Filmbildung – Eindrucksvolle Bilder für die jüngsten Zuschauer

Das Filmprogramm des IFFF Dortmund | Kön für Kindertagesstätten und Schulen fand dieses Jahr im Filmforum des Museum Ludwig statt. Am Donnerstag besuchte ich mit meiner dreijährigen Tochter das Programm für die Jüngsten, bestehend aus vier Kurzfilmen. Die ersten Reihen des Kinosaales waren schon gut gefüllt mit Kita-Kindern, die sichtlich gespannt auf den Vormittag waren. Begleitet wurde die Veranstaltung von einer Medienpädagogin, die die Vorstellungen für die Kinder in Gesprächen in einen medialen Kontext einordnete.

Nach der Begrüßung wurde der erste Film vorgestellt: Der Schlitten von der russischen Regisseurin Olesya Shchukina. Ein schlicht gezeichneter Film über ein Eichhörnchen, das durch eine Schneelandschaft in eindrucksvollen Farben braust. Dann verlagerte sich kurz der Fokus auf den Filmvorführer in seinem Fensterchen über den Zuschauern und alle Kinder schrien aus einer Kehle: „FILM AB!“ Dem kam der Vorführer gerne nach. Zuvor hatte die Pädagogin die Kinder für die Töne in dem vierminütigen Film sensibilisiert. Nach dem Film sollten die Kinder die Töne wiedergeben, die sie vernommen hatten. Das Ergebnis war ein Gemisch aus verschiedenen Geräuschen, die zeigen sollten, wie die Tonaufnahmen für solch einen Streifen entstehen.

Danach hieß es wieder: „FILM AB!“ Als zweites lief Die Mücke Pieks, ein Film der deutschen Regisseurin Maria Steinmetz. In dieser Animation wird eine Mücke begleitet, der es im Winter zu kalt ist und die sich deshalb auf die Suche nach einem Mäntelchen macht. Ohne dies als Botschaft zu formulieren, zeigt der fabelhafte Film, wie schön es ist, anderen zu helfen. Auch nach diesem Film waren die Kinder begeistert, sich mit dem Gesehenen auseinanderzusetzen. Die Frage, wer jetzt eigentlich wem genau geholfen hat, war im Kollektiv mit kindlich-schlauen Gedanken schnell beantwortet. 

Und wieder, „FILM AB!“ Der dritte Film war Land ohne Übel der ungarischen Regisseurin Katalin Egely. Diese Animation spielt im Stop-Motion-Stil mit Materialien wie Stoff, Papier und Pappe und erzählt die Geschichte eines Indianervolkes. Im Nachgang sinnierten die Kinder darüber, welche Materialien verwendet wurden und was davon wohl in der heimischen Kita problemlos nachgebaut werden könnte.

„FILM AB!“ Als letztes lief Die Früchte der Wolken, der längste der vier Kurzfilme. Der Film der tschechischen Regisseurin Katerina Karhánková erzählt eine Geschichte von Angst und Mut und zeigt, dass das Glück manchmal gar nicht weit weg ist, wenn man sich einmal dazu überwunden hat, danach zu suchen. Im Nachgang zu diesem Film war die Diskussion mit den jungen Zuschauern sehr lebhaft. Kreativ versuchten einige, ihre Gefühle während des Streifens in Worte zu fassen. Und sie haben verstanden: Der Kleinste kann manchmal auch der Mutigste sein. Meine Tochter, nach dem Film gefragt, den sie am schönsten fand, antwortete wie aus der Pistole geschossen: „Den Film mit der Mücke.“ Nach einem Moment des Überlegens fügte sie dann hinzu: „Eigentlich lieb ich aber alle!“ Ein rundum gelungener Vormittag!

Von Julia von Witzenhausen

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