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Diskussion: Themen in aktuellen mexikanischen Filmen

diskussion_mexikoIm Anschluss an den Spielfilm „Seguir Viviendo“ von Alejandra Sánchez fand im Filmforum eine Diskussion zu Themen und Szenarien in aktuellen mexikanischen Filmen statt. Die Situation, besonders in Ciudad Juarez, einer Stadt im Norden von Mexiko, ist immer noch erschreckend. Frauenmorde und Gewalt stehen hier an der Tagesordnung.

Zunächst wurde ein Kurzfilm gezeigt, in dem eine Mutter nach ihrem Sohn sucht, der verschwunden ist. Immer mehr Personen werden in Mexiko entführt und das Leid und die Ungewissheit der Hinterbliebenen sind groß. Nach dem Film berichteten die Regisseurinnen Ana Cruz Navarro, Tatiana Huezo, Celia Iturriaga und Alejandra Sanchez in der Paneldiskussion von ihrer filmischen Arbeit und über die Gewalt und das Verschwinden von Menschen in Mexiko.

In der Diskussion zu aktuellen mexikanischen Filmen wurde besonders deutlich, dass alle teilnehmenden Regisseurinnen einen Bezug zu den erschreckenden Themen haben. Alejandra Sanchez zum Beispiel ist in Chihuahua geboren, wo besonders häufig Gewalttaten vorkommen; sie kennt somit die Angst, wenn man umgeben von Gewalt groß wird. Allen Regisseurinnen liegen die Probleme sehr am Herzen und sie versuchen, in ihren Filmen die Situation so realistisch wie möglich zu zeigen. Sie erzählen mit ihren Geschichten aber auch von denjenigen, die den Mut haben, die Hintergründe der Gewalt aufzudecken. Filme zu machen bedeutet für sie ein Stück Macht, denn durch ihre Geschichten können sie die Realität anderen nahe bringen.

Alle betonten, dass es sehr wichtig sei, die Öffentlichkeit verstärkt über die Situation in Mexiko zu informieren. Die Medien sorgen mittlerweile aber durch die realistischen Bilder dafür, dass sich die Menschen mit dem Thema auseinandersetzen.

„Ich möchte durch meine Filme besonders das Schweigen brechen“, erklärte Navarro. Über geschlechtsspezifische Gewalt werde meistens geschwiegen, und genau das möchte sie versuchen zu verhindern. Sie arbeitet in ihren neuesten Projekten besonders mit der Stimme, die sie über die Bilder legt. Die Wirkung der Bilder solle dadurch verstärkt werden; die Stimme sei, so Navarro, ein sehr wichtiges Instrument. Meistens legt Navarro den Fokus dabei nur auf eine Person; diese Person könne etwas erzählen und das möglichst realistisch zum Ausdruck bringen.

In der Diskussion wurde auch auf die positive Entwicklung des Frauenanteils in der Filmproduktion hingewiesen. Die Zahl der Produzentinnen steigt erfreulicherweise und auch der Anteil von Filmen, die von Frauen produziert wurden, wuchs in den letzten Jahren.

Text: Rebecca Frischholz

Foto: IFFF Dortmund|Köln



Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 27. April 2016 um 17:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Fokus: Mexiko abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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