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Jules Herrmann im Debüt-Spielfilmwettbewerb

Ohne TitelEine der acht Regisseurinnen, die in diesem Jahr am Internationalen Debüt-Spielfilmwettbewerb teilnehmen, ist Jules Herrmann. Sie tritt mit ihrem ersten Spielfilm Liebmann an und hat somit die Chance, das Preisgeld von 10.000 Euro zu gewinnen. Premiere hatte Herrmanns Werk im Frühjahr auf der Berlinale in der „Perspektive Deutsches Kino“ gefeiert. Jules Herrmann ist 1970 geboren und lebt heute in Berlin.

Jules Herrmann studierte von 1990 bis 1995 BWL in Saarbrücken. Nach ihrem Abschluss unterrichtete sie ein Jahr als Englischlehrerin in Taiwan. Kurze Zeit später beginnt sie, als DJ zu arbeiten. Im Jahr 1996 übernimmt sie die Rolle der zweiten Regieassistenz für den Film Conversation with the beast. Für die Dokumentarfilmreihe East Side Storys von Discovery Channel und Egoli Films fungiert sie als Produktionsleiterin. Verschiedene Jobs schließen sich an, bis sie sich 1999 für das Regie-Studium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf entscheidet. Der Kurzfilm Herzchen, dessen Konzept aus Herrmans Feder stammt, erschien im Jahr 2001. Zusätzlich ist sie als Regisseurin engagiert. Viele Projekte folgen, an denen sie entweder als Regisseurin, Cutterin, Autorin oder Beraterin beteiligt ist.

2016 debütiert sie mit dem Spielfilm Liebmann auf der Berlinale in der „Perspektive Deutsches Kino“. Der Film erzählt die Geschichte des Lehrers Antek Liebmann. Dieser kehrt seinem alltäglichen Leben den Rücken und macht sich auf den Weg ins sommerliche Nordfrankreich. Dort versucht er, mit den Geistern seiner Vergangenheit Frieden zu schließen. Er flirtet mit seiner Nachbarin und beginnt eine Affäre mit dem jungen Sebastian. Doch schon bald holen ihn die Albträume wieder ein, denn ein Mörder soll in den umliegenden Wäldern sein Unglück treiben. Während eines Spaziergangs macht Liebmann eine beängstigende Entdeckung. Die zuvor erlangte Leichtigkeit geht über in nächtliche Abstürze.

Das Projekt finanziert Jules Herrmann zunächst selber, bis es zu einer Kooperation mit der Ester.Reglin.Film Produktionsgesellschaft kommt. Aufgrund ihrer vielfaltigen Fähigkeiten schlüpft sie in die Rolle der Autorin, der Regisseurin, der Cutterin und der Produzentin. Die Produktion von Liebmann ist ein Experiment. In nur sechs Tagen schreibt sie alle Ideen nieder und erstellt eine 27-seitige Handlungsskizze. Sie möchte sich die Freiheit bewahren, intuitiv und situationsgerecht zu handeln. Erst kurz bevor eine Szene gedreht wird, schreibt sie den Dialog dazu. Auch der Cast wird auf unkonventionelle Art zusammengestellt: Hermann verzichtete auf ein klassisches Casting und trifft sich mit den Schauspielern zum Kaffee. Während der Dreharbeiten nimmt sie sich in der Rolle der Regisseurin so weit wie möglich zurück. Ziel ist es, den Schauspielern Freiraum zu lassen und ihre Interpretation der jeweiligen Figur unverfälscht darzustellen. Innerhalb von 15 Tagen entsteht Material für einen Spielfilm der anderen Art. Ein Film, der dem Publikum die Chance gibt, an einem Experiment teilzunehmen und etwas Neues zu erleben.

Liebmann wird am Donnerstag um 18:00 Uhr im Odeon vorgestellt. Jules Herrmann wird ebenfalls vor Ort sein.

 

Text: Lea Friedsam

Bild: IFFF 



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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 21. April 2016 um 14:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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