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Schneewittchen – ein Märchen in Gebärdensprache

Schneewittchen und ZwergeHinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen und im Schulfilmprogramm des Internationalen Frauenfilmfestivals 2016:  “Schneewittchen” heißt das Werk von Britt Dunse. Das Besondere daran? Das Märchen wird gebärdet – von Kindern für Kinder. In enger Zusammenarbeit mit hörgeschädigten und gehörlosen Kindern der Ernst-Adolf-Eschke-Schule, Berlin, entstand ein knapp zehnminütiger Film, der das Märchen der Gebrüder Grimm in einer besonderen Aufmachung zeigt.

Besonders meint aber nicht nur die Gebärdensprache, in der die Kinder den Film erklären, sondern auch die moderne Umsetzung. Die Kinder sind Schauspieler, Erzähler und haben die verwunschene Märchenwelt selbst mitgestaltet.
Das Grimm’sche Märchen ist konsequent erzählt. Merklich anders sind nur die Details, die gut herausgearbeitet wurden. So werden die Wahrheiten des Zauberspiegels gebärdet statt gesprochen.
Auch gesellschaftliche Grenzen scheinen mit einem Augenzwinkern aufgegriffen zu werden. Schneewittchens Haut hat einen asiatischen Teint und ist demnach nicht „weiß wie Schnee“. Auch die sieben Zwerge werden nicht allesamt von Jungs gespielt. Ob Absicht oder nicht – zeitgemäß ist es in jedem Fall.

Jeder Gehörlose hat selbstverständlich die gleichen kulturellen Bedürfnisse wie die hörende Mehrheit; das wurde in diesem Blog in einem Beitrag zum Thema Filmkultur und Gehörlosigkeit bereits unterstrichen. Britt Dunses Kurzfilm zeigt auf eine sehr liebevolle Weise, dass schon Kinder einen großen Teil zur Filmkultur beitragen können. Empfohlen wird der Film für Schüler ab 7 Jahren. Ausdrücklich empfehlenswert ist er aber für alle.

„Schneewittchen“ wird am 19.04. in Köln im Filmforum im Museum Ludwig und am 20.04. in Dortmund im Kino im U gezeigt.

Text: Christin Busch



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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 17. April 2016 um 18:30 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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