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The Wednesday Child – Das Schicksal einer jungen Mutter

IFFF2016_The Wednesday ChildEs ist wieder Mittwoch, der einzige Tag der Woche, an dem Maja ihren Sohn sehen darf. Sie verlässt die heruntergekommene Hütte, die sie ihr Zuhause nennt und macht sich auf den Weg zum Kinderheim. Die 19-Jährige verbrachte ihre Kindheit selbst in einem Heim. Nun muss sie an diesen Ort zurückkehren, um ihren vier Jahre alten Sohn Kris zu besuchen. Mit „Wednesday Child“ ist der ungarischen Regisseurin Lili Horváth der erste große Erfolg auf der Leinwand geglückt. Auf dem IFFF ist der Film außerdem im Debütspielfilm-Wettbewerb nominiert.

Die junge Mutter lebt in einem tristen Vorstadtbezirk Budapests, ohne Geld und ohne Aussicht auf einen Job. Doch Maja ist eine Kämpferin. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, eines Tages für ihren Sohn, der im Kinderheim lebt, sorgen zu können. Aus Verzweiflung fängt die rebellische junge Frau an zu stehlen. Als sie sich an einem emotionalen Tiefpunkt befindet und die Hoffnung auf ein besseres Leben beinahe aufgibt, hört sie von einem sozialen Sponsorenprojekt. Dieses ermöglicht es ihr, eine eigene Wäscherei aufzubauen. Maja verwandelt sich vom rebellischen Teenager zu einer autonomen jungen Frau, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt.

Das naturalistische Drama der Regisseurin Lili Horváth entführt den Zuschauer in eine Welt am Rande der Gesellschaft, in der Kriminalität und Hunger zum Alltag gehören. Anfangs fällt es schwer, den aufmüpfigen Charakter der jungen Mutter zu verstehen. Durch Einblicke in ihre Vergangenheit erklärt sich jedoch ihr Verhalten und der Zuschauer fängt an, sich in die Situation einzufühlen. Obwohl der Film mit dem East of the West Award und dem FEDEORA-Award ausgezeichnet wurde, hielt sich der Erfolg im Herkunftsland in Grenzen.

„Die Menschen in Ungarn wollen nicht die Armut und Missstände ihres eigenen Landes sehen, sondern gehen für ein Happy End ins Kino. Dennoch habe ich international viel Anerkennung gewonnen und das entlohnt mich für die harte Arbeit, die ich in diesen Film gesteckt habe“, erklärt Horváth im Anschlussgespräch zur Filmvorführung auf dem IFFF.

Der Film ist für den Debütspielfilm-Wettbewerb nominiert.

Text: Lilith Michels

Bild: IFFF

 



Der Beitrag wurde am Freitag, den 22. April 2016 um 19:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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