Lust, Liebe, Leidenschaft und ein langer Tag voller „L Word“

Die Kultserie The L Word wurde zum ersten Mal 2004 in den USA und in Deutschland zwei Jahre später ausgestrahlt. Queere Frauen waren in den 2000er Jahren in Film und Fernsehen meistens nur Nebenfiguren. Die Serie gab ihnen endlich die Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen und gesellschaftliche Probleme wie Rassismus und Klassenunterschiede sowie heikle Debatten, etwa um Religion und künstliche Befruchtung, aufzuzeigen. Der Serienmarathon zu The L Word fand am 28. April im Alten Pfandhaus statt und wurde von dem Magazin LMag präsentiert. Ganz neugierig, wollte ich dabei sein, mir ein Bild von der Veranstaltung machen  und hören, wie die Besucherinnen über die Serie denken.

Mit den Jahren hat sich in der LGBT-Szene zwar einiges geändert, jedoch sind die Themen von damals immer noch aktuell. Auf den Erfolg von The L Word folgten auch andere Serien wie Glee, Orange is the new black, Sense8 und viele weitere.

Gina und Laura hatten über LMag vom Bingewatching im Alten Pfandhaus gehört und waren pünktlich zu Beginn der ersten Folge um 10:00 Uhr dabei. Was natürlich nicht fehlen durfte, waren Kissen, Decken, Essen und Getränke, die sie beide mitgebracht hatten. Gina ist seit der ersten Stunde Fan der Serie und hat sie mehrmals geschaut „Früher, als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, habe ich die Serie heimlich auf ProSieben geschaut. Ich hab sie dann später nach meinem Comig Out nochmal gesehen und das hat mir persönlich sehr viel gebracht.“ So wie für Gina prägte die Serie die Weiterentwicklung vieler queerer Frauen und diente zur Selbstidentifikation.

Die Stimmung im Alten Pfandhaus war sehr familiär und locker. Im Foyer konnte man sich Getränke besorgen, zwischen den Folgen auf der kleinen Terrasse frische Luft schnappen und sich mit anderen Besucher*innen austauschen. Nach den ersten sechs Episoden folgte eine große Pause von 16:00Uhr bis 20:00 Uhr. Essen, etwas schlafen und dann weiter bingewatchen.

Punkt 20:00 Uhr war auch die Mitherausgeberin und Chefredakteurin Manuela Kay anwesend. Nach einem kleinen Interview mit Manuela ging es weiter. Die Besucher*innen freuten sich schon auf den zweiten Teil der Veranstaltung, so auch Laura, die vorher noch nie The L-Word gesehen hatte. „In den ersten Folgen war es mir zu sexuell, danach wurde es jedoch viel spannender. Viele interessante Themen wurden angesprochen und auch die Handlung wurde deutlicher, das hat mich natürlich getriggert, auch die folgenden Episoden zu schauen.“ Sie selbst gehöre nicht zur „L-World“ und trotzdem finde sie die tiefergehenden Geschichten toll. „Es ermöglicht auch einen Einblick in die LGBT-Szene – was ich sehr gut finde“, so Laura.

Die letzte Folge der ersten Staffel fand um 1:00 Uhr ein Ende. Gina und Laura waren zwar sehr erschöpft, aber die Veranstaltung kam bei beiden sehr gut an. Gina würde sich wünschen, dass mehr Serien im Stil von The L Word produziert werden: „Das ist für mich die einzige Serie, die wirklich nur das Thema ‚lesbisch sein‘ behandelt.“

Die Serie hat einiges zu bieten und ist nicht nur ein Must-See für lesbische Frauen, sondern auch für jede und jeden, die oder der sich mit gesellschaftskritischen Themen auseinandersetzt. Und nicht zuletzt bietet die Serie durch die einzelnen Geschichten der Charaktere auch gute Unterhaltung.

Von Karla Wagner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.