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Angelina Maccarone – Ein Porträt

Angelina MaccaroneAls diesjähriges Mitglied der dreiköpfigen Jury des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund|Köln bringt Angelina Maccarone neben der Liebe zum Film auch eine Menge Erfahrung als Filmregisseurin und Drehbuchautorin mit. Sie ist nicht nur für das preisgekrönte Werk „Kommt Mausi raus?“ verantwortlich, sondern auch für mehrere Filme der Krimireihen „Tatort“ und „Polizeiruf 110“, die uns regelmäßig am Sonntagabend in Atem halten.

Angelina Maccarone wurde am 21. August 1965 in Pulheim bei Köln geboren. Die Tochter eines italienischen Gastarbeiters und dessen deutscher Frau entdeckte schon als Teenager die Musik für sich. Nach Ende ihrer Schulzeit schrieb sie unter anderem Songtexte für Udo Lindenberg und die Band Roh.

Für das Studium der Germanistik und Amerikanistik mit dem Schwerpunkt Medien zog Angelina Maccarone im Alter von 20 Jahren nach Hamburg. 1992 erhielt sie für ihr Treatment zu „Kommt Mausi raus?“ den Preis der Kulturbehörde Hamburg. Drei Jahre später wurde dieser Film für den Telestar nominiert. 1997/1998 wurde Maccarone für die Komödie „Alles wird gut“ mit zahlreichen Zuschauerpreisen in den USA, Kanada und Europa ausgezeichnet und war auf einer Vielzahl von Festivals vertreten.

In den folgenden Jahren drehte Maccarone unter anderem die Filme „Verfolgt“ und „Fremde Haut“, mit denen sie große Erfolge bei Kritik und Publikum feierte. „Fremde Haut“ wurde mit dem Hessischen Filmpreis 2005 in der Kategorie „Bester Spielfilm“ ausgezeichnet, „Verfolgt“ erhielt den „Goldenen Leoparden“ des Internationalen Fimfestivals von Locarno.

Angelina Maccarone gehört zu den wichtigsten deutschen Filmemacherinnen. An der Filmuniversität Babelsberg hat sie eine Professur für Regie, in den USA ist Maccarone außerdem als Dozentin für Drehbuch tätig.

Die Tatort-Folge „Wem Ehre gebührt“, für die sie das Drehbuch schrieb, sorgte 2007 für die wohl größten Proteste in ihrer Karriere. Ein in der Tatort-Folge dargestellter fiktiver Fall von Ehrenmord und Inzest in einer alevitischen Familie ließ am 30.12.2007 20.000 Aleviten auf die Kölner Straßen gehen, um gegen die Ausstrahlung des Films zu demonstrieren. 2008 und 2009 folgten zwei weitere Tatorte aus Maccarones Hand, die allerdings für weniger Aufruhr sorgten. 2011 kam ihr erster Dokumentarfilm, „The Look“, in die Kinos, der das Leben von Charlotte Rampling behandelt und an welchem sie dreieinhalb Jahre arbeitete.

Gemeinsam mit der Publizistin Carolin Emcke startete Maccarone 2014 die Social-Media-Kampagne „Tolerant? Sind wir selber“, die das Thema Homo(Sexualität) behandelt.

Angelina Maccarone lebt mit ihrer Lebensgefährtin Bettina Böhler in Berlin.

Text: Madelaine de Nève

 



Der Beitrag wurde am Samstag, den 16. April 2016 um 14:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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