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NRW und seine Filmfestivals – Das Filmfestival Münster

FFM_2015_Facebook_Titelbild-thumb-550xauto-2318Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln ist nicht nur über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen, sondern auch weit über die von Deutschland hinaus bekannt. Aber es hat auch Geschwister, bekannte und weniger bekannte. Wie zum Beispiel die Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen, das Filmfestival Münster oder das Veedelsfilm-Festival in Köln. Jedes dieser Festivals hat seine eigenen Facetten und seinen besonderen Charakter. In dieser dreiteiligen Reihe möchten wir die drei Festivals vorstellen und Filminteressierten ans Herz legen. Heute ist das Filmfestival Münster an der Reihe.

Münster ist dafür bekannt, mehrmals als fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands gekürt worden zu sein und hat eine Altstadt, die nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend wieder ihr historisches Stadtbild erhalten hat. Aber nicht nur dafür sollte Münster bekannt sein. Denn Münster hat auch sein ganz eigenes Filmfestival. Alle zwei Jahre – und zwar in den ungeraden Jahren – findet im Herbst das Filmfestival Münster statt. Nicht der einzige, aber ein wichtiger Grund, warum es Aufmerksamkeit verdient: Das Festival steht seit Oktober 2013 auf der Roten Liste Kultur des Deutschen Kulturrates. Das bedeutet: Das Filmfestival Münster wird vom Deutschen Kulturrat als gefährdet angesehen. Die Rote Liste Kultur dient dazu, die Öffentlichkeit auf gefährdete Kultureinrichtungen, -vereine und -programme aufmerksam zu machen. So auch auf gefährdete Filmfestivals.

Veranstalter des Festivals ist die Filmwerkstatt Münster. 1981 gegründet, ist ihr Ziel, dem regionalen Film den Rücken zu stärken. Damit begann sie auch sofort im Gründungsjahr: Seit 1981 findet nämlich das Filmfestival Münster statt. Die Filmwerkstatt Münster bietet auch Seminare zum Thema Film an und produziert zudem eigene Filme. Doch zurück zum Festival. Denn auch dieses ist international unterwegs. Seit 2005 gibt es nämlich neben dem Filmwettbewerb für deutsche Beiträge auch einen Wettbewerb, bei dem Regisseurinnen und Regisseure aus gang Europa ihre Filme einreichen können. Beim Start dieses Wettbewerbs kämpften acht Filme um den auf 10.000 Euro dotierten Regiepreis. Dieser ging an den Rumänen Radu Mihaileanu. Sein Film „Geh und Lebe“ handelt von dem äthiopischen Jungen Shlomo, der als Christ getauft wurde, sich aber als Jude ausgibt, um der Hungersnot in Äthiopien zu entfliehen und nach Israel auszuwandern.

Das Filmfestival Münster hat noch einen kleinen Bruder, die „Halbtotale“. Die „Halbtotale“ findet seit 2006 als Intermezzo zwischen den Festivals statt. Frei nach dem Motto „Nach dem Festival ist vor dem Festival“ wird die „Halbtotale“ immer in den geraden Jahren veranstaltet. Mit beispielsweise einem Musikvideo-Slam, Werkstattgesprächen und natürlich Filmen soll Freunden des Filmfestivals Münster die Zeit bis zum nächsten Festival verkürzt werden. Angesichts so guter Ideen wie der „Halbtotalen“ und einem europäischen Regiepreis steht zu hoffen, dass sich das Filmfestival Münster noch von der Roten Liste retten kann.

 

Text: Tino Merl, Bild: Filmfestival Münster 2015

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 19. April 2015 um 13:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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