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Alles neu – Eine Dokumentation über Integration

Alles NeuMit großen Augen blickt der achtjährige Tanan um sich. Plötzlich ist alles laut und voller Menschen. Startende Passagierflugzeuge kreuzen sich am Himmel. Er befindet sich an einem holländischen Flughafen. Wo seine Reise eigentlich ein Ende hätte finden müssen, beginnt sie symbolisch erst. Mit kindlicher Naivität erforscht der geflüchtete Junge aus Uganda im Dokumentarfilm „Alles neu“ eine für ihn völlig neue und fremde Welt.

Auf der Fahrt im Bus zur Flüchtlingsunterkunft herrscht ausgelassene Stimmung. Tanan jedoch klebt gebannt an der Fensterscheibe und saugt alle Eindrücke förmlich in sich auf. Die vorüberziehende Landschaft sieht ganz anders aus als jene, die er zu Beginn seiner Reise verlassen hat. Ein Flashback verdeutlicht dies. Auch im neuen Zuhause angekommen ist er von allen ihm unbekannten Kleinigkeiten geradezu magisch angezogen. So riecht er fasziniert an einer Flasche mit Waschmittel. Ungläubig und doch begeistert erkundet er das Einkaufszentrum der Stadt, wo er zum ersten Mal mit den Normen und Werten dieser Gesellschaft konfrontiert wird – Fußball spielen ist hier nicht überall erlaubt.

Schnell kann Tanan seine Verständigungsprobleme in der Schule überwinden und findet in seiner Klasse eine Freundin. Diese kann ihm auch seinen großen Wunsch erfüllen: Sie bringt Tanan das Fahrradfahren bei.

Der Dokumentarfilm „Alles neu“ (im Original „Nieuw“) begleitet in 19 Minuten den kleinen Tanan, der sich plötzlich in einer fremden Umgebung und einer fremden Kultur wiederfindet. Die Regisseurin Eefje Blankevoort verzichtete dafür weitestgehend auf Dialoge. Der Fokus ist stets auf Tanan gerichtet, der in gelegentlichen Voice-overs Gedanken und Eindrücke schildert. Das gibt dem Zuschauer den Eindruck, den Jungen und seine Emotionen völlig unverfälscht miterleben zu können. Ein gelungener und wertvoller Kurzfilm, der sich auf kindliche, sehr zurückhaltende und doch empathische Art und Weise, stellvertretend für Millionen von Flüchtlingskindern, mit Integration auseinandersetzt.

Text: Lilly Himberger

Bild: IFFF



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Der Beitrag wurde am Freitag, den 22. April 2016 um 14:28 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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