu viel Druck ausüben, weil sie es selbst nicht weit gebracht haben. Die jungen Leute sahen keinen anderen Ausweg als zu flüchten. Zu flüchten vor der eigenen Familie. Sie alle haben die Straße zu ihrem neuen Zuhause auserkoren und dort neue Freunde gefunden.</p>
<p>„Alles, was ich wollte, war Liebe, Geborgenheit und ein bisschen Verständnis“, sagt Sunny, als sie über ihren Vater spricht. Eine junge Frau mit einem hübschen Gesicht, geziert von vielen Piercings. Von Vergewaltigungen bis hin zu Drogen- und Alkoholexzessen hat sie auf der Straße schon fast alles erlebt. Nadine, die es vorzieht, Soja genannt zu werden, wollte nicht länger von den Liebhabern ihrer alleinerziehenden Mutter geschlagen werden. Und ihrer Mutter habe sie sowieso nicht viel bedeutet, erzählt sie. Auch sie suchte schon früh das Weite und landete auf der Straße. Ihre große Leidenschaft ist die Fotografie.</p>
<p>„9 Leben“ macht deutlich, dass es Vorurteile gibt, mit denen man aufräumen muss. Mögen die Protagonisten auch optisch manches Klischee erfüllen – ihre Geschichten zeigen, dass sich hinter der Fassade mehr verbirgt. Indem Speth die jungen Leute ins Studio holt, sie vor weißem Hintergrund buchstäblich ins rechte Licht setzt, entstehen individuelle Auftritte. In den minimalistischen schwarz-weißen Bildern stehen einzig die Personen mit ihren Schicksalen, aber auch Talenten, im Vordergrund. Das sterile Setting des Film mag man als anstrengend empfinden – es ist aber ein gelungener und einzigartiger Kunstgriff, die Aufmerksamkeit allein auf die Persönlichkeiten zu lenken. Für Klischees lässt dieser Film keinen Raum.</p>
<p><strong>9 Leben</strong> ist am Sonntag, 17.4.2011, um 11.30 Uhr im <a href="http://www.dortmunder-u.de/partner/rwe-forum-kino-im-u">Kino im U</a> zu sehen.</p>
<p><em>Vivian Schareina</em></p>
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		<title>Frauen vor Stadtlandschaft – Zur IFFF-Filmreihe „Urbane Landschaften“</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 22:03:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.pieplow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Häusermeere, Straßenschluchten, Betonwüsten – Begriffe wie diese stehen für die Unwirtlichkeit vieler Städte und spiegeln zugleich den Wunsch, eine Synthese von Stadt und Natur zu verwirklichen. Auf vielfältige Weise versuchen Menschen, eine neue Qualität öffentlichen Raums herzustellen, ihr Wohn- und Lebensumfeld zu bewahren und zu gestalten: vom Guerilla-Gardening bis hin zum Widerstand gegen die Räumung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-433" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/06/frauen-vor-stadtlandschaft-%e2%80%93-zur-ifff-filmreihe-%e2%80%9eurbane-landschaften%e2%80%9c/tokio_by_bildpixel_klein-2/"><img class="alignleft size-full wp-image-433" title="Bild: Bildpixel / pixelio.de" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/tokio_by_bildpixel_klein1.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a>Häusermeere, Straßenschluchten, Betonwüsten – Begriffe wie diese stehen für die Unwirtlichkeit vieler Städte und spiegeln zugleich den Wunsch, eine Synthese von Stadt und Natur zu verwirklichen. Auf vielfältige Weise versuchen Menschen, eine neue Qualität öffentlichen Raums herzustellen, ihr Wohn- und Lebensumfeld zu bewahren und zu gestalten: vom Guerilla-Gardening bis hin zum Widerstand gegen die Räumung von Wohnraum. In der Reihe „Urbane Landschaften“ zeigt das IFFF Dortmund|Köln Filme von Frauen über städtebauliche Utopien und über Menschen, die versuchen, der Stadtplanung von oben ihren eigenen „Stadt-Plan“ entgegen zu setzen.<span id="more-415"></span></p>
<p><strong>Städte – Lebensräume der Zukunft </strong></p>
<p>In Städten lebt schon heute weltweit mehr als die Hälfte der Menschen. Bis 2050 sollen es etwa 80 Prozent sein – in Nordrhein-Westfalen ist dies heute schon Realität. Einst Bastion gegen Gefahr von Außen, können Städte heute leicht zur Falle für ihre Bewohner werden. Ein Blick nach Tokio mit seiner Bevölkerung von 35 Millionen Menschen hat dies in den vergangenen Wochen erschreckend deutlich gemacht. Mega-Städte gelten aber nicht erst seit dem atomaren GAU von Fukushima als leicht verwundbar: Naturkatastrophen, Industrieunfälle oder terroristische Angriffe sind Risiken für Bewohner, Werte und Infrastruktur.</p>
<p>Dennoch: Dezentrale Siedlungsstrukturen wären langfristig, so Experten, nicht nur wegen des damit verbundenen Flächenverbrauchs ökologisch nicht vertretbar. Wo Millionen von Menschen täglich zwischen Wohnung und Arbeitsplatz pendeln müssen, wird auch enorm viel Energie verbraucht und Treibhausgas produziert. Eine stärkere Integration von Wohn- und Arbeitsplätzen in Stadtquartieren ist deshalb wesentlicher Bestandteil nachhaltiger Stadtkonzepte.<strong> </strong></p>
<p><strong>Ungleiche Schwestern: Wachsende und schrumpfende deutsche Städte </strong></p>
<p>Während in Teilen dieser Welt durch eine rasant wachsende Bevölkerung immer mehr Mega-Städte entstehen, schrumpfen in Deutschland viele Städte. Gründe sind Geburtenrückgang, Sterben von Industriezweigen und Abwanderung vor allem junger Menschen in Städte, die ihnen berufliche Perspektiven und kulturelle Attraktivität bieten. Für Städte im Ruhrgebiet sagt das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung bis 2030 einen Bevölkerungsrückgang um mehr als 15 Prozent im Vergleich zu 2008 voraus. Dramatisch ist die Entwicklung bereits in einigen Städten in den neuen Bundesländern: Dessau beispielsweise hat seit der Wende etwa ein Viertel seiner Bevölkerung verloren.</p>
<p>Andere deutsche Städte wachsen hingegen, etwa Berlin. Hier steigt die Nachfrage nach Wohnraum, besonders in zentralen Lagen. Die soziale Umstrukturierung gilt hier als Sorgenkind. Viertel, Veedel, Kiez – wie auch immer Bewohner „ihren“ Stadtteil nennen – werden saniert und als Wohnquartier attraktiver. Upgrading von Stadtvierteln nennt man das. Diese Aufwertung geht oft einher mit Segregation, also der Entmischung ihrer Bevölkerung. Segregation bedeutet, dass sich bestimmte Bevölkerungsgruppen auf bestimmte Stadtgebiete konzentrieren: Akademikerfamilien hier, Arbeiterfamilien dort, hier Doppelverdiener, dort Hartz-IV-Empfänger.</p>
<p><strong>Gentrifizierung: Wohnst du noch oder räumst du schon?</strong></p>
<p><!-- @font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 10pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --> Viele Alt-Bewohner aufgewerteter Stadteile können sich die teureren Mieten nicht mehr leisten und ziehen an die Peripherie oder in die Vorstädte. Alternative Lebens- und Wohnformen und Subkulturen verschwinden zunehmend aus den Innenstädten. Im Monopoly des 21. Jahrhunderts ersetzt häufig die Schlossallee die Badstraße. Was als kosmetische Sanierungsmaßnahme beginnt, endet nicht selten mit dem Gesichtsverlust ganzer Viertel. Das geschieht in Ost wie West, meist dort, wo einkommensstarke Haushalte vermehrt Wohnraum nachfragen und Investoren fette Renditen wittern. <!-- @font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 10pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --> Gentrifizierung, Stadtteilveredelung, ist der Fachbegriff für diesen Prozess wachsender Dominanz einkommensstarker Haushalte in attraktiven Stadtquartieren. Paradebeispiel ist der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Inzwischen rückt Berlin-Friedrichshain ins Visier von Investoren – und in die Schlagzeilen, wenn ein Großaufgebot von Polizisten eines der letzten besetzten Häuser räumt.</p>
<p><strong>Stadt-Ansichten von Frauen </strong></p>
<p><a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/01/was-kann-film-tun-eine-annaherung-an-das-motto-des-internationalen-frauenfilmfestivals/">Was tun</a> gegen den Ausverkauf städtischen Lebensraums? Ein wichtiger Schritt besteht darin, Anschauung zu vermitteln, beispielsweise in Dokumentarfilmen: Anschauung davon, wie städtische Erneuerungsmaßnahmen das Gesicht einer Stadt verändern können und was dies für die betroffenen Menschen bedeutet. Aber auch Anschauung von Handlungsspielräumen, die genutzt werden können, um eine Aufwertung von Stadtteilen nicht zur Verdrängung ihrer Bewohner führen zu lassen. Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln zeigt solche Filme in der Reihe „Urbane Landschaften“. Von Ausverkauf und Zerstörung des Brooklyner Stadtteils Williamsburgh erzählt Diane Nerwens Dokumentarfilm <strong>Open House</strong>, von Widerstand durch Hausbesetzung <strong>Pennyless Decadence</strong> von Julia Keller und Katharina Pethke sowie Rosemarie Blanks <strong>Job en de Hollandse Vrijstaat</strong>.</p>
<p>Einen anderen Aspekt von Stadtentwicklung, nämlich städtebauliche Utopien, thematisieren die Dokumentarfilme <strong>Manchmal möchte man fliegen von </strong>Gitta Nickel und Sofia Tzavellas <strong>Hotel Rai. </strong>Beide Filme<strong> </strong>zeigen in eindrucksvollen Bildern, wie sozialistische Träume vom Schöner Wohnen entstehen und scheitern: Nickels am Beispiel des Baus einer gigantischen Plattenbausiedlung in Berlin-Marzahn Anfang der 80er-Jahre, Tzavella vor der Kulisse eines Roma-Wohnblocks in Bulgarien.</p>
<p><strong>Städte neu erfinden</strong></p>
<p>Während es noch in den 80er-Jahren in vielen deutschen Städten in Ost und West schlicht darum ging, möglichst massenhaft komfortablen Wohnraum zu erstellen, stehen moderne Stadtkonzepte heute unter dem Leitthema Nachhaltigkeit. Die Stadt muss sich neu erfinden – das gilt für schrumpfende ebenso wie für wachsende Städte. Funktionalistischer Städtebau mit einer Trennung von Wohn- und Arbeitsquartieren ist passé, weil er nicht nur unökologisch ist, sondern auch zu toten Innenstädten geführt hat. Zukunftsfähig sind Stadtquartiere, die Wohnraum, Läden und Büros in kurzer Distanz bieten und somit lange und energiefressende An- und Abfahrtswege der Menschen entbehrlich machen. Zukunftsfähig sind der Ausbau öffentlicher Verkehrssysteme und Gebäudebewirtschaftung mit erneuerbaren Energien – in Industrienationen produzieren Gebäude derzeit 40 Prozent der Treibhausgas-Emissionen.</p>
<p><strong>Stadtkonzepte von und für Frauen</strong></p>
<p>In der Entwicklung zukunftsfähiger Stadtkonzepte rücken Frauen inzwischen zunehmend in den Blickpunkt – nicht nur weil die demografische Entwicklung zu einem hohen Frauenanteil in älteren Jahrgängen führen wird. Grund hierfür ist auch, dass der Arbeitsmarkt der Zukunft mehr denn je auf qualifizierte Frauen angewiesen sein wird. Für diese Frauen müssen in Städten infrastrukturelle Rahmenbedingungen geschaffen werden, die ihnen ein Nebeneinander von Arbeit und Familie erleichtern: von kurzen Wegen zwischen Wohn- und Arbeitsplatz, einem gut ausgebauten Netz öffentlichen Personennahverkehrs bis hin zu attraktiven Betreuungs- und Bildungsangeboten für Kinder.</p>
<p>Gefragt sind sensible, kreative und integrative Stadt- und Wohnkonzepte. Oder wie Klaus Töpfer, ehemaliger Exekutivdirektor des United Nations Environment Program, es einmal formulierte: &#8220;Für mich sind die Städte gegenwärtig viel zu sehr aus der männlichen Perspektive, zu maskulin entwickelt. Wir brauchen viel mehr aus der Perspektive von Frauen entwickelte Stadtstrukturen. Deswegen brauchen wir auch mehr Frauen in der Stadtplanung.&#8221; Nur zu! Utopia ist schließlich weiblich.</p>
<p><em>Birgit Pieplow</em></p>
<p>Bild: Bildpixel / <a href="http://www.pixelio.de">www.pixelio.de</a></p>
<p><strong>Open House </strong>und<strong> Hotel Rai:</strong> Freitag, 15.4.2011, 18 Uhr, <a href="http://www.dortmunder-u.de/partner/rwe-forum-kino-im-u"><strong>Kino im U</strong></a></p>
<p><strong>Manchmal möchte man fliegen:</strong> Sonntag, 17.4.2011, 16 Uhr, <a href="http://www.schauburg-kino.com/"><strong>Schauburg 1 </strong></a></p>
<p><strong>Job en de Hollandse Vrijstaat</strong> und <strong>Pennyless Decadence:</strong> Sonntag, 17.4.2011, 16.30 Uhr, <a href="http://www.schauburg-kino.com/"><strong>Schauburg 2</strong></a></p>
<p>Quellen:</p>
<p><a href="http://www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/382866/publicationFile/4296/GlobaleFragen13.pdf">13. Forum Globale Fragen: Die Welt als Stadt, die Stadt in der Welt – Globalisierung, Urbanisierung und internationale Politik. Berlin, 6. &#8211; 7. April 2006.</a></p>
<p><a href="http://www.bpb.de/publikationen/5C7FXX,0,Gentrifizierung_im_21_Jahrhundert.html">Ingrid Breckner: Gentrifizierung im 21. Jahrhundert. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Heft 17/2010</a></p>
<p><a href="http://www.mbv.nrw.de/Staedtebau/grundlagen_der_stadtentwicklungspolitik/index.php">Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr NRW (Hrsg.): Grundlagen der Stadtentwicklungspolitik</a></p>
<p><a href="http://www.familie-in-nrw.de/fileadmin/fileadmin-kommaff/pdf/Demografischer_Wandel.pdf">Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration NRW (Hrsg.): Demografischer Wandel. Die Stadt, die Frauen und die Zukunft.</a></p>
<p><a href="http://www.boell.de/oekologie/gesellschaft/oekologie-gesellschaft-moloch-erfindet-sich-neu-nachhaltige-stadt-11428.html">Ralf Fücks: Der Moloch Stadt erfindet sich neu.</a></p>
<p><!-- @font-face {   font-family: "Times"; }@font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 10pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --> <a href="http://www.ils-forschung.de/down/journal-0110.pdf">Bernd Wuschansky: Demographische Entwicklung der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Große Differenzen.</a></p>
<p><!-- @font-face {   font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 10pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; } --></p>
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		<item>
		<title>Mehr als ein Kino: Das Roxy zeigt wieder Festival-Filme</title>
		<link>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/05/mehr-als-ein-kino-das-roxy-zeigt-wieder-festival-filme/</link>
		<comments>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/05/mehr-als-ein-kino-das-roxy-zeigt-wieder-festival-filme/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 22:47:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>p.werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival-Orte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/?p=490</guid>
		<description><![CDATA[Das IFFF bespielt in diesem Jahr einige neue Stätten – dazu gehört das Roxy in der Dortmunder Nordstadt. Wobei „neu“ aufs Roxy eigentlich nicht zu passen scheint: 1932 erbaut, im Krieg zerstört, 1950 wiedereröffnet, hat es eine ziemlich lange Geschichte. Insbesondere in den 80er und 90er Jahren hat sich das Roxy einen Namen als Programmkino [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-506" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/05/mehr-als-ein-kino-das-roxy-zeigt-wieder-festival-filme/roxy-2/"><img class="alignleft size-full wp-image-506" title="roxy" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/roxy1.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a>Das IFFF bespielt in diesem Jahr einige neue Stätten – dazu gehört das Roxy in der Dortmunder Nordstadt. Wobei „neu“ aufs Roxy eigentlich nicht zu passen scheint: 1932 erbaut, im Krieg zerstört, 1950 wiedereröffnet, hat es eine ziemlich lange Geschichte. Insbesondere in den 80er und 90er Jahren hat sich das Roxy einen Namen als Programmkino gemacht, auch weit über die Dortmunder Stadtgrenzen hinaus. Im vergangenen Jahr musste das Roxy seine Pforten schließen, aber drei Kinobegeisterte haben dafür gesorgt, dass es nach drei Monaten und einer Komplett-Renovierung am 26. Februar 2011 wieder eröffnen konnte. Und nun ist – nach einer 20-jährigen Pause – auch das Festival wieder zu Gast im Roxy.<span id="more-490"></span></p>
<p>Im November 2010 stand das Roxy vor dem Aus: Die frühere Betreiberin hatte ihren Pachtvertrag gekündigt und das Kino komplett leergeräumt. Für die Dortmunder Nordstadt, für die Dortmunder Kultur- und Film-Szene insgesamt ein herber Verlust – hätten nicht drei langjährige Mitarbeiter des Kinos das Ruder herumgerissen. Ideell und finanziell unterstützt durch einen eigens gegründeten Förderverein, machten sich Holga Rosen, Sascha Kirchhoff und Michael Markefka an die Renovierung und Neuausstattung und konnten schon nach drei Monaten zur Wiedereröffnung in das Lichtspielhaus an der Münsterstraße laden.</p>
<p>Der Film, der anlässlich der Eröffnung am 26. Februar in einem überfüllten Kino gezeigt wurde, ist ein Statement der Betreiber, das Rückschlüsse auf die filmische Ausrichtung zulässt: „Cecil B. DeMented“ von John Waters, eine punkig-anarchistische Trash-Komödie, deren Titelheld „Tod dem Hollywood-Kino!“ schwört.</p>
<p>Die Festival-Filme passen bestens ins anspruchsvolle Programm, und so ist das IFFF – 20 Jahre nach seiner Vorläuferin „femme totale“ – wieder zu Gast in der Münsterstraße: Am Donnerstag, 14.4., ist das Roxy um 20 Uhr Schauplatz des <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/02/nicht-auf-den-mund-gefallen-jurymitglied-des-ifff-maren-kroymann/" target="_self">Gesprächs</a> mit Jury-Mitglied Maren Kroymann und der anschließenden Projektion von Angelina Maccarones „Verfolgt“, um 22.3o Uhr wird der IFFF-Eröffnungsfilm <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/04/gael-garcia-bernal-das-gesicht-des-mexikanischen-films/" target="_self">„También la lluvia“</a> gezeigt. Zur Programm-Reihe „Was tun“ gehören <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/02/kampf-der-konventionen-–-act-of-dishonour/" target="_self">„Act of Dishonour“</a>, der am Samstag, 16.4., um 20.30 Uhr gezeigt wird, sowie <a href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/04/ein-klassiker-des-schwul-lesbischen-films-word-is-out/" target="_self">„Word is Out“</a> am Sonntag, 17.4., um 16.30 Uhr (weitere Filme im Roxy siehe <a href="http://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?main=detail&amp;detail=5" target="_blank">Programmheft</a>).</p>
<p><em>Petra Werner</em></p>
<p>Links:<br />
<a href="http://www.roxydortmund.de/" target="_blank">Roxy-Kino</a><br />
<a href="http://roxyfoerderverein.de" target="_blank">Roxy-Förderverein</a></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Ein Klassiker des schwul-lesbischen Films: &#8220;Word Is Out&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 22:59:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>c.donath</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Anfang der 70er Jahre erwachte die Homosexuellenbewegung zum Leben und begann, für mehr Gleichberechtigung und Akzeptanz zu kämpfen. So wollte auch die Mariposa Film Group unter der Leitung von Peter Adair mehr Verständnis für Homosexuelle wecken und produzierte innerhalb von fünf Jahren das, was 1977 schließlich unter dem Titel &#8220;Word Is Out: Stories of Some [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-553" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/04/ein-klassiker-des-schwul-lesbischen-films-word-is-out/image_toolkit-php-2/"><img class="alignleft size-full wp-image-553" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/image_toolkit.php_1.jpeg" alt="Word is Out" width="200" height="132" /></a>Anfang der 70er Jahre erwachte die Homosexuellenbewegung zum Leben und begann, für mehr Gleichberechtigung und Akzeptanz zu kämpfen. So wollte auch die Mariposa Film Group unter der Leitung von Peter Adair mehr Verständnis für Homosexuelle wecken und produzierte innerhalb von fünf Jahren das, was 1977 schließlich unter dem Titel &#8220;Word Is Out: Stories of Some of Our Lives&#8221; in die Kinos kam. 26 Schwule und Lesben erzählen in Interviews von ihrem Coming-Out und der ersten Liebe, aber auch von Unterdrückung und der Flucht vor der Gesellschaft.<span id="more-184"></span></p>
<p>Zwischen 18 und 77 Jahren alt, decken die interviewten Personen ein breites Spektrum der Bevölkerung ab. Mit über 250 Personen haben Adair und seine Mitstreiter gesprochen und sich dann die herausgepickt, die ihrer Meinung nach die rührendsten und interessantesten Geschichten zu erzählen hatten. Da trifft man auf den Geschäftsmann, die Künstlerin, den Aktivisten, man sieht Amerikaner, Chinesen und Afroamerikaner und lauscht den Berichten von Studenten wie von Senioren. Natürlich steckt in jedem Klischee ein Funken Wahrheit – und so treten auch maskuline Frauen und feminine Männer auf. Was sie erzählen, liegt jedoch außerhalb jedes Klischees und jedes Vorurteils.</p>
<p>Die Protagonisten berichten nicht nur von den Schwierigkeiten des Coming-Outs, sondern auch von Unterdrückung durch die Gesellschaft, die in den Homosexuellen etwas Anormales sah. Polizisten parkten vor Gay Bars und beunruhigten die Besucher durch ihre ständige Anwesenheit, Soldaten verprügelten lesbische Frauen, weil sie sich der Eroberung entzogen, Homosexuelle wurden ohne jeden Grund aus Bars rausgeworfen. Die Liste der Diskriminierungen ist lang. Dennoch haben einige der Interviewten hartnäckig versucht, sich um jeden Preis an diese feindselige Gesellschaft anzupassen. Sie heirateten, bekamen gar Kinder, aber glücklich waren sie nie – bis der Tag kam, an dem sie sich selbst akzeptieren konnten. Die 77-jährige Dichterin Elsa vergleicht sich mit einer Figur in einem Roman, die vom Autor in eine bestimmte Struktur gepresst werden soll, sich aber mit allen Mitteln dagegen wehrt.</p>
<p>Für manche war der gesellschaftliche Druck schon in der Pubertät so unerträglich, dass sie lange Zeit selbst glaubten, etwas stimme nicht mit ihnen. Von Krankenhausbesuchen und dem Aufenthalt in psychiatrischen Anstalten berichten die Betroffenen, von harmlosen Salat-Diäten bis zu qualvollen Elektroschock-Therapien – alles dazu gedacht, ihre Homosexualität zu heilen. Allein auf die Eltern zuzugehen und ihnen alles zu erzählen, war für viele ein Albtraum. Auf die Frage, was ein Homosexueller überhaupt sei, wurde die Holzfällerin Whitey als junges Mädchen statt einer Antwort von ihrer Mutter angebrüllt.</p>
<p>Trotz aller negativen Erfahrungen können die meisten auch mit einem Lächeln auf den Lippen und glänzenden Augen von der ersten Liebe berichten. So fanden die beiden Senioren Harry und John erst mit über 40 Jahren zueinander, und sind immer noch glücklich verliebt. Die Schauspielerin Pat erzählt von allabendlichen Ausflügen in Tanzbars mit ihren Freundinnen und lacht dabei aus voller Kehle, verleiht ihren Erinnerungen damit dieses besondere Etwas, sodass auch der Zuschauer nicht anders kann als zu lächeln. Und auch die schüchterne Cynthia hat sich schon in jungen Jahren auf ihre Vorliebe für Frauen eingelassen, anstatt sich den Wünschen der Gesellschaft zu beugen.</p>
<p>&#8220;Word Is Out: Stories of Some of Our Lives&#8221; ist sicherlich ein Meilenstein der Filmgeschichte. In seiner Einfachheit bewegend und modern. In seinem Inhalt eine Möglichkeit für Identifikation und Akzeptanz zugleich. Und in seiner Botschaft 1977 für manche noch überraschend: Homosexuelle, das sind keine Psychopathen, keine Kranken und keine Sünder, sondern Menschen wie du und ich.</p>
<p><strong>Word is out</strong> läuft am So., 17.4., um 16.30 Uhr im <a href="http://www.roxydortmund.de" target="_blank">Roxy-Kino</a>.</p>
<p><em>Christine Donath</em></p>
<p>Links:</p>
<p><a title="Website zu Word Is Out" href="http://www.wordisoutmovie.com/" target="_self">Offizielle Website zu Word Is Out</a></p>
<p><a title="Word Is Out bei Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Word_is_Out:_Stories_of_Some_of_Our_Lives" target="_self">Word Is Out bei Wikipedia</a></p>
<p><a title="Peter Adair bei Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Adair" target="_self">Peter Adair bei Wikipedia</a></p>
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		<title>Gael García Bernal: das Gesicht des mexikanischen Films</title>
		<link>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/04/gael-garcia-bernal-das-gesicht-des-mexikanischen-films/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 05:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.lienemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Schauspielerei wurde ihm geradezu in die Wiege gelegt. Schon in jungen Jahren begann Gael García Bernal mit Unterstützung seiner Eltern Patricia Bernal und José Angel García, ebenfalls beide Schauspieler, seine Karriere vor der Kamera. Während er damals zunächst vorwiegend in Seifenopern mitspielte, was ihn zum Teenieschwarm in Mexiko machte, spielt er heute in zahlreichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-377" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/04/gael-garcia-bernal-das-gesicht-des-mexikanischen-films/tambien-la-lluvia/"><img class="alignleft size-medium wp-image-377" title="Tambien la lluvia" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/Tambien-la-lluvia-200x154.jpg" alt="" width="200" height="154" /></a>Die Schauspielerei wurde ihm geradezu in die Wiege gelegt. Schon in jungen Jahren begann Gael García Bernal mit Unterstützung seiner Eltern Patricia Bernal und José Angel García, ebenfalls beide Schauspieler, seine Karriere vor der Kamera. Während er damals zunächst vorwiegend in Seifenopern mitspielte, was ihn zum Teenieschwarm in Mexiko machte, spielt er heute in zahlreichen hochkarätig besetzten Filmen. Der 32-jährige Mexikaner zählt mittlerweile zu den gefragtesten spanischsprachigen Schauspielern. Im Eröffnungsfilm des Internationalen Frauenfilmfestivals, Icíar Bollaíns „También la lluvia“, ist er in der Hauptrolle zu sehen.<span id="more-266"></span></p>
<p>Im Alter von 19 Jahren kehrte Bernal dem mexikanischen Fernsehen den Rücken, um an der berühmten Central School of Speech in London zu studieren. Er war der erste Mexikaner, der die Aufnahmeprüfung der Schule erfolgreich bestand. Das war 1997. Drei Jahre später stand er bereits für Alejandro González Iñárritus „Amores Perros“ vor der Kamera. Die Rolle des Octavio, eines aggressiven Kampfhundbesitzers mit gescheiterter Existenz, führte ihn zurück zu seinen mexikanischen Wurzeln und machte ihn zum internationalen Superstar. Gleichzeitig legte der Film den Grundstein für das neue mexikanische Kino.</p>
<p><strong>Anspruchsvolle Rollen</strong></p>
<p>Bernal bleibt dabei, kritische und extreme Rollen zu spielen. So auch 2004 in „Die Reise des jungen Ché“. Dort spielte er den jungen Revolutionär Che Guevara, auf dessen Schultern später das Schicksal ganz Lateinamerikas lasten würde. 2006 spielte er an der Seite von Brad Pitt und Cate Blanchett in „Babel“ einen Mexikaner, der den Ausbruch aus seinem Leben versucht, dabei kläglich scheitert und schließlich an der mexikanisch-amerikanischen Grenze Amok läuft.</p>
<p>Gael García Bernal führt keineswegs das Hollywoodleben, das ihm offen stehen würde. Den Ruhm und die nordamerikanische Lebensweise betrachtet er immer noch mit bodenständiger Distanz. Er ist seiner lateinamerikanischen Abstammung treu geblieben und wurde somit zum Aushängeschild der mexikanischen Filmbranche. Vielleicht ist es gerade das, was ihn so sympathisch macht: die kritische Verbundenheit mit seiner Heimat Mexiko.</p>
<p>Seine oft harten und ungewöhnlichen Rollen verkörpert der kindlich wirkende Bernal mehr, als dass er sie spielt. Diese Rollen sind nie einfach, sondern jedes Mal eine Herausforderung. In dem mexikanischen Skandalfilm &#8220;El crimen del Padre Amaro&#8221; stellt er zum Beispiel einen Priester dar, der ein Verhältnis mit einer Minderjährigen hat. Auf einer Pressekonferenz sagte Bernal einmal schmunzelnd: &#8220;Es macht ein so angenehmes Geräusch, wenn Tabus brechen.&#8221;</p>
<p>Im realen Leben ist Gael García Bernal ein Mensch, der Herausforderungen sucht und Ideale hat. So setzt er sich für Fairtrade in Lateinamerika ein und demonstrierte 2005 gegen den G8-Gipfel.</p>
<p><strong>Hauptrolle im IFFF-Eröffnungsfilm „También la lluvia“</strong></p>
<p>Nachdem er 2007 Jurymitglied bei den Filmfestspielen in Berlin war, ist er auf dem diesjährigen Internationalen Frauenfilmfestival im Eröffnungsfilm „También la lluvia“ von Icíar Bollaín zu sehen. Wieder spielt er die Hauptrolle, wieder handelt der Film von Lateinamerika und wieder verkörpert Bernal eine Persönlichkeit, die sich mit kritischen Themen auseinandersetzt. „También la lluvia“ spielt in Bolivien und thematisiert die Folgen der spanischen Kolonialisierung in Lateinamerika. Der junge und leicht naive Regisseur Sebastián (Gael García Bernal) will anhand eines Films über Cristoph Kolumbus zeigen, wie die Ureinwohner von den Spaniern unterdrückt wurden, als diese Lateinamerika eroberten. Durch den Film im Film entsteht eine interessante Verknüpfung von zeitlichen und räumlichen Ebenen.</p>
<p>Während „También la lluvia“ auf dem Festival für Begeisterung sorgen dürfte, wird Gael García Bernal vermutlich ganz andere Gedanken im Kopf haben. Denn in diesen Tagen wird er zum zweiten Mal Vater.</p>
<p><em>Sara Lienemann</em></p>
<p>Quellen:</p>
<p><a title="Gael García Bernal in der Zeit" href="http://www.zeit.de/2009/07/Garcia-Bernal-07" target="_blank">Interview mit Gael García Bernal in der Zeit</a></p>
<p><a title="Gael García Bernal auf dradio.de" href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/917099/" target="_blank">Porträt von Gael García Bernal auf dradio.de</a></p>
<p><a title="También la lluvia - taz.de" href="http://www.taz.de/1/leben/schwerpunkt-berlinale-2011/artikel/1/aufstand-in-cochabamba/" target="_blank">Artikel über den Eröffnungsfilm &#8220;También la lluvia&#8221; &#8211; taz.de</a></p>
<p><a title="Gael García Bernal - Wikipedia" href="http://www.en.wikipedia.org/wiki/Gael_Garc%C3%ADa_Bernal" target="_blank">Gael García Bernal auf Wikipedia</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kampf um Konventionen – &#8220;Act of Dishonour&#8221;</title>
		<link>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/02/kampf-der-konventionen-%e2%80%93-act-of-dishonour/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Apr 2011 22:45:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jp.orth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit ihrer Geburt darf Mena das Haus nicht verlassen. Sie beobachtet die Außenwelt durch ein Loch in der Mauer, die das kleine Grundstück in ihrem Dorf im Norden Afghanistans umgibt. Die einzigen Personen in ihrem Leben sind ihre beiden Brüder und ihr Vater – bis sie sich mit der gebürtigen Afghanin Mejgan anfreundet, die mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-546" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/02/kampf-der-konventionen-%e2%80%93-act-of-dishonour/image_toolkit-php/"><img class="alignleft size-full wp-image-546" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/image_toolkit.php_.jpeg" alt="Act of Dishonour" width="200" height="133" /></a>Seit ihrer Geburt darf Mena das Haus nicht verlassen. Sie beobachtet die Außenwelt durch ein Loch in der Mauer, die das kleine Grundstück in ihrem Dorf im Norden Afghanistans umgibt. Die einzigen Personen in ihrem Leben sind ihre beiden Brüder und ihr Vater – bis sie sich mit der gebürtigen Afghanin Mejgan anfreundet, die mit einem kanadischen Filmteam in das Dorf kommt. Doch die meisten Menschen im Dorf sehen die Neuankömmlinge als potenzielle Bedrohung ihrer Traditionen, Kultur und Religion. Nelofer Paziras &#8220;Act of Dishonour&#8221; zeigt, wie das Aufeinanderprallen verschiedener Wertvorstellungen eine tragische Kette von Ereignissen auslösen kann.</p>
<p><span id="more-252"></span></p>
<p>Mena (Marina Golbahari) soll bald verheiratet werden. Ihren Verlobten hat sie einige Male gesehen: durch das Loch in der Mauer, durch das er ihr kleine Geschenke hinterlässt. Bei einer dieser &#8220;Begegnungen&#8221; entgleitet Mena ein Lächeln, als die Blicke der beiden sich treffen. Mit diesem Lächeln verstößt sie gegen die strengen Regeln. Die Szene ist eine von vielen in diesem Film, in denen Konventionen ohne böse Absicht durchbrochen werden. In denen die gesellschaftlichen Forderungen und Zwänge deutlich werden, denen Mena ausgesetzt ist.</p>
<p>Mejgan, die gebürtige Afghanin im kanadischen Filmteam &#8211; gespielt von Nelofer Paziras selbst -, kann Mena dazu überreden, eine kleine Rolle im Film zu übernehmen. Als Gegenleistung verspricht sie ihr eine Burka, ein traditionelles Kleidungsstück, das nur während der Hochzeitsnacht von der Braut getragen wird. Mena sagt zu und bricht damit wiederum Konventionen. Mit ihrer Zusage verstößt Mena gleich gegen mehrere Regeln ihrer Gesellschaft: Sie verlässt nicht nur das Haus, sondern trägt während des Filmdrehs eine Burka in der Öffentlichkeit. Als Mena von ihren Brüdern und einigen anderen Einwohnern beim Dreh der Szene gesehen wird, will sie nach Hause zurückkehren. Doch ihr Ungehorsam hat sich bereits im Dorf herumgesprochen.</p>
<p>Die Folge: Ihre Ehre, die in den Augen der Dörfler besudelt worden ist, muss wiederhergestellt werden. So werden nicht nur Menas eigener Vater, sondern auch ihr Verlobter genötigt, die Schuld zu begleichen – durch Blut. Der junge Mann, dem Mena zur Ehe versprochen worden ist, befolgt die strenge Tradition seiner Familie, die viel Wert auf Ehre legt, bereits seit frühester Kindheit. Vor allem die Szenen, in denen Mena und ihr Verlobter sich miteinander konfrontiert sehen, gehören zu den elementarsten und spannendsten des Films.</p>
<p>Die Regisseurin Nelofer Pazira, die wie ihre Filmfigur Meijgan afghanischer Herkunft ist und in Kanada lebt, stellt in ihrem ersten Spielfilm nicht den politischen Konflikt in Afghanistan in den Vordergrund, sondern zwischenmenschliche Konflikte aufgrund strenger religiöser und gesellschaftlicher Konventionen. Pazira entwirft Szenarien, in denen die Akteure sich nicht für ein klares Gut oder Schlecht, sondern das kleinere von zwei Übeln entscheiden müssen. Viele der Figuren scheinen innerlich zerrissen zwischen der Sicherheit der bekannten Lebensweise und der Ahnung, dass diese Sicherheit auch ein Gefängnis für eigene Wünsche darstellt. Ein Konflikt, dem im Film Verfechter beider Seiten zu erliegen drohen.</p>
<p>Durch die sparsame Nutzung von Filmmusik wirkt der Film fast dokumentarisch. Auch wenn die Handlungen der Akteure einem Drehbuch entspringen, ist das Thema des Filmes doch fern von jeder Fiktion. Eine der Hauptfragen, um die es in dem Film geht, ist: “Was tun?” – und entspricht damit dem Motto des diesjährigen Internationalen Frauenfilmfestivals. Schaut man den Film, sieht man sich mit dieser Frage ebenso konfrontiert wie die Protagonisten selbst. &#8220;Act of Dishonour&#8221; liefert keine klaren Antworten &#8211; wie könnte er auch? Aber er motiviert 92 Minuten lang, die richtigen Fragen zu stellen.</p>
<p><strong>Act of Dishonour</strong> läuft am Samstag, 16.4.2011, um 20:30 Uhr im <a href="http://www.roxydortmund.de">Roxy Kino</a>.</p>
<p><em>Jan Philipp Orth</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nicht auf den Mund gefallen: Maren Kroymann ist Jurymitglied des IFFF</title>
		<link>http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/02/nicht-auf-den-mund-gefallen-jurymitglied-des-ifff-maren-kroymann/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 23:01:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.roehrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Neben Melissa Silverstein und Claudia Landsberger ist in diesem Jahr auch Maren Kroymann Jurymitglied beim IFFF in Dortmund. Eine gute Wahl, finden wir, denn liest man ihre Biographie und Interviews, schaut ihre Filme und Kabarettsendungen, wird eines klar: Maren Kroymann ist alles andere als auf den Mund gefallen!

Maren Kroymann ist vielen aus Serien wie „Oh [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-112" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/02/nicht-auf-den-mund-gefallen-jurymitglied-des-ifff-maren-kroymann/stefan_falke-3/"><img class="alignleft size-medium wp-image-112" title="Maren Kroymann" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/03/stefan_falke2-200x111.jpg" alt="Maren Kroymann, schwarz-weiß Portrait von Stefan Falke" width="200" height="111" /></a>Neben Melissa Silverstein und Claudia Landsberger ist in diesem Jahr auch Maren Kroymann Ju<span style="color: #2a0538;">rymitglied beim IFFF in D</span>ortmund. Eine gute Wahl, finden wir, denn liest man ihre Biographie und Interviews, schaut ihre Filme und Kabarettsendungen, wird eines klar: Maren Kroymann ist alles andere als auf den Mund gefallen!</p>
<p><span id="more-58"></span></p>
<p>Maren Kroymann ist vielen aus Serien wie „Oh Gott Herr Pfarrer“ und ihrer eigenen Show „Nachtschwester Kroymann“ bekannt. Das jüngere Publikum kennt sie wahrscheinlich vor allem durch ihre Rolle der besorgten Mutter aus „Mein Leben &amp; Ich“ oder der Buchverfilmung „Maria, ihm schmeckt´s nicht“. Sie ist Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin – und eine der wenigen geouteten Lesben im deutschen Showbusiness.</p>
<p>Aufgewachsen mit vier Brüdern im beschaulichen Tübingen absolvierte Kroymann 1967 ihr Abitur und besuchte ein Frauen-College in den USA. Zurück in Deutschland begann sie ein Studium der Anglistik, Amerikanistik und Romanistik und sammelte nebenbei erste Theatererfahrungen. Der Durchbruch gelang ihr im Jahre 1982, als sie mit ihrem ersten Bühnenprogramm „Auf du und du mit dem Stöckelschuh“ für Begeisterung bei Zuschauern – überwiegend Zuschauerinnen – und Kritikern sorgte. Neben einem Plattenvertrag folgte ein Auftritt bei Alfred Biolek – seitdem ist die Schauspielerin von deutschen Bühnen und Leinwänden nicht mehr wegzudenken.</p>
<p>Neben den Zuschauern wissen auch zahlreiche Jurys die Qualität von Kroymanns Arbeit zu schätzen: Kroymann erhielt 2000 den Berliner Frauenpreis für ihr „Werk als Kabarettistin und Schauspielerin und ganz besonders für ihr mutiges und wegweisendes feministisches Kabarett“, sowie den Goldenen Leoparden 2006, den sie für ihre Rolle in dem Film „Verfolgt“ bekam. Auch den Preis der deutschen Filmkritik 2007 kann Kroymann ihr Eigen nennen.</p>
<p>Nicht zum ersten Mal hat Maren Kroymann nun die Seiten gewechselt, in der Jury des Femina-Film-Preises war sie bereits aktiv, nun gehört sie zum Jury-Team des IFFF. Was erwarten wir von Frauen in dieser Position? Keine Frage: reiche Erfahrungen im Filmgeschäft. Und was noch? Weit- und Überblick und Mut zur eigenen Meinung.</p>
<p>Den Blick über den Tellerrand der Schauspielerei hat Maren Kroymann immer wieder gesucht: Mehrere Auslandsaufenthalte hat sie hinter sich – und auch ihre Lektürevorlieben zeigen, wie gern sie Neues kennenlernt. „Gut ist, was bildet“, sagte sie dem Berliner Tagesspiegel 2010 in einem <a title="Interview des Tagesspiegel mit Maren Kroymann 2010" href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/maren-kroymann-eine-attraktive-frau-darf-sogar-stalinistin-sein/1782054.html" target="_blank">Interview</a>. Sie interessiere sich für Philosophie, Soziologie und Bücher von Karl Marx. Und sie liest „alles, was mit Schwul oder Lesbisch zu tun hat“.</p>
<p>Kroymann ist bekannt für schlagfertige Antworten und hält sich nicht gerne bedeckt.  Guido Westerwelle bezeichnet sie als „durchschaubar“, Harald Schmidt „gibt sich in seinem Job keine Mühe mehr“ und ihr fehlen definitiv homosexuelle Menschen in hohen Ämtern – beispielsweise im seriösen Journalismus.</p>
<p>Wer Maren Kroymann live erleben will, kann das am Donnerstag, 14.4., ab 20 Uhr im Roxy: Dort steht Maren Kroymann Rede und Antwort, anschließend wird „Verfolgt“ gezeigt.</p>
<p><em>Julika Röhrich</em></p>
<p>Quellen:</p>
<p><a title="Maren Kroymann im Interview mit dem Tagesspiegel" href="&quot;Eine attraktive Frau darf sogar Stalinistin sein&quot;" target="_blank">&#8220;Eine attraktive Frau darf sogar Stalinistin sein&#8221; &#8211; Maren Kroymann im Interview mit dem Tagesspiegel</a></p>
<p><a href="http://www.marenkroymann.de/" target="_blank">Maren Kroymann ungefiltert – Die Website von Maren Kroymann</a></p>
<p><a title="Maren Kroymann auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maren_Kroymann" target="_blank">Maren Kroymann &#8211; Wikipedia</a></p>
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		<title>Was kann Film tun? &#8211; Eine Annäherung an das Motto des Internationalen Frauenfilmfestivals</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 23:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>s.guettler</dc:creator>
				<category><![CDATA[WAS TUN?]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 12.-17.04. findet in Dortmund das Internationale Frauenfilmfestival statt – für das Publikum  bedeutet das sechs Tage Frauen-Power auf der Leinwand. Damit sind jedoch keine „Frauenfilme“ gemeint sondern „Filme von Frauen“. Es geht um Filmprojekte, bei denen Frauen als Regisseurin, Produzentin oder Kamerafrau den Ton angeben. In jedem Jahr wählt das Kuratorium ein Thema, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-346" href="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/2011/04/01/was-kann-film-tun-eine-annaherung-an-das-motto-des-internationalen-frauenfilmfestivals/img_0364-3/"><img class="size-full wp-image-346 alignleft" title="Bild: Gabi Eder / pixelio.de" src="http://festivalblog.online-redakteure.com/2011/wp-content/uploads/2011/04/IMG_03642.jpg" alt="Bild: Gabi Eder / pixelio.de" width="200" height="133" /></a>Vom 12.-17.04. findet in Dortmund das Internationale Frauenfilmfestival statt – für das Publikum  bedeutet das sechs Tage Frauen-Power auf der Leinwand. Damit sind jedoch keine „Frauenfilme“ gemeint sondern „Filme von Frauen“. Es geht um Filmprojekte, bei denen Frauen als Regisseurin, Produzentin oder Kamerafrau den Ton angeben. In jedem Jahr wählt das Kuratorium ein Thema, um das die filmischen Beiträge aus aller Welt kreisen. Das Motto dieser Festspiele: „Was tun – Filme zur Situation“ &#8211; ausgerechnet in diesem Jahr, da sich die Situation zwischen Kriegen und Katastrophen besonders zuspitzt. Da liegt es nahe, zu fragen, was Film tatsächlich tun kann.<span id="more-323"></span></p>
<p>Nach einem Kinobesuch war der damals vierjährige Nils von den sprechenden Autos in einem Zeichentrickfilm so schwer beeindruckt, dass er eine Sammelleidenschaft für Modellautos entwickelte, die er bis ins Erwachsenenalter pflegte. Ähnlich Jasmin, die als kleines Mädchen einen Tanzfilm sah und beschloss, Ballerina zu werden. Heute tanzt sie im Ensemble einer staatlichen Oper. So oder so ähnlich hat Film schon häufig Menschen inspiriert und ihre Schicksale beeinflusst.</p>
<p>Denn Film berührt, manchmal beflügelt er. Film thematisiert, manchmal öffnet er Augen. Doch was bleibt von diesem Augenblick, wie nachhaltig ist seine Wirkung?  Wir lachen, weinen oder grübeln, wenn die Geschichte eines Films es so will. Aber hat Film auch die Kraft, Menschen zum Handeln zu bewegen.</p>
<p><strong>Film &amp; Tabus</strong></p>
<p>Film kann Themen ins öffentliche Interesse rücken und den Blick auf gesellschaftliche Randgruppen oder Tabus verändern, meint Gereon Blaseio, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität Köln. „Man denke nur an die religiösen Auseinandersetzungen eines Ingmar Bergman oder die Queer-Filme von Rosa von Praunheim. Aber auch an Debatten rund um Hollywood-Reißer wie <em>Basic Instinct</em>.“ Es seien gerade skandalöse, Tabu verletzende Beiträge, die „gesamtgesellschaftliche Debatten anstoßen und letztlich ein Sprechen über diese Themen ermöglichen“.</p>
<p><span style="color: #000000;">An eine Langzeitwirkung von Film glaubt auch Silke Räbiger, künstlerische Leiterin des Internationalen Frauenfilmfestivals. Sie geht davon aus, dass Eindrücke aus allen Formen von Kunst „zu einem späteren Zeitpunkt im Bewusstsein wieder aktiviert werden und in neue Zusammenhänge gestellt werden können“ und so zum Erkenntnisgewinn der Zuschauer beitragen. Dabei denkt sie an persönliche Erlebnisse zurück: „Als Kind habe ich das Buch </span><span style="color: #000000;"><em>Die Wolke</em></span><span style="color: #000000;"> von Gudrun Pausewang gelesen. Die gespenstische Szenerie daraus hatte ich vor Augen, als es damals zum Super-GAU in Tschernobyl kam und zuletzt bei den Ereignissen in Japan. Weil mich das Buch damals so beeindruckt hat, habe ich eine lebhafte Vorstellung davon, wie es in den betroffenen Regionen aussehen könnte.“</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Film &amp; Diskurs</strong></span></p>
<p>So wird die kommunikative Bedeutung von Film schnell klar, mal im Kleinen beim einzelnen Zuschauer, mal im Großen im öffentlichen Diskurs. Das sieht Blaseio genauso: „Für mich ist Film durch kulturellen Austausch geprägt. Er bietet ein Fenster, durch das man Bewegung und Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen und Zeiten beobachten und sogar erzeugen kann.“</p>
<p>Doch inwiefern kann Film über seine meinungsbildende Funktion in der öffentlichen Diskussion hinaus wirken und reale Ereignisse auslösen? Film müsse als Zeichen der Zeit wahrgenommen und als mit beeinflussender Teil des ständigen, gesellschaftlichen Wandels verstanden werden, erklärt Gereon Blaseio. Insofern sei es „ein wenig die Frage nach der Henne und dem Ei“.</p>
<p>Auch Silke Räbiger spricht Film von der Verantwortung frei, konkreter und unmittelbarer Auslöser für irgendetwas sein zu müssen: „Wenn ein Film gut ist, dann wird er das Publikum berühren und bewegen. Mehr kann niemand verlangen. Wie die Menschen dann damit umgehen ist allein ihre Sache.“</p>
<p><em>Sonia Güttler</em></p>
<p>Bild: Gabi Eder / <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">www.pixelio.de</a></p>
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		<title>Herzlich willkommen!</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 09:21:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Knapp 14 Tage vor dem Beginn des Internationalen Frauenfilmfestivals am 12. April in Dortmund startet unser Blog: Ab 1. April  gibt&#8217;s jeden Tag mindestens einen Beitrag rund um die Schwerpunkte des Festivals. Wir fragen auf der Straße nach, wem eigentlich eine Spielfilmregisseurin einfällt. Wir beschäftigen uns mit der Frage, wer in Deutschland überhaupt noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Knapp 14 Tage vor dem Beginn des Internationalen Frauenfilmfestivals am 12. April in Dortmund startet unser Blog: Ab 1. April  gibt&#8217;s jeden Tag mindestens einen Beitrag rund um die Schwerpunkte des Festivals. Wir fragen auf der Straße nach, wem eigentlich eine Spielfilmregisseurin einfällt. Wir beschäftigen uns mit der Frage, wer in Deutschland überhaupt noch ins Kino geht und liefern zehn gute Gründe, genau das zu tun. Wir berichten, was aus den Preisträgerinnen der vergangenen Jahre geworden ist. Und natürlich greifen wir den Schwerpunkt des Festivals auf: Was genau versteckt sich hinter der Formulierung &#8220;Was tun? Filme zur Situation&#8221;?<br />
Ab 1. April jeden Tag neu – und jeden Tag mehr!</p>
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