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„Landfill Harmonic“ – eine ergreifende Dokumentation mit glücklichem Ende

LandfillHarmonicSlider678x383-620x350Alle dachten, es wäre nicht möglich, bis der Dirigent kam, der davon nichts wusste und es einfach machte. Favio Chávez, der zuvor als Umwelttechniker nach Cateura, einem Slum nahe der paraguayischen Hauptstadt Asunción, gekommen war, hatte die Idee, Abfall für Musikinstrumente zu verwerten, um den Kindern das Musizieren beizubringen. „Landfill Harmonic“ – ein Dokumentarfilm über die schweren Lebensbedingungen auf einer Abfalldeponie in Paraguay.

An einem Ort, wo eine Geige einen größeren Wert hat als ein Haus, versucht Favio Chávez, den Kindern, die auf der Abfalldeponie von Cateura leben, einen Lebenssinn zu geben: die Musik. Favio Chávez kam ursprünglich als Umwelttechniker nach Cateura, um den Familien bei der Müllverwertung zu helfen. Mit der Idee, aus dem Abfall brauchbare Instrumente zu schaffen, wurde er Dirigent und Musiklehrer für die dort lebenden Kinder. In Cateura, einer Stadt in Paraguay, werden jeden Tag 1.500 Tonnen Abfall angeliefert, der von den 2.500 Familien, die dort leben, aussortiert wird.

Ausführliche Landschaftsaufnahmen des Dorfes am Anfang des Dokumentarfilms von Graham Townsley und Brad Allgood konfrontieren den Zuschauer mit den Lebensumständen dieser Menschen und gewähren Einblick in ihre Welt. Favio Chávez erzählt währenddessen, unter welchen Bedingungen und mit welchen Zukunftsperspektiven die Familien auf der Deponie leben müssen. Dann beginnt die Geschichte des Orchesters. Was lediglich als Spaß einer Gruppe Jugendlicher am Musizieren anfing, entpuppte sich schnell als Faszination für die Medienwelt. Auf Youtube, Facebook und in den Nachrichten auf der ganzen Welt war das Orchester mit den „Müll-Instrumenten“ schließlich zu sehen.

Abseits der Geschichte von der Karriere des Orchesters werden Interviews mit den Kindern, Eltern und Favio eingeblendet. Die Interviews sind sehr authentisch und veranschaulichen erneut die schweren Lebensbedingungen in Cateura. Der szenische Wechsel zwischen dem wachsenden Erfolg des Orchesters und der Situation auf der Mülldeponie lassen den Zuschauer nicht vergessen, welches Leid diese Kinder umgibt. Denn auch neben all der medialen Aufmerksamkeit, die dem Orchester zuteil wird, vergessen die Kinder nicht, woher sie kommen und welche Bedeutung ihre Familien für sie haben. Hautnah empfindet der Zuschauer den Kampf zwischen dem Überleben auf der Mülldeponie und der Erfüllung eines Traums nach. Die Filmmusik unterstreicht den Plot des Films und passt durch die leichten Melodien einer Gitarre auch zur Musik des Orchesters. Es ist schön zu sehen, dass Musik eine Hoffnung für die Kinder darstellt und sie dadurch einen neuen Lebenssinn erhalten haben. Der Film zeigt, wie aus einer Idee etwas Großes werden kann. Und er erinnert den Zuschauer: Man sollte nie aufhören zu träumen und an sich und sein Können glauben.

Träume verwirklichen, auf sein Herz hören und nie die Hoffnung aufgeben – all das vermittelt „Landfill Harmonic“. Eine Dokumentation, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wird.

Text: Amira Tröger

Bild: IFFF



Der Beitrag wurde am Freitag, den 22. April 2016 um 18:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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