Ein Projekt des Studiengangs Online-Redakteur
an der Technischen Hochschule Köln
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Seguir Viviendo – Das Leben muss weitergehen

Exposición„Seguir Viviendo“ – Weiterleben. Das ist die Message des Filmes. Jade und Kaleb wünschen sich nichts sehnlicher, als das Meer zu sehen. Der lange Trip, den sie am Meer unterbrechen wollen, ist aber kein Urlaub, sondern die Flucht aus dem gewalttätigen Ciudad Juarez nach Mexiko-City. Die Journalistin, die die Geschwister auf ihrer Flucht begleiten soll, erfüllt ihnen ihren Wunsch. Das Meer ist für die Jade und Kaleb der Ort, an dem sie die ganze Gewalt in ihrem Land und ihre Ängste für einen Moment vergessen können.

Die Mutter der Geschwister Jade und Kaleb wird bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung in ihrer Heimatstadt Ciudad Juarez verletzt. Die beiden Geschwister sollen nun aus der Stadt, die bekannt für ihre vielen Gewaltverbrechen ist, fliehen. Eine Journalistin soll Jade und Kaleb nach Mexiko-City begleiten, wo sie ihren Flug nach Vancouver nehmen sollen. Sie stimmt zunächst ungern zu. Auf der Fahrt teilen die drei aber ihre inneren Sorgen und Ängste, woraus sich eine unerwartet familiäre Beziehung entwickelt.

Eine Fahrt über einen schmalen und verlassenen Highway, geprägt durch eine permanente Bedrohung, Gewalt, Entführung, möglicherweise Mord. Diese Angst von Jade und Kaleb und auch ihrer Begleiterin zeigt sich in unterschiedlichen Szenen. Doch die Fahrt schweißt die drei Reisenden auch zusammen. Die anfangs sehr zurückhaltenden Geschwister werden nach und nach offener und die Stimmung verändert sich.

Auffällig ist die sich verändernde Landschaft, die teilweise den Stimmungen der drei Charaktere entspricht. Zusätzlich unterstreicht die Musik die spannenden Szenen und auch die dominanten Farben spiegeln die Stimmung der drei wieder.

Was den Film so einzigartig macht, ist, dass die Tragödie den zwei jungen Hauptdarstellern tatsächlich passiert ist. Die Schauspieler porträtieren sich in gewisser Weise selbst, als Kinder mussten sie vor Morddrohungen fliehen. Die Mutter der Kinder wurde vergewaltigt, entführt, gequält und letztendlich in Ciudad Juarez ermordet. Einige Szenen geben Einblicke in die Vergangenheit der beiden Kinder. Jade und Kaleb erzählen in kurzen Clips, wie sie den Verlust ihrer Mutter erlebt haben, wodurch beide im Film sehr authentisch rüber kommen.
„Ich konnte durch die Geschichte sowohl reale Parts als auch fiktionale Parts verbinden“, sagt Regisseurin Alejandra Sanchez im Filmgespräch. Außerdem wollte Alejandra, dass die Charaktere die Möglichkeit bekommen, ihre Erfahrungen durch Emotionen und Gefühle mit einzubringen. Die Geschwister haben sogar zwei Monate bei ihr zu Hause gewohnt, wobei sich nach und nach die Idee des Films entwickelte. Ein Film, der Gefühle von Einsamkeit, Unsicherheit und Verletzlichkeit zeigt, aber auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft vermitteln will.

„Seguir viviendo“ ist eine Erweiterung des Dokumentarfilms „Baja Juarez: La ciudad devorando a sus hijas“. Dort geht es, ähnlich wie in diesem Film, über die Hunderte von Frauen, die in Ciudad Juarez entführt und ermordet wurden.

Text: Rebecca Frischholz

Foto: IFFF



Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 27. April 2016 um 17:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Fokus: Mexiko abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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