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„Thirst“ – Mehr als nur der Durst nach Wasser

ThirstEiner der Filme, der dieses Jahr am Spielfilmwettbewerb teilnimmt, ist der Film „Thirst“ von Svetla Tsotsorkova: ein Film über eine kleine bulgarische Familie, die sich mit dem Waschen der Wäsche eines nahegelegenen Hotels über Wasser hält. Ein Brunnengräber und seine Tochter, eine Wünschelruten-Gängerin, die in der kargen Gegend auftauchen, bringen das harmonische Familiengefüge durcheinander.

Ein kleines Haus in den Hügeln Bulgariens. Ein Feld weißer Laken flattert im Wind der Mittagssonne. Sie gehören zu einem nahegelegenen Hotel, welches seine Wäsche regelmäßig zur Reinigung vorbeibringt. Die kleine Familie, die inmitten der flatternden Laken lebt, finanziert sich ihr Leben mit dieser Arbeit. Der Sohn hilft seiner mit ihrem Leben unzufriedenen Mutter beim Aufhängen der Wäsche. Der Vater hilft den Anwohnern bei der Reparatur verschiedenster Dinge.

Da Dürre herrscht – wodurch auf dem Hügel nicht genügend Wasser ankommt und dies das Ende der Wäscherei bedeuten könnte – ruft die Familie jemanden, der ihnen bei der Lösung des Problems helfen kann. Ein Mann und seine toughe Tochter, die wie der Sohn der Familie im Teenager-Alter ist, machen sich mit Wünschelrute und Bohrer auf die Suche nach Wasser. Währenddessen übernachten sie neben dem Haus in einem Zelt. Die beiden Familien lernen sich in dieser Zeit kennen und stellen fest, dass da mehr ist als nur der Durst nach Wasser – das Verlangen nach Liebe und Abenteuer.

Der Film enthält wenige Dialoge. Er besticht durch seine Bilder: Bilder der Landschaft, Bilder der Gesten, Bilder der Blicke. Auch die Handlung hält sich in Grenzen. Es sind vielmehr die Entwicklung der Personen und Beziehungen, die große Schritte machen. Keiner der Charaktere trägt einen Namen, nur ein streunender Hund erhält einen. Es sind Kleinigkeiten, die im Gedächtnis bleiben, wie das Tanzen von Mutter und Sohn beim Aufhängen der Wäsche oder der Kampf um die Aufmerksamkeit des Hundes – oder aber der Kampf um Liebe, um den Besitz dieser Liebe und die Konsequenzen, die dieser Kampf, dieses Besitzenwollen, mit sich bringen.

Was immer wieder heraussticht, ist die schauspielerische Leistung des jungen Mädchens, gespielt von Monika Naydenova. Mit ihrer ausdrucksstarken Art in so jungem Alter zieht sie die Zuschauer von der ersten Sekunde in ihren Bann.

Laut Regisseurin Svetla Tsotsorkova enthält der Film einige Elemente aus ihrem eigenen Leben. Sie sei das Mädchen gewesen, sie habe in Hügeln gelebt, wenn auch nicht in Bulgarien. Die Familie habe Wäsche gewaschen und der Hund sei im wahren Leben eine Katze gewesen.

„Thirst“ ist ein Film, dessen Spannung ganz langsam ansteigt und letztlich mit seinem Höhepunkt endet.

Text: Madelaine de Nève

Bild: IFFF



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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 24. April 2016 um 12:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Hintergrundinfo abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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